Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kuratoren aus Journalismus, Wissenschaft und Politik empfehlen
und kommentieren die besten Inhalte im Netz.

Du befindest dich im Kanal:

Volk und Wirtschaft

Georg Wallwitz
Autor und Verwalter, selbständig
Zum piqer-Profil
piqer: Georg Wallwitz
Samstag, 25.06.2016

Russisches Roulette für Republiken

Kenneth Rogoff fragt sich, ob die ganz großen Entscheidungen wirklich in einem einmaligen, mit hauchdünner Mehrheit entschiedenem Referendum getroffen werden sollten. Mehrheiten im Volk können ein unberechenbares, manchmal auch unschönes Biest sein. Daher haben liberale Demokratien so etwas wie Minderheitenschutz oder hohe Hürden für Verfassungsänderungen installiert. Warum gab es für den Brexit keine "checks and balances"?

Rogoff schlägt ein Verfahren vor, wie man große Entscheidungen nicht zu einer Momentaufnahme verkommen lässt.

Russisches Roulette für Republiken
8,9
7 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde piqd Mitglied!

Kommentare 5
  1. Gurdi (Krauti)
    Gurdi (Krauti) · vor mehr als einem Jahr

    Entweder ist der Bürger der Souverän oder er ist es nicht. Wenn man so anfängt, begibt man sich auf bestem Wege zu autokratischen Strukturen.

    Demokratie muss auch unliebsame Entscheidungen hinnehmen können, auch die Elite muss dass.

    1. Georg Wallwitz
      Georg Wallwitz · vor mehr als einem Jahr

      Es geht darum einen Unterschied zu machen zwischen Stimmungen und unliebsamen Entscheidungen. Zwischen informiertem Handeln und Instinkt.
      Rogoff schlägt vor, bei weitreichenden Entscheidungen entsprechende Hürden einzubauen, damit die tatsächlich als wohlüberlegt gelten können.
      Das hat nichts mit Autokratie zu tun.
      Und Souveränität ist schon lange kein Begriff mehr wie im 19. Jahrhundert. Ein "ganz oder gar nicht" gibt es da schon lange nicht mehr. No man is an island.

    2. Gurdi (Krauti)
      Gurdi (Krauti) · vor mehr als einem Jahr

      @Georg Wallwitz Die Hürden für Referenden dieser Art sind doch schon fast unüberwindlich.

      In GB kann man ja auch nicht von einer Momentaufnahme sprechen. Dass Referendum wurde von der eigenen Regierung angesetzt und die Entscheidung vom Volk in einer Wahl getroffen. Zeit gab es mehr als genug um darüber zu debattieren. Wenn Politik Ihre Vorzüge nicht mehr erklären kann, dann sollte man auch nicht als Antwort darauf noch höhere Hürden aufbauen und noch weniger Mitbestimmung des Volkes.

      Das würde eher einen gegenteiligen Effekt erzielen und die Stimmung nur andernorts Kanalisieren.

    3. Simon Weiß
      Simon Weiß · vor mehr als einem Jahr

      @Gurdi (Krauti) Menschen sind dafür bekannt kurzsichtig zu denken und nur wenige Interessen in Ihre Entscheidungen einzubeziehen. Ich halte ein solches Referendum für nicht die richtige Form der Mitbestimmung.

    4. Gurdi (Krauti)
      Gurdi (Krauti) · vor mehr als einem Jahr

      @Simon Weiß Das mag ja sein, dass es von einigen als ungeeignetes Instrument empfunden wird.

      Mir fallen aber auch wenig Alternativen ein mehr Raum für mehr Mitbestimmung zu liefern als via Volksbefragungen.

      Die Parlamentarier die gewählt wurden, haben doch schon im Deutschen Bundestag kaum noch Spielraum und verkommen mehr und mehr zu reinen Abnickern um Ihre Parteikarrieren nicht zu gefährden.