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Volk und Wirtschaft

Thomas Wahl
Dr. Phil, Dipl. Ing.
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piqer: Thomas Wahl
Mittwoch, 08.08.2018

Wer bestimmt die Welt - Konzerne, Staaten oder Staatskonzerne?

Zeigt die gegenwärtige globale Auseinandersetzung zwischen USA, China und Russland das „Come Back“ der Macht der Staaten an? Staaten, die ihrerseits Konzerne bestrafen, sich gegenseitig mit Wirtschaftskriegen überziehen und auch Staatskonzerne für ihre Interessen einspannen?

Um der Antwort auf die Spur zu kommen, vergleichen die Autoren zunächst die Staatshaushalte mit den Umsätzen großer Konzerne.

Die Staaten besetzen die Spitzenplätze. Die USA liegen auf Platz 1, gefolgt von China und Japan ... Aber zahlreiche Konzerne befinden sich gleichauf mit einigen der größten Volkswirtschaften. Beispielsweise übertreffen die Einnahmen von Walmart die von Spanien oder Australien – 71 der ersten 100 Plätze werden von Konzernen besetzt.

Dass Konzerne inzwischen an die wirtschaftliche Macht kleinerer Staaten heranreichen ist zunächst nicht überraschend. Interessant scheint mir die beschriebene Transformation staatlicher Macht. So können Staaten, die sich als „Steueroasen“ etablieren und so auf Kosten anderer „On Shore“ Staaten Vorteile generieren.

Eine weitere Variante ist es, große Staatskonzerne für die globale Machtpolitik einzusetzen.

Staaten besitzen schon beinahe ein Viertel der Firmen auf der Fortune Global 500 Liste. Was natürlich ihren strategischen Einfluss enorm verstärkt. Kann man schon von der Transformation des liberalen globalen Wirtschaftssystems hin zu einem neuen „Staatskapitalismus“ sprechen?

Ein interessantes Diagramm „zeigt die Gesamtzahl von transnationalen Staatskonzernen (transnational state-owned enterprises, TSOE), die sich im Besitz eines Staates befinden.“ Dabei nimmt China eine Spitzenposition ein: Es kontrolliert über 1.000 TSOEs.

Globalisierung hat die Spielregeln verändert: Sie hat die Konzerne gestärkt, aber auch der Staatsmacht durch neue transnationale Beziehungen zwischen Staaten und Unternehmen ein Comeback verschafft. Die internationalen Beziehungen sind zu einem gigantischen dreidimensionalen Schachspiel geworden ...

Wer bestimmt die Welt - Konzerne, Staaten oder Staatskonzerne?
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Kommentare 4
  1. Georg Wallwitz
    Georg Wallwitz · Erstellt vor 10 Monaten ·

    Die Frage nach der Souveränität ist berechtigt. Der EU etwa lässt sich mit guten Gründen vorwerfen, dort schränkten Technokraten die Souveränität der Mitgliedsländer ein auf Grund rein wirtschaftlichen Überlegungen.
    Aber wie der Frage hier nachgegangen wird, ist ziemlich schwach.
    Erstens ist es Humbug, Den Umsatz von Unternehmen und Staaten mit einander zu vergleichen. Das hat einfach nichts mit einander zu tun. Da könnte man genauso gut die Anzahl der Angestellten gegen die Bevölkerungszahl halten. Oder die Größe des Werkschutzes gegen die der Armee. Beispiel Walmart: Das Unternehmen kämpft um sein Überleben, wird derzeit von Amazon an die Wand gespielt. Es hat sich aus mehreren Ländern wegen Erfolglosigkeit zurückgezogen. Walmart ist laut diesem Text „mächtiger“ als Spanien oder Australien? Nein, Walmart wird längst verschwunden sein, wenn es Spanien und Australien immer noch gibt. Das Problem hier ist, dass der Begriff der „Macht“ nicht definiert wird, sondern einfach mal so ins Publikum geschmissen wird.
    Zweitens handelt es sich bei dem angeführten Trend zum Staatskapitalismus um ein Phänomen, das sich ausschließlich in ehemals staatsmonoplisitischen Ländern abspielt - d.h. zum ganz überwiegenden Teil in China. In der westlichen Welt ist laut der von den Autoren zitierten Studie der Einfluss der staatlich kontrollierten Unternehmen im Betrachtungszeitraum sogar zurückgegangen. Aus dem Umstand, dass in Ländern, wo der Staat ohnehin in der Wirtschaft immer das Sagen hatte, nun relativ große Unternehmen entstanden sind, bei denen der Staat das Sagen hat, einen globalen Trend zum Staatskapitalismus zu machen, halte ich für gewagt. Es sagt eher etwas darüber aus, dass die Bedeutung der Wirtschaft der westlichen Welt (und insbesondere in Euopa) abgenommen hat.
    Ein insgesamt wenig fundierter Text.

