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Volk und Wirtschaft

Thomas Wahl
Dr. Phil, Dipl. Ing.
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piqer: Thomas Wahl
Montag, 05.10.2020

Wissensgesellschaft als neue Leistungsgesellschaft?

Was heißt Leistung und auf welchen Leistungen beruht unsere Zukunft? Leistung geben, Leistung erhalten, wer gibt welche Leistungen in welcher Qualität, wer erhält was - existentielle Fragen. Weil wir gerade beim Jubiläum der deutschen Einheit sind - in der DDR wurde auch diskutiert - sind wir eine Leistungsgesellschaft wie der Westen? Nein, wurde behauptet, wir haben eine "Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik". Was natürlich auch nichts anderes bedeutet als "wir können uns letztendlich nur leisten, was wir leisten".

Die Welt verändert sich radikal, die Digitalisierung macht körperliche Arbeit zusehends unwichtiger, befreit uns von der Plackerei, mit der sich die Generationen vor uns am Leben erhalten mussten. Wir, die wir unverbrüchlich an Superkraft als Grundlage der Macht glauben, denken, dass sich die Sache für uns damit erledigt hat. Damit erledigen wir uns aber selbst. Worum es geht, ist, nicht der Anstrengung auszuweichen, sondern sie zu suchen. Für unsere Selbstachtung müssen wir uns anstrengen.

Der traditionelle Begriff der Leistungsgesellschaft jedenfalls wurde sofort auch kritisiert. Dabei waren die Ergebnisse der Aufbaujahre das Resultat einer Herkulesarbeit. Und diese Ergebnisse konkreter gesellschaftlicher Leistungen konnte man überall sehen, anfassen, nutzen: 

Autos, Häuser, Waren und reichlich Lebensmittel, alles Wohlstand, von dem man eine halbe Generation vorher nicht mal zu träumen wagte. Der Fortschritt als Ergebnis erbrachter Leistungen war real. Leistung lohnte sich.

Auch in der DDR verbesserte sich damals der Lebensstandard, die Maloche hatte sich gelohnt, nur eben weniger als im Westen. Man kann sagen, für die Industriegesellschaft war der Leistungsbegriff relativ klar, wenig hinterfragt. 

Leistung war eine messbare Größe, eine Quantität. Aber wie ist es heute, in der sich entwickelnden "Wissensgesellschaft", in der z.B. die Hälfte eines Jahrganges studiert? In diesem Zusammenhang zitiert der Autor des Artikels Nils Heisterhagen (32), Politikwissenschaftler und Publizist, ehemals Grundsatzreferent der rheinland-pfälzischen Sozialdemokraten:
Die Leistungsidee, die verbunden ist mit Teilhabe und sozialem Aufstieg, werde von allen politischen Gruppierungen vernachlässigt, so sein Vorwurf. Aber dass die SPD das tue, schmerze ihn besonders. Denn Leistung war mal deren Markenkern. Anstrengung und Mühe sind aus der öffentlichen Debatte verbannt. Ein fataler Irrtum, findet Heisterhagen: „Auch Wissensarbeiter fallen nicht einfach vom Himmel, man muss sich das schon erarbeiten. ......"

Wir können also Leistung nicht mehr so quantitativ denken wie früher, es ist zukünftig keine schlichte, klar messbare Angelegenheit mehr. 

Nicht mehr der simple Tausch von Arbeitszeit gegen Lohn, der Wert der Ware Arbeitskraft wird unscharf, offen. Sie ist bzw. wird das Gefühl, selbst etwas verändern, ein Ziel erreichen zu können. Leistung heißt demnach zukünftig noch häufiger

mit Ausdauer, manchmal auch mit Leidenschaft, ein Problem zu lösen, sich einer Frage zu widmen, hinzugeben, wie man es früher nannte. Selbstbestimmung ist Selbstverpflichtung – und damit schon an sich kein Zustand der Faulheit. Man kann sein Leben nicht konsumieren. Herauszufinden, was man will und wie man es kriegt, ist harte Arbeit. Und niemand ist da, dem man die Schuld geben kann.
Der Ökonom Jan Schnellenbach fordert daher eine neue Leistungsgesellschaft, gebaut auf Selbstverpflichtung und Selbstverantwortung. Was wir Künstlern, Kreativen, Wissenschaftlern, Sportlern zuerkennen, gilt dann für alle Wissensarbeiter und wohl auch für den Handwerker?
Wo und wie geht das? Das ist die Frage nach der neuen Leistung, die, die Mühe macht, aber Mühe, die man liebt, Anstrengung, die sich lohnt – für einen selbst.

