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Volk und Wirtschaft

Die Tranformationsboykotteure

Jürgen Klute
Theologe, Publizist und Politiker
Zum piqer-Profil
Jürgen KluteMittwoch, 24.08.2022

Dass es nur eine überschaubare Gruppe von Unternehmen ist, die die globalen Gas-. Öl- und Kohlevorräte kontrolliert, ausbeutet und extrem viel Geld damit scheffelt, ist bekannt. Weniger bekannt ist, um welche Unternehmen es sich konkret handelt, wie dieser Wirtschaftssektor strukturiert ist und wie die dominierenden Unternehmen global agieren, um ihre Geldquellen auch in Zeiten der Energie- und Verkehrswende zu verteidigen.

Spiegel-Kolumnist Christian Stöcker hat mit seiner neuesten Kolumne ein bisschen Licht in diese dunklen Kanäle gebracht.

Zehn Banken, Finanzdienstleister und Staaten besitzen einer brandneuen, in einer wissenschaftlichen Publikation erschienenen Studie zufolge, gemeinsam die Rechte an fast fünfzig Prozent aller fossilen Brennstoffvorräte in privatwirtschaftlicher Hand.

schreibt Stöcker. Die wichtigsten Ergebnisse der von ihm erwähnten Studie skizziert Stöcker in seiner Kolumne. Er zieht den sehr einleuchtenden Schluss aus der Studie, dass die Investoren in fossile Energieproduktion, die bisher eine Dekarbonisierung der Wirtschaft massiv und erfolgreich blockieren, für die desaströsen Folgen ihrer Investitionen zur Rechenschaft gezogen werden müssen und dass die vom Export fossiler Energieträger abhängigen Staaten gedrängt werden müssen, alternative Wirtschaftsmodelle zu entwickeln.

Die Tranformationsboykotteure

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Kommentare 12
  1. Thomas Wahl
    Thomas Wahl · vor 5 Monaten

    Klingt etwas nach Verschwörungstheorie …..

    1. Jürgen Klute
      Jürgen Klute · vor 5 Monaten

      Chrstian Stöcker listet doch schlicht Fakten auf.

    2. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor 5 Monaten · bearbeitet vor 5 Monaten

      @Jürgen Klute Bei Verschwörungstheorien ist vor allem interessant, welche Fakten man wegläßt. Von Kohle und Gas profitieren nicht nur die Produzenten, sondern alle, die ihr Leben mit billiger Energie gestalten. Blackrockund Co. verwalten die Vermögen von Millionen Rentnern weltweit - treten also als Treuhänder auf, nicht als Eigentümer. Insofern profitieren also nicht nur sehr wenige sondern sehr viele. Sie halten auch nicht nur Anteile an Ölfirmen sondern auch an EE etc.. Ihre Interessen sind daher sehr komplex und ja, widersprüchlich wie das Leben. Vielleicht sollte das ein seriöser Journalist wissen?

      https://de.wikipedia.o...

      Und das hier ist kein Fakt, sondern eine simple Meinung:
      "Die globale Wirtschaft ist ein Junkie, verzweifelt auf der Suche nach der tödlichen Überdosis. Und die privaten und staatlichen Öl-, Gas- und Kohlekonzerne sind gern bereit, alles zu unternehmen, damit diese Überdosis auch fristgerecht bei der Kundschaft ankommt."

      Und das hier ist die totale Selbstüberschätzung:
      "Aber den Staaten, die nahezu vollständig von ihren Einnahmen mit dem tödlichen Gift für die Erdatmosphäre abhängen, muss ein Ausweg geboten werden. Gerade da sind reiche, rohstoffarme Länder wie die Europas in der Pflicht." wir paar Hanseln in Europa wollen Milliardenvölkern wie China und Indien einen Ausweg bieten? Wo wir noch nicht mal den Krieg in der Ukraine stoppen können? Und als Industrieland wie Deutschland erst aus der Atomkraft aussteigen (mit der wir mal 30 % unseres Stroms erzeugt haben), aber dafür die Laufzeit von Kohle- und Gaskraftwerken verlängert haben? Aber wahrscheinlich war letzteres auch initiiert durch diese böse Gruppe von Unternehmen?

    3. Jürgen Klute
      Jürgen Klute · vor 5 Monaten

      @Thomas Wahl Formal stimmt es, dass Blackrock Vermögen treuhänderisch verwaltet. Aber da Blackrock nun auch an den Anlagen verdient, hat das Unternehmen eben auch ein starkes Eigeninteresse. Zudem dürften die wenigsten PensionärInnen wissen, das ihre Renten/Pensionen von Balckrock verwaltet werden. Einfluss auf die Anlage ihrer Pensionen und auf die Anlagestrategie von Blackrock haben PensionärInnen und RentnerInnen in der Regel auch nicht. Zum Tragen kommen also vor allem die Interessen von Blackrock. Insofern stimmt die Einschätzung von Christian Stöcker aus meiner Sicht dann doch.

      Wenn Stöcker mit seiner Einschätzung der Fossil-Junkie falsch läge, dann müssten die Unternehmen doch wohl viel bereiter sein, sich auf einen Wandel einzulassen. Die Teile der Wirtschaft, die von fossiler Energieproduktion profitieren, sind aber kaum bereit, sich auf eine Decarbonisierung einzulassen. Ja, und natürlich entzieht eine Decarbonisierung der Wirtschaft den Ländern, die vom Export fossiler Energieträger abhängt, die ökonomische Basis. Ich sehe nicht, was an der Einschätzung falsch sein sollte. Russlands Krieg gegen die Ukraine dürfte im Kern eine Auseinandersetzung um die Energiewende sein. Die Narrative von einem neuen Großrussland sind eben nur die dazugehörigen Narrative, aber sie sind nicht Ursache für den Krieg. Die ökonomischen Wirkungen der Energiewende sind bisher kaum Thema. A. Baerbock hatte sie im Blick bei ihrem Antrittsbesuch im Januar 2022 in Kiew und Moskau, als sie dort Wasserstoff-Partnerschaften anbot. Begründet waren die damit, dass eine ökonomische Alternative für die wegbrechenden Einnahmen aus dem Export fossiler Energie nötig seien. Euractiv.de hatte Anfang des Jahres unter dem Stichwort "Wasserstoffdiplomatie" darüber berichtet.

      Angesichts dessen, was ich an EU-weiten Diskussionen mitbekommen, teils von ehemaligen Kollegen aus dem EP, ist das für mich schon sehr schlüssig, was Stöcker schreibt.

    4. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor 5 Monaten

      @Jürgen Klute Aber die Interessen von Blackrock hängen vom ganzen Portfolio ab und nicht nur von den Kohle und Öl-Zweigen. Hängt an der Zukunft der ganzen Gesellschaft und nicht nur der fossilen. Also muß auch Black-Rock den ganzen Querschnitt von Gesellschaft und ihren Wirtschaften im Blick haben - im eigenen und der Anleger Interesse. Die Erzählung über das fast ausschließliche Interesse solcher Unternehmen auf fossile Technologien hat daher etwas verschwörungstheoretisches.

      Wie stark sich Unternehmen auf den Wandel einlassen, das untersucht Stöcker auch gar nicht. Er setzt voraus, sie tun gar nichts. Er sagt auch nichts über mögliche Risiken und reale Möglichkeiten einer (blitz)schnellen Decarbonisierung. Er meint wohl einfach, je schneller und brutaler, um so besser. Und das nach dem ganzen Chaos, die der deutsche Weg der Energiewende angerichtet hat. Vielleicht sollten die Aktivisten, viele Politiker und Journalisten mal in sich gehen? Sie sind immer groß zu verkünden wie es geht und wer schuld ist am nicht gehen. Und felsenfest von ihrer Weltsicht überzeugt.

      Ja, sicher ist der Ukrainekrieg von Putin wahrscheinlich auch eine Reaktion auf die Energiewende. Und aus Sicht des überraschten Europas, ein Signal, dass man bisher nicht verstanden hat wie das Energiesystem und die -märkte real funktionieren. Das mit der "Wasserstoffdiplomatie" scheint mir eher ein etwas hilfloser Versuch Handlungsfähigkeit zu simulieren. Das ist doch technisch alles nicht neu, seit Jahrzehnten erforscht/entwickelt, ein möglicher Teilweg. Aber keine Blitzlösung, als die man das jetzt präsentiert.

    5. Cornelia Gliem
      Cornelia Gliem · vor 5 Monaten

      @Thomas Wahl "Vom Welt-Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2017 entfielen 23,5 % auf die EU-28, 21,8 % auf die USA und 12,7 % auf China."

    6. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor 5 Monaten · bearbeitet vor 5 Monaten

      @Cornelia Gliem China stößt mit steigender Tendenz doppelt soviel CO2 aus wie USA mit sinkender Tendenz. Wobei das bip/gdp Chinas inzwischen höher ist als das Amerikas (jedenfalls "Adjusted for inflation and for differences in the cost of living between countries"). Wenn man es rein nominal mißt sind es immer noch 23 (US) zu 17,5 Billionen $. Irgendwas stimmt mit den Relationen ihrer Zahlen nicht.

      https://ourworldindata...

      https://de.statista.co...

      USA und andere Länder haben inzwischen das GDP-Wachstum vom CO2 Ausstoß entkoppelt.
      https://ourworldindata...

      https://ourworldindata...

      https://ourworldindata...

      China zwar auch, aber noch steigt der CO2-Ausstoß.

      Also welchen Ausweg wollen wir den Ländern bieten, den die nicht selber kennen? Zumal wir wissen: "China dominiert nach einer Analyse von Global Data weiterhin bei der Herstellung von Solarmodulen. Aus Europa und den USA kommen nur noch etwa fünf Prozent der weltweit gefertigten Module." Und bei Windenergie sieht es auch nicht so rosig aus:
      https://www.ingenieur....

  2. Dominik Lenné
    Dominik Lenné · vor 5 Monaten

    Leider bedienen die genannten Öl-, Gas- und Kohleverkäufer eine vorhandene Nachfrage in einem System, in dem die langfristigen Kosten nicht sichtbar sind, das individuelle Umschalten einen deutlichen relativen Nachteil gegen die Mitmenschen hervorruft. D.h. sie arbeiten mit unserem schlechteren Selbst, das momentane einfach zu erlangende Vergnügen oder Problemlösungen dem schwierigeren, aber gesellschaftlich besseren vorzieht - eine Entscheidungsasymmetrie, an der bisher noch die meisten freiwilligen Kampagnen gescheitert sind. Das gilt übrigens für alle austauschbaren Waren im Kapitalismus und jedem anderen auf Waren basierenden System - es ist in uns Menschen