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Volk und Wirtschaft

Alexandra Endres
Journalistin und Volkswirtin
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piqer: Alexandra Endres
Mittwoch, 21.02.2018

Venezuelas Präsident schwärmt von seiner Kryptowährung. Wie blauäugig ist das?

Vor ein paar Tagen postete ich hier ein piqd zur Ankündigung Venezuelas, eine eigene Kryptowährung auf den Markt zu bringen. Am Dienstag war es so weit: Der Petro ging in den Verkauf. Präsident Nicolás Maduro lobte den Start mit den blumigsten Worten:

Staatschef Maduro stand im Präsidentenpalast Miraflores und erklärte überschwänglich – und wie erwartet – die neue Währung zum "rauschenden Erfolg". Sie sei Venezuelas Schritt "ins 21. Jahrhundert"; eine Währung "stark wie Superman" sei geschaffen worden. Eine Wirtschaftskennziffer wurde auch genannt: Gleich am ersten Tag habe der Petro dem Staat mehr als 735 Millionen Dollar eingebracht.

Kollege Thomas Fischermann ordnet den Überschwang auf ZEIT ONLINE schön ein. Niemand weiß nämlich, was hinter der Euphorie steckt: Was von den 735 Millionen Dollar zu halten sei, ist unklar, ebenso wie die Frage, welche Investoren um alles in der Welt sich für die digitale Währung eines bankrotten Staates interessieren sollen. Die Venezolanerinnen und Venezolaner können den Petro vorerst noch nicht erwerben – die stecken ihr Geld, so sie können, derzeit eh in Dollar oder Bitcoin.

Maduros Regierung hat angekündigt, dass die Venezolanerinnen und Venezolaner demnächst alle möglichen staatlichen Dienstleistungen in der neuen Währung bezahlen können: Gebühren bei den Ämtern zum Beispiel und sogar ihre Steuern. Vielleicht kriegen Angestellte im öffentlichen Dienst ihre Gehälter gleich in Petro ausbezahlt, das ist sogar recht wahrscheinlich, denn der Staat ist sehr pleite und die Staatsangestellten können sich kaum wehren. Falls das Petro-Projekt scheitert, währen ihre Löhne wertlos.

Maduro hofft, der Petro könne sein Land – und seine Regierung – vor dem offiziellen Bankrott retten. Das kann nur klappen, wenn die Investoren glauben, dass der jetzige Präsident auch der künftige bleiben wird, schreibt Fischermann: Die Kryptowährung ist eine Wette auf die Zukunft Maduros. Scheitert der Präsident, scheitert der Petro. Und womöglich umgekehrt.

Venezuelas Präsident schwärmt von seiner Kryptowährung. Wie blauäugig ist das?
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