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Wissenschaft und Forschung

Paula-Irene Villa
Professorin für Soziologie und Gender Studies
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piqer: Paula-Irene Villa
Sonntag, 01.07.2018

Der gemachte Mann? Lebensumstände prägen den Testosteronpegel

Es hält sich hartnäckig und entgegen ziemlich viel Evidenz die Alltagsauffassung, dass Männlichkeit und Weiblichkeit an-sich-so-seiend ist. Unveränderlich von 'Natur' aus fixiert, also durch 'Soziales' nicht beeinflussbar. Dabei zeigen die Wissenschaftsgeschichte wie auch zahlreiche Studien, dass Morphologie, Genetik, Gehirne, oder Verhalten alles andere als immun gegenüber sozialer Praxis sind. Umgekehrt zeigt sich auch, dass sich 'gender' - als kulturelle oder soziale Dimension von Geschlechtlichkeit - nicht jenseits des Biologischen und Körperlichen realisiert. 

Eine kleine, feine Studie belegt dies anhand des Testosteronpegels von Männern. In 'Nature' publiziert, greift Spektrum der Wissenschaft die Forschung auf und formuliert als Fazit: 

"Männer, die in reichen Ländern leben, produzieren im Schnitt offenbar mehr von dem Sexualhormon Testosteron als Geschlechtsgenossen, die in weniger wohlhabenden Regionen der Welt zu Hause sind. Das konnten Wissenschaftler bislang in mehreren Untersuchungen beobachten. Der Grund für diesen Unterschied gibt Forschern allerdings nach wie vor Rätsel auf. Sind ethnische Unterschiede die Ursache? Spielen die Gene eine Rolle? Oder geben vielmehr Umweltfaktoren den Ausschlag?Ein Team um Kesson Magid von der University of Durham hat nun Hinweise darauf gefunden, dass vor allem die Lebensumstände in der Kindheit von Bedeutung sein könnten." 

Im Text ist der Link zur Studie in Nature. Wer mag, kann die Studie in aller Ausführlichkeit nachlesen. Allen anderen sei versichert: Geschlecht ist biosozial.

 

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