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Volk und Wirtschaft

Rico Grimm
Der piqer hat bisher keine Tätigkeit eingetragen.

Rico Grimm schreibt über wirtschaftliche und politische Zusammenhänge für Medien wie Krautreporter, Capital, Business Punk und Zeit Online. Wenn er dafür den Schreibtisch verlässt, nimmt er immer die Kamera mit. Seine Lieblingsfrage ist: Warum?

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piqer: Rico Grimm
Montag, 25.04.2016

Wie Linke mit ihrer Selbstgefälligkeit die Arbeiter verloren haben

Man könnte sagen, dass ein Text über den amerikanischen Liberalismus nichts in diesem Kanal voller Wirtschaftssachen zu suchen hat. Man könnte schon damit anfangen, dass "liberals" in Amerika kein Gegenstück hierzulande haben. Man könnte sagen, dass die USA gerade im Wahljahr und damit hektischer, lauter, h-y-p-e-r-ventilierender sind als sonst. Man könnte sagen, dass man diesen Text also getrost ignorieren kann.

Könnte man alles sagen. Aber dann würde man die Augen verschließen vor einer der zentralen gesellschaftlichen Verschiebungen unserer Zeit: Die Menschen, ob reich, ob arm, ob gebildet oder nicht, wollen sich immer seltener in eine Rechts-Links-Skala einordnen lassen. Die Piraten sagten ja schon: Wir sind nicht rechts, wir sind nicht links. Die AfD sagt es überraschenderweise auch. 

Darüber wurde schon viel geschrieben. Bisher war es aber sehr schwierig auszumachen, was diesem Schema folgen könnte. Ich glaube, dass sich das in den vergangenen Monaten durch den sichtbaren Aufstieg des Rechtspopulismus geändert hat. Die neuen konservativen Milieus sind nicht bürgerlich - sie sind eher arm, eher ungebildet. Nicht umsonst verlieren Linke und SPD so viele Wähler an die AfD. 

Diese Veränderung ist fundamental: Weil die fortschrittliche Linke, die traditionell immer auf der Seite der Ärmeren und Ungebildeten stand, sich von diesen abwendet und in ihnen keine natürlichen Partner für gesellschaftliche Veränderung mehr sieht. Die Linken sind arrogant geworden. Sie halten sich für klüger und besser - nur weil sie länger zur Schule gegangen sind und in den städtischen Zentren leben.

Die Ursache für all das? Das Verschwinden der traditionellen Arbeiterjobs. Und wer glaubt, dass das nur in der Dienstleistungsgesellschaft USA ein Problem ist, der schaue nach Mannheim-Nord, ein für 100 Jahre tiefrotes Viertel. Gerade hat ein AfD-Mann dort ein Direktmandat gewonnen.

Wie Linke mit ihrer Selbstgefälligkeit die Arbeiter verloren haben
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