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Wissenschaft und Forschung

Dr. Birgit Herden
piqer: Dr. Birgit Herden
Mittwoch, 27.06.2018

Warum Menschen weinen

Warum weinen Menschen – im Gegensatz zu allen Tieren? Der niederländische Psychologe Ad Vingerhoets hat dieser Frage Jahrzehnte der Forschung gewidmet. In einem Interview des SZ-Magazins offenbart er faszinierende Einsichten, die über die erwartbaren Binsenweisheiten hinausgehen. Während die scheinbar sinnlosen Tränen für Darwin noch eine Ausnahmeerscheinung waren, die im Lauf der Evolution eigentlich hätte verschwinden müssen, misst Vingerhoets ihnen wichtige soziale Funktionen bei. Zum Beispiel könnten Menschenkinder mit ihrer ungewöhnlich langen Entwicklungszeit durch Weinen zielgenau Hilfe einfordern, ohne wie beim anfänglichen Schreien die ganze Umgebung zu alarmieren.

Abhängig von Kultur und Erziehung habe das Weinen aber auch im Erwachsenenalter noch wichtige Funktionen.

Tode, Scheidungen und Vermissen – immer geht es um ein vorübergehendes oder dauerhaftes Getrenntsein. Tränen zeigen also nicht so sehr unsere Traurigkeit, sondern eher, wie hilflos und hoffnungslos wir sind. ... Weinen wir in einem Konflikt, sagen wir in Variationen immer das Gleiche: Ich brauche dich, und dein Verhalten entspricht meinem Ich-brauche-Dich nicht.

Vingerhoets räumt auch mit einigen Irrtümern über das Weinen auf. So weinen Menschen wohl eher nicht, um sich danach besser zu fühlen, und selbst bei Oscarverleihungen gibt es nach Ansicht des Forschers keine echten Freudentränen. Ob Menschen weinen oder nicht, hängt überdies weniger vom Geschlecht als der Erziehung ab:

In einer Studie haben wir Psychotherapeuten gefragt, wie oft sie weinen. Es gab keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Daran erkennt man, dass die Lebenswelt viel mehr Einfluss hat als das Geschlecht.

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Kommentare 1
  1. Frederik Fischer
    Frederik Fischer · Erstellt vor etwa einem Jahr ·

    Aus gegebenem Anlass.....

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