Eine interessante Sicht, einfacher gesagt als getan. Klar ist, unser Wohlstand muss wie immer erarbeitet werden. Man sehe in die Welt, es gibt keine Garantie auf Wohlstand. Und es gilt:

Kritik an Verhältnissen, die man schlecht findet, enthält immer die Selbstverpflichtung, es besser zu machen, und zwar nicht moralisch, sondern faktisch. Nörgeln reicht nicht.

Wissensgesellschaft als neue Leistungsgesellschaft?

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Kommentare 20
  1. Uwe Protsch
    Uwe Protsch · vor 17 Tagen

    1.) Nicht "Leistung" war mal der Markenkern der SPD, sondern "soziale Gerechtigkeit". Aber daran können sich weder die Partei noch gar Nils Heisterhagen erinnern ...
    2.) Die Aussage: „viele Studenten halten ihre Professoren für Dienstleister, die sie so mühelos wie möglich durchs Studium bringen sollen“ steht im Widerspruch zum Physik- bzw. Meteorologie-Studium meiner Töchter, wo es bei Klausuren Durchfallquoten von bis zu 75% gibt. Aber die Klagen über die Jugend findet man ja wohl schon auf babylonischen Tontäfelchen...

    1. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor 17 Tagen

      Wie soll denn soziale Gerechtigkeit ohne Leistungsgerechtigkeit funktionieren? Oder wie es die Grundwerte-Kommission der SPD sagt: "Leistung muss anerkannt und respektiert werden. Gerecht ist eine der Leistung angemessene Verteilung von Einkommen und Vermögen. Eigentum verpflichtet: Wer überdurchschnittlich verdient, mehr Vermögen besitzt als andere, muss auch mehr zum Wohl der Gesellschaft beitragen." https://grundwertekomm...
      Und das Beispiel zweier Töchter widerlegt natürlich nicht die Aussage der Behauptung oben. Selbst die Durchfallquoten (die bei MINT-Fächer extrem hoch sind) sprechen nicht gegen die genannten Vorstellungen von vielen Studenten ....

    2. Uwe Protsch
      Uwe Protsch · vor 17 Tagen · bearbeitet vor 17 Tagen

      @Thomas Wahl 1.) Zu sozialer Gerechtigkeit gehören auch und vor allem gleiche Chancen bei der Bildung; und davon sind wir in Deutschland noch sehr weit entfernt, wie mehrere Untersuchungen und Vergleiche mit anderen Ländern bewiesen haben. Kinder aus der Unterschicht oder aus Migrantenfamilien haben es schwerer, Zugang zu den Bildungsressourcen zu bekommen; und bevor das nicht geändert wird, brauchen wir über "Leistungsgerechtigkeit" gar nicht zu reden.

      2.) Woher kennst Du bzw. der Autor des Artikels eigentlich die "Vorstellungen von vielen Studenten"? Könnt Ihr Euch auf irgendwelche Studien, Umfragen oder Untersuchungen stützen? Oder sind das nur die modernen Versionen der Beschwerden, die man auf babylonischen Tontäfelchen gefunden hat? Und was bitte ist so verwerflich an der Erwartung, dass die Profs den StudentInnen helfen, den Stoff zu verstehen? Natürlich sind sie "Dienstleister", was denn sonst? Oder sehnst Du Dich zurück in eine Zeit, als Profs einen gottähnlichen Status hatten? Waren in dieser Zeit die Studenten charakterlich gefestigter? Meine Oma hat erzählt, dass ihr Bruder das ganze Studium durchgesoffen hat, bis in den letzten Wochen der Repetitor ihm den Prüfungsstoff eingetrichtert hat.

    3. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor 16 Tagen

      @Uwe Protsch Wenn ich die Studien lese, dann vergleichen die eher die Ergebnisse und nicht die Chancen. Natürlich fängt bei Intellektuellen das eigentliche Leben erst mit Studium an. Wer nicht studiert hat weniger Chancen und muß dann ein Handwerk erlernen - igitt. Inzwischen besuchen schon 50% jeden Jahrganges in D eine Hochschule. Sicher haben Kinder der Unterschicht oder bildungsferner Migranten es schwieriger mit der Bildung. Das ist auch kaum zu verhindern. Aber die Chancen sind da - mit Anstrengung. Auch deswegen kommen viele junge Leute hierher.

