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Volk und Wirtschaft

Rico Grimm
Der piqer hat bisher keine Tätigkeit eingetragen.

Rico Grimm schreibt über wirtschaftliche und politische Zusammenhänge für Medien wie Krautreporter, Capital, Business Punk und Zeit Online. Wenn er dafür den Schreibtisch verlässt, nimmt er immer die Kamera mit. Seine Lieblingsfrage ist: Warum?

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piqer: Rico Grimm
Mittwoch, 06.07.2016

Vergesst mal kurz TTIP — dieses Handelsvorhaben ist viel wichtiger

In Europa reden alle über TTIP, das transatlantische Freihandelsabkommen. Das ist verständlich, ist uns dieses Abkommen doch näher. Aber je unwahrscheinlicher dessen Verabschiedung wird, desto wichtiger wird die „One Belt, One Road"-Initiative von China, die es selbst die „moderne Seidenstraße" nennt. Denn dieser Handelsweg würde ein Grundgesetz des Welthandels aushebeln: Es gibt zwei de facto getrennte Sphären, die atlantische und die pazifische, und die wichtigste Handelsmacht in beiden sind die USA. China hat bis zu 900 Milliarden Dollar zurückgelegt, um Projekte in Zentralasien, Ostafrika, Südosteuropa zu finanzieren. (Zum Vergleich: Der Marshall-Plan der USA war nach heutigen Maßstäben 130 Milliarden wert.) Wenn es dem Land gelingt, Europa mit Ostasien über Land dauerhaft zu verbinden, also die atlantische und pazifische Sphäre zusammenzuführen, wäre das die wichtigste Veränderung im Welthandel seit dem Ende des britischen Empires und dem Aufstieg der USA. In letzter Konsequenz würde das auch bedeuten, dass die EU in Handelsfragen enger mit China kooperieren müsste. 

Vergesst mal kurz TTIP — dieses Handelsvorhaben ist viel wichtiger
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Kommentare 6
  1. Frederik Fischer
    Frederik Fischer · vor mehr als einem Jahr

    Die Vorteile für alle Beteiligten liegen auf der Hand. Das Geld dafür ist schon lange da. Warum wartet China?

    1. Gurdi (Krauti)
      Gurdi (Krauti) · vor mehr als einem Jahr

      Naja es liegt teilweise nicht in Chinas Hand.
      Das Projekt hat auch technische Hürden zu bewältigen die nicht von heute auf morgen gelöst werden können. Da sind zum Beispiel die unteschiedlichen Schienennetze die es erfordern dass der Güterzug aus China bis er in Duisburg ankommt, 5 mal verladen werden muss bzw. an die unterschiedlichen Schienennetze angepasst werden, ehe es weitergeht. Ein angleichen der Schienensysteme z.B. ist eine Mammutaufgabe. Vergleichbar mit den Einheitscontainern in der Schifffahrt die vieles deutlich einfacher gemacht haben.

      Aber auch politische Unklarheit macht die Sache nicht einfacher, die USA versuchen das Projekt zu torpedieren und intervenieren entsprechend bei den betreffenden Regierungen, hinzu kommt dass es schwer ist die ganzen Akteure auch vernünftig unter einen Hut zu bekommen. Viele Länder entlang der Seidenstraße sind sich auch nicht unbedingt grün.

    2. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor mehr als einem Jahr

      @Gurdi (Krauti) Danke für die Hintergründe. Mir ist bewusst, dass es sich hier um ein Mammutprojekt von gewaltiger Komplexität handelt. Die Frage bezog sich mehr darauf, warum nicht schon längst mit diesem langwierigen Prozess begonnen wurde. Aber vielleicht ist schon viel passiert, was ich einfach nicht mitbekommen habe?

    3. Rico Grimm
      Rico Grimm · vor mehr als einem Jahr

      @Frederik Fischer Im Artikel heißt es, dass Chinas Staatschef Xi seit Amtsantritt vor vier Jahren erstmal die komplette Bürokratie des Landes auf die neue Strategie einschwören musste. Dann fehlten noch Bausteine wie die Asian Development Bank. Beides ist erledigt. Ich denke, wir werden bald mehr von der Seidenstraße hören.

    4. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor mehr als einem Jahr

      @Rico Grimm Danke!

  2. Gurdi (Krauti)
    Gurdi (Krauti) · vor mehr als einem Jahr

    Gut dass das Thema hier auch mal aufgegriffen wird. Die neue Seidenstraße ist tasächlich ein enorm wichtiges Projekt und wird von der ganzen Welt aufmerksam verfolgt, von seinen Gegner wie Befürwortern.

    Ein wirtschaftlicher Zusammenschluss des des Eurasischen Kontinents wäre wahrlich eine Revolution des Welthandels. Deutschland wäre einer der Hauptprofiteure des ganzen, da die Route schlussendlich im Herzen Europas mündet und ungehinderten Zugang via Land zu diversen Rohstoffen ermöglichen würde. Auch der Handel könnte auf Dauer schneller und billiger erfolgen. Den Amerikanern ist dass natürlich ein Dorn im Auge, da Sie ein solches Handelsnetz, insbesondere via Land, nicht kontrollieren oder beeinflussen könnten.

    Der Marshallplan müsste übrigens noch bereinigt werden, da die genannten 130 Milliarden so nicht korrekt sind. Die aufnehmenden Länder musste quasi Strukturfonds schaffen in die diese selbst einzahlen mussten, woraus sich die Amerikaner wiederum dann bedienen konnten. Diese Gelder wurden gerne auch via Stiftungen gewaschen und von den Geheimdiensten angezapft.