    1. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · Erstellt vor 10 Monaten ·

      Nun, das dieser Artikel kein Highlight volkswirtschaftlicher Theorie ist, das stimmt. Aber warum man die Umsätze von Unternehmen nicht mit den Staatshaushalten vergleichen sollte, dass erschließt sich mir nicht? Es geht ja nicht um Gleichsetzung sondern um die Verdeutlichung von Einfluß und „Macht“ (die in der Tat nicht definiert wird). Das Walmart schwächelt ist auch richtig. Das gilt allerdings für Spanien genau so. Wenn die Katalanen ihre Abspaltung durchgezogen hätten, was wäre dann Spanien? Und ein Blick in die Geschichte der Staaten der letzten 50 - 100 Jahre zeigt, wieviele Staaten verschwunden bzw. auch neu entstanden sind. Das Zarenreich, die Osmanen, das Habsburger Reich, Sowjetunion, Jugoslawien, die DDR, wo sind sie hin? IBM oder Siemens gibt es immer noch. Mag sein, das von den vielen Millionen Unternehmen nur wenige länger als 100 Jahre überleben. Aber von den wenigen Staaten sterben vergleichsweise auch sehr viele und manche überleben als Schatten ihrer selbst oder steigen aus der Asche ...
      Das sich vor allem in den ehemaligen Staaten mit Planwirtschaft das Phänomen verstärkt hat, die eigenen Konzerne globalpolitisch zu nutzen, finde ich ja nun gar nicht beruhigend. Wenn ich sehe, was China in Afrika veranstaltet, was haben wir dem entgegenzusetzen? Und wie werden wir reagieren? Mit mehr staatlichen Anteilen an deutschen Unternehmen und dem Einsatz dieser Unternehmen als Machtfaktor? Wie war das jetzt mit 50Hertz in Deutschland? Die Geschichte beginnt doch gerade ....

    2. Uwe Protsch
      Uwe Protsch · Erstellt vor 5 Monaten ·

      @Thomas Wahl "IBM oder Siemens gibt es immer noch." Aber IBM sieht schon seit langer Zeit nicht gut aus; und Siemens zerfällt in Einzelteile (so wie Jugoslawien?). Chinesische Unternehmen (sofern man diese halbstaatlichen oder staatlich geförderten Konglomerate überhaupt als Unternehmen bezeichnen kann) hingegen werden immer größer und dynamischer. "was haben wir dem entgegenzusetzen", wenn wir es noch nicht mal auf die Reihe kriegen, Europa mit einer Stimme sprechen zu lassen?

    3. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · Erstellt vor 5 Monaten ·

      @Uwe Protsch Wenn wir oder unsere Kinder es nicht schaffen, unsere demografischen, wirtschaftlichen und politischen Probleme zu lösen, dann werden wir wieder zur bedeutungslosen Peripherie der Weltgeschichte .... Wir werden arm, erobert oder zerstört oder alles zusammen.