      Ich denke fast jeder, der mit Studenten zu tun hat wird den Eindruck von vielen Einstellungsproblemen bestätigen. Jedenfalls tun das die, die ich kenne. Auch ich habe diese Erfahrung. Und eine Studie, die so was erfragt, wäre ja politisch völlig unkorrekt. Auch das viele Abiturienten völlig falsche Vorstellungen haben, was Studium bedeutet ist eigentlich klar. Wir können aber mal suchen, was es so an Analysen und Berichten gibt.

  2. Gabriele Feile
    Gabriele Feile · vor 21 Tagen · bearbeitet vor 21 Tagen

    Ich mag Lotters "Ausbrüche" in der Regel sehr. Dieser hier ist mir zu oberflächlich. Die Definition von Leistung ist bei vielen Menschen unterschiedlich, was man schon an den Kommentaren hier erkennt.

    Lotter schreibt: "Die neue Leistung besteht aus ernsthaftem Bemühen." Bemühen scheint mir hier nicht das passende Wort zu sein (er hat sich stets bemüht, aber nichts zu Stande gebracht). "Ernsthaftes Engagieren" oder "Ernshafte Hingabe" finde ich stimmiger.

    Diese Aussage hingegen „Die Schwierigkeit liegt nicht so sehr in den neuen Gedanken als in der Befreiung von den alten.“ vom Ökonom John Maynard Keynes, finde ich, trotz des Urhebers, passend und regelmäßig bestätigt.

    1. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor 21 Tagen · bearbeitet vor 21 Tagen

      Ja, es geht ja wohl auch um eine gesellschaftliche Einigung, wie man Leistung "bewertet", welche Leistungen benötigt werden etc.. Das mit dem ernsthaften Bemühen ist mir auch zu wenig. Im Grund muß da eben entsprechendes KnowHow dahinter stehen. Erfolge sollten sich auch einstellen. Also nur neue Gedanken reichen nicht.

  3. Felix TheC
    Felix TheC · vor 22 Tagen

    Sehr guter Piq. Bitte mehr davon! Finde das Thema, wie im Text auch angesprochen, parteipolitisch sehr spannend.

  4. Andreas P.
    Andreas P. · vor 22 Tagen

    Guter piq, der einen ins Denken bringt. Ich glaube nicht dass sich das Maß zur Beurteilung von Leistung geändert hat. Das ist und bleibt der Marktpreis, und der bildet sich ganz automatisch und ist immer vom Ergebnis (Nutzen) des Erwerbers abhängig und nie vom Bemühen. Die Bewertungsfrage kann man sich eigentlich nur außerhalb der Marktwirtschaft stellen, bei Geltung marktwirtschaftlicher Regeln wäre die Frage unsinnig. Das die Frage so grundsätzlich gestellt wird, zeigt nur wie weit weg wir von einer freien Marktwirtschaft schon sind.

    Ich finde das der Begriff Wissensgesellschaft den Punkt nicht trifft. Die Verschiebung findet zwischen körperlicher Arbeit (und isoliertem Wissen) einerseits und kognitiven Fähigkeiten andererseits statt. Letztere werden im Verhältnis immer teurer. Reine Wissensträger ohne kognitive Fähigkeiten können von Datenbanken und Computern ersetzt werden, wie Arbeiter durch Maschinen. Das Dilemma der Linken mit einer solchen Erkenntnis ist, dass sich kognitive Fähigkeiten da sind oder nicht, sie lassen sich nicht durch Ausbildung und Training aus dem Nichts schaffen. Zudem sind sie auch noch (statistisch) vererblich, ohne dass man sie wegbesteuern kann, von der kognitiven Elite an ihre Kinder.

