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Volk und Wirtschaft

Thomas Wahl
Dr. Phil, Dipl. Ing.
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piqer: Thomas Wahl
Samstag, 07.07.2018

Offene Grenzen als „Jungbrunnen“ der Wirtschaftsentwicklung?

„Was wäre, wenn … alle Grenzen offen wären?“ fragt der Artikel und versucht Antworten am Beispiel von Fakten aus verschiedenen interessanten Studien zu geben. Die Auswahl der Beispiele suggeriert, dass offene Grenzen per se wohlstandssteigernd und positiv wirken. Was dabei „offen“ heißt, wird nicht definiert. Ist das visafreie Reisen schon eine offene Grenze, oder beginnt dies erst bei Wegfall aller Grenzkontrollen?

Wirtschaftsforscher ermittelten in vier unterschiedlichen Studien, dass sich das weltweite Bruttoinlandsprodukt um einen Wert zwischen 67 und 147 Prozent erhöhen würde. Der Grund: Eine Arbeitskraft, die von einem armen Land in ein wohlhabendes zieht, entfaltet – unter anderem durch einen effizienteren Arbeitsmarkt sowie bessere Arbeitsbedingungen und Hilfsmittel – eine erheblich höhere Produktivität.

Das setzt natürlich voraus, dass jeder Einwanderer einen Arbeitsplatz findet. In einem Land ohne ausgebauten Sozialstaat und ohne strenge Lohnkontrolle mag dies sein. Insofern lässt sich schlecht von der mexikanischen Grenze zur USA auf die Verhältnisse in der EU schließen. Zumal auch diese nie ganz „offen“ war.

Sicher wird die Zahl der wirklich Ausreisewilligen meist überschätzt. Ob man aber aus der Tatsache, dass in 14 Jahren visafreien Reisens zwischen Mikronesien und den USA nur 6% der Bevölkerung nach Amerika übersiedelten, den Schluss ziehen kann, dass dies auch für die Relationen EU - Afrika gilt? Hier würde dies bedeuten, dass immerhin fast 80 Mio. Afrikaner umsiedeln, die sich dann auf die wohlhabenderen Länder im Westen Europas verteilen.

Bekannt ist, dass wir Zuwanderung brauchen, das „begrenzte“ Zuwanderung Wachstum befördert:

„Der Arbeitsmarkt ist nichts Statisches, keine Fußballmannschaft mit nur elf Positionen“ .... Viele Zuwanderer schaffen sich ihre eigenen Stellen oder bringen durch Unternehmensgründungen sogar Jobs für andere hervor.

Insgesamt bringt der Artikel also sehr interessante Fakten bei leider „selektiver“ Interpretation.

Offene Grenzen als „Jungbrunnen“ der Wirtschaftsentwicklung?
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Kommentare 2
  1. Georg Wallwitz
    Georg Wallwitz · vor 4 Monaten

    Du hast die Schwachstellen richtig benannt. Der Artikel vergleicht Dinge mit einander, die nicht vergleichbar sind. Schade eigentlich ...

    1. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor 4 Monaten

      Wirklich schade, es werden meist nur die Extreme diskutiert - ganz zu oder ganz auf. Ideologische eben. Interessant wäre ja eigentlich eine Win-Win-Konstellation .......