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Volk und Wirtschaft

Thomas Wahl
Dr. Phil, Dipl. Ing.
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piqer: Thomas Wahl
Dienstag, 12.03.2019

Nullwachstum kann keine Lösung sein

Der Artikel ist schon 2017 in Makroskop erschienen. Rainer Land, der Autor, beschäftigt sich seit den 1980er Jahren mit der Theorie J.A. Schumpeters und darauf aufbauend mit einer evolutorischen Sozialökonomik der Moderne und der Möglichkeit von Ökokapitalismus. Unsere ökologischen Krisen werden, seiner nachvollziehbaren Meinung folgend, verursacht durch den 

die Umwelt zerstörende Ressourcenverbrauch: die CO2-Emissionen und die Emission anderer Klimagase, Schadstoffe und Abfälle und die Nutzung von Rohstoffen jenseits der Tragfähigkeitsgrenzen (beispielsweise Wasser und Abwasser, seltene Erden, Erdöl und andere Rohstoffe). Es geht also um die Stoffströme zwischen der menschlichen Produktion bzw. Konsumtion und der Natur, die Entnahmen und die Abprodukte.

Kann man das durch das Nullwachstum der Postwachstumsvertreter wirklich ändern oder wäre es nicht zielführender, die Stoffströme selbst zu reduzieren oder umweltverträglich zu gestalten? Der Autor meint, dass das quantitative Denken vieler Wirtschaftswirtschaftler, die Erklärung der Ökonomien durch die Zunahme oder Abnahme von numerischen Größen, in die Irre führt. Seine Strategie:

Wir brauchen Entwicklung. Wir brauchen sinkende Stoffströme und Ressourcenbelastungen, aber durch neue Produkte und Verfahren. Ich habe nichts gegen weniger Massenkonsum und bin für eine sinkende Arbeitszeit, wenn dies trotz des für den Umbau erforderlichen Investitionsschubs möglich ist.

Selbst wenn große Teile der wohlhabenderen Welt ihren materiellen Konsum drastisch reduzieren würden, bleibt noch die nachholende Entwicklung der Armen. Auch die ist umweltschonend nur über Innovationen sinnvoll zu gestalten und nicht durch den „Export“ konventioneller Schwerindustrien.

Unbedingt lesenswert ist auch der zweite Teil des Artikels als Antwort auf verschiedene Diskussionsbeiträge.

Nullwachstum kann keine Lösung sein
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18 Stimmen
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Kommentare 4
  1. Christoph Weigel
    Christoph Weigel · Erstellt vor 2 Monaten ·

    danke für's piqn! diese debatte wird uns wohl über die gesamte zeit des klimawandels begleiten. also die nächsten jahrhunderte.

  2. Gunnar Sohn
    Gunnar Sohn · Erstellt vor 2 Monaten ·

    Replik von Professor Reichel auf Facebook: Schon die Grundannahme, dass bei Postwachstum (übrigens einer Denkrichtung, die sich im deutschsprachigen Diskurs in wenigstens 5 verschiedene Strömungen aufteilen lässt) das Mittel der Wahl die aktive Reduktion von Wachstum bzw. Schrumpfung der Wirtschaft (gemessen am BIP) sei, ist falsch. Das ist so ein Strohmann-Argument, das häufig kommt.
    Was in allen Postwachstumsströmungen kritisiert wird, ist die völlige Fixierung auf quantitativen, mit dem BIP gemessenen Wohlstand und die Vorstellung, dass Wirtschaftswachstum (auch grünes) alle sozialen wie ökologischen Probleme beseitigen wird. Ebenso wird Wachstum häufig als Problemverstärker und strukturkonservierendes Element bei ökologischen Krisen wie sozialen Ungerechtigkeiten gesehen.
    Ich habe große Sympathien für die Abkehr von quantitativen Betrachtungen, der Tyrannei der Zahlen in der Ökonomik wie der Ökonomie. Hier alternative Bewertungsmethoden und Erfolgskriterien zu finden, für Unternehmen, aber auch für uns als Gesellschaft, ist entscheidend.
    Wobei wir dabei nicht so naiv sein dürfen und glauben, wenn wir einfach den Ökokapitalismus ausrufen wird alles besser. Kapitalismus basiert auf einer Akkumulationslogik, die zu Machtasymmetrien führt – im wirtschaftlichen wie im sozialen (und zu ökologischen Krisen). Die zentrale Aufgabe wäre dann, die Bedingungen für ein Wirtschaftssystem zu schaffen, das nicht auf Akkumulation, sondern auf dynamisches Gleichgewicht setzt.

    1. Gunnar Sohn
      Gunnar Sohn · Erstellt vor 2 Monaten ·

      Hier der Link zu Facebook: https://www.facebook.c...

    2. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · Erstellt vor 2 Monaten ·

      Kapitalismus basiert ja nicht auf reiner Akkumulationslogik (allein). Es kommt immer wieder zur Entwertung von akkumuliertem Kapital und Strukturen durch Innovation. Macht verschiebt sich. Auch die Machtrelationen zwischen Wirtschaft, Staat und Zivielgesellschaft ist dynamisch. Eine Gesellschaft mit dynamischen Gleichgewicht bedarf einer Steuerungsmacht, die ich nicht sehe. Und die wohlbauch Machtungleichgewichte hervorrufen würde. Was die Meinung betrifft, das Wachstum hätte das Notwendige getan, stimmt für die wenigen wohlhabenden „westlichen“ Länder. Ob da China im Ganzen dazugehört wage ich zu bezweifeln. Also trifft das Argument auf 1,5 oder 2 Mrd. Erdenbewohner zu, von 7, bald 10 Mrd.? Und selbst für die Wohlhabenden wird der ökologische Umbau riesige Ressourcen brauchen - finanzielle und materielle.
      Übrigens ist auch ein Wachstum von 1 - 2 % , gerade auf hohem Niveau, beileibe kein Postwachstum ....