    1. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor 21 Tagen

      Auch der "Marktpreis" ist ja das Ergebnis von Bewertungen, die m.E. nicht "automatisch" Ablaufen. Es sind Ergebnisse von Aushandelungsprozessen. Im Grund gibt es keine "freie Märkte". Märkte sind Orte, auf denen Menschen handeln. Und sie sind immer geregelt/reguliert. Man könnte auch sagen Staaten existieren um Märkte zu betreiben, ihre Funktion zu sichern, Vertrauen dort herzustellen. Die Frage ist also nicht, ist der Markt frei oder nicht frei sondern wie frei, frei wovon, wofür. Und da diskutieren Gesellschaften/Bürger schon wie und nach welchen Kriterien welche Leistungen zu bepreisen sind. So entstehen Preise nach Beachtung der Kosten und der finanziellen Leistungsfähigkeit. Gleichzeitig sind ja nicht alle Dienste über Märkte vermittelt. Gesundheit, Polizei, Verteidigung, Bildung. Auch da aber spielen Kosten und „Preise" eine Rolle. Was auch heißt über die Entlohnung der Dienstleister zu entscheiden.

      Ich denke, Datenbanken enthalten Daten und kein Wissen. Wissen ist m.E. an Menschen gebunden - an Bewußtsein, Wollen, Gefühle, Empfindungen und Sinn. Die reine Datenverarbeitung kann man sicher durch programmierte Algorithmen ersetzen. Das sehe ich auch so. Nur müßten wir darüber diskutieren, was wir nicht ersetzen können und wollen.

    2. Andreas P.
      Andreas P. · vor 21 Tagen

      @Thomas Wahl Wissen steht vielleicht irgendwo zwischen Erinnerung und reinen kognitiven Fähigkeiten. Ich glaube dass Computer sich besser erinnern als Menschen und auf dem Weg sind, einfache kognitiven Fähigkeiten zu entwickeln und das deswegen Menschen, die viele Daten auswendig gelernt haben weniger marktgängige Angebote machen können als solche die eine große kognitive Leistungsfähigkeit haben.

      Schön greifbar wird der Unterschied an der folgenden Geschichte:

      Max Planck reiste vortragend durch Deutschland. Irgendwann beklagt sein persönlicher Chauffeur, es sei langweilig, ständig die selbe Rede zu hören und schlägt vor den Vortrag in München zu halten. Planck stimmt zu. Der Chauffeur hält souverän einen langen Vortag über die Quantenphysik. Anschließend fragt ein Professor aus dem Publikum: „Wenn Photonen keine Masse besitzen, jedoch einen Impuls, sagt dies nicht gleichzeitig aus dass Masse nicht ein Maß für den Widerstand einer Kraft sein kann?“ Der Chauffeur: „Diese Frage ist so einfach, die kann mein Chauffeur beantworten!“

      Die Wissensgesellschaft mit 50% Abiturjahrgängen schafft zum großen Teil mehr Chauffeur-wissen und keine Max Plank Fähigkeiten.

    3. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor 21 Tagen · bearbeitet vor 21 Tagen

      @Andreas P. Ich sehe das Problem auch. Große Teile von Kopfarbeiten können durch Algorithmen und Mustererkennung ersetzt werden. Selbst einfachere Entscheidungen wird man übertragen. Aber sicher nicht die Letztentscheidungen, das Finden von Entwicklungswegen/Strategien und auch Forschung und Entwicklung bleiben wohl Menschen vorbehalten. Kunst, Kunsthandwerk, Gastronomie, Bildung, Gesundheit und Pflege wird sicher weitgehend die Domäne von Menschen bleiben. Wie ist es mit der Rechtsprechung und der Polizei?m Wie weitgehend, wie konkret das sein wird, das ist schwer vorherzusagen. Wir werden sicher auch mehr Zeit haben. Wie immer es kommt, Panik wäre unangebracht. Es sei denn, wir vermasseln es und fallen zurück in die Handarbeit 🤔

    4. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor 21 Tagen

      Was mich eher verwundert, das der Leistungsgedanke so in den Hintergrund getreten ist. Wir sind eine Leistungsgesellschaft .....

    5. Andreas P.
      Andreas P. · vor 21 Tagen

      @Thomas Wahl Meine Hoffnung ist: Es gibt die Leistungsgesellschaft noch, man redet nur wenig darüber. Die tragische Folge ist: Wir bereiten die Kinder nicht mehr darauf vor. Schön nachzulesen bei Jonathan Haidt, coddling with the American mind. Irgendwann knallen die jungen Menschen auf die Realität und verzweifeln daran, weil die Gesellschaft sie fragil in die Selbständigkeit entlässt, statt sie vorzubereiten. Es folgt ein Anstieg der Selbstmordrate und der psychischen Krankheiten.

    6. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor 21 Tagen

      @Andreas P. Sehe ich nicht und nirgends dieses Szenario...und ich sehe beileibe gewaltige Probleme auf uns zurollen in Sachen „junge Menschen“. Wer zweifelt die Leistungsgesellschaft an? Weil Teile der Menschheit anfangen zu begreifen, dass der Fokus auf quantitatives Wachstum seine Grenzen hat? Sorry, das klingt für mich total abwegig.

    7. Andreas P.
      Andreas P. · vor 21 Tagen

      @Marcus von Jordan "Wer zweifelt die Leistungsgesellschaft an?
      Zum Beispiel Du gerade eben:
      "Weil Teile der Menschheit anfangen zu begreifen, dass der Fokus auf quantitatives Wachstum seine Grenzen hat?"
      Das Szenario ist empirisch belegt und nachzulesen in Haidt/Lukianoff: The Coddling of the American Mind: How Good Intentions and Bad Ideas Are Setting Up a Generation for Failure.

      Die Gesellschaft unterstützt die jungen Menschen in ihrem Irrglauben, das sich aktivistisch einzusetzen einen Unterschied für ihr Leben oder die Gesellschaft macht. Das ist schlicht falsch. Die Menschheit vorwärts gebracht haben nicht die alternativen Nobelpreisträger, sondern die echten Nobelpreisträger. Letztere mit Höchstleistung bis zu ihrem ausgezeichneten Durchbruch.

      Spätestens, wenn der junge Mensch Geld verdienen muss, merkt er, dass er für gut gemeint nicht bezahlt wird, sonder für gut gemacht. Das trifft den jungen Aktivisten dann völlig unvorbereitet und hart mitten ins Gesicht.

      Mach das mal konkret: "Fokus auf quantitatives Wachstum seine Grenzen hat". Wenn jemand seinen Lebensunterhalt selbst verdienen will oder ein Unternehmen hat und keinen Beitrag zu "quantitativem Wachstum" leistet, wird er nicht ausreichend Geld zum Leben erhalten bzw. geht insolvent.

    8. Gabriele Feile
      Gabriele Feile · vor 21 Tagen

      @Andreas P. Aus dem Artikel:

      "Nämlich, wenn man Leistung so metrisch und kalkulierend denkt, wie es uns die Industriekapitalisten beigebracht haben. Dann hält man Leistung für eine schlichte Angelegenheit.

      Aber Leistung ist mehr als der Tausch von Lebens- und Arbeitszeit gegen Geld, sie ist mehr als reiner Materialismus. Sie ist das Gefühl, selbst etwas verändern, ein Ziel erreichen zu können. Leistung heißt, mit Ausdauer, manchmal auch mit Leidenschaft, ein Problem zu lösen, sich einer Frage zu widmen, hinzugeben, wie man es früher nannte."

    9. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor 21 Tagen

      @Gabriele Feile Danke Gabriele.

    10. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor 21 Tagen · bearbeitet vor 21 Tagen

      @Gabriele Feile Das ist zwar richtig, widerspricht aber nicht Andreas. Wir leben nicht mehr von der Industrie allein. Da werden wir mit Lohnstückkosten etc. nicht mehr weiterkommen. Der Anteil der Dienstleistungen, der weichen, nicht materiellen Gütern steigt. Das aber heißt nicht, wir brauchen keine Anstrengung mehr oder quantitativ kein BIP-Wachstum. Was wir weniger brauchen ist materielles Wachstum, bzw. konkreter, wir dürfen nicht mehr soviel materielle, natürliche Ressourcen verbrauchen um den Wohlstand (wo auch immer in der Welt) zu steigern. Das aber wird sehr schwierig und erfordert eben die Lösung komplexer Probleme, Wissen und Engagement.

    11. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor 21 Tagen

      @Andreas P. Leistung bedeutet bei dir ausschließlich "mehr"- niemals "besser"....das sind ggf. schon die "famous last words"...

    12. Andreas P.
      Andreas P. · vor 21 Tagen

      @Marcus von Jordan Im Begriff der Leistung zu wühlen bringt keine qualitative oder quantitative Aussage. Um Leistung zu bewerten muss sie Nutzen stiften, gleich ob mehr oder besser. Wie misst man den Nutzen? Durch die Gegenleistung. Den Wert einer Leistung kann man der Leistung selbst prinzipiell nicht ansehen, er ergibt kann sich nur aus der Gegenleistung ergeben, die man in Geld bewerten sollte, um sie messbar zu machen.

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