Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Volk und Wirtschaft

Eric Bonse
Finanzkrise, Eurokrise, Deflations-Gefahr: Als EU-Korrespondent in Brüssel wird man notgedrungen zum Wirtschaftexperten.

Studium der Politikwissenschaft in Hamburg, danach als freier Journalist nach Paris, wo mich das "Handelsblatt" engagiert hat. Seit 2004 lebe und arbeite ich in Brüssel, seit 2010 wieder freiberuflich, u.a. für "taz" und "Cicero". Zudem betreibe ich den EU-Watchblog "Lost in EUrope".

Zum piqer-Profil
piqer: Eric Bonse
Donnerstag, 06.12.2018

Euro schlägt Dollar? So könnte es gehen.

Die EU-Kommission will den Euro international stärken, um sich vom Dollar (und dem unberechenbaren US-Präsidenten) unabhängiger zu machen. Vor allem im Energiesektor ließe sich die Dominanz des Dollars brechen, heißt es in Brüssel. Die EU-Behörde hat dazu sogar eine eigene Strategie vorgelegt.

Doch sehr viel ausrichten kann Brüssel nicht – denn am Ende entscheiden immer noch die Märkte, welcher Währung sie am meisten vertrauen. Außerdem ist die europäische Finanzpolitik kaum geeignet, den Euro als Weltreservewährung zu etablieren. Denn dafür fehlen sichere Anlagen, die "Safe Assets".

Zudem müsste die Europäische Zentralbank ihre Bereitschaft demonstrieren, nicht nur ihre eigenen Banken zu stabilisieren – sondern alle Investoren weltweit, die den Euro für ihre Geschäfte nutzen. Momentan erfülle die Eurozone keines dieser Kriterien, meinen die Ökonomen A. Tooze und Chr. Odendahl.

Unter anderem wegen des engen Fiskalregelwerks, das während der Winterkrise von 2011/12 eingeführt wurde, könnte die Schuldenquote der gesamten Eurozone in den nächsten fünf Jahren laut IWF-Prognosen von derzeit 85 % auf 71 % sinken. Der Bestand an deutschen Bundesanleihen, dem sicheren Euro-Asset Nr. 1, würde demnach auf 42 % des deutschen Bruttoinlandsprodukts schrumpfen.

Um das zu ändern, müsste die EU entweder ihre Fiskalpolitik lockern oder selbst Anleihen begeben, die umstrittenen Eurobonds. Denkbar wäre auch die Einführung von "synthetischen" Eurobonds ohne Risikoteilung. Doch ein entsprechender Vorschlag aus Brüssel trifft auf erbitterten Widerstand in Berlin.

So lange das so bleibt, dürfte der Euro zwar "stabil" und "hart" bleiben, aber den Dollar vom Sockel stürzen wird er wohl nicht...

Euro schlägt Dollar? So könnte es gehen.
8,8
6 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!

Kommentare 1
  1. Frederik Fischer
    Frederik Fischer · vor 5 Tagen

    Christian Odendahl ist übrigens selbst piqer hier.
    www.piqd.de/users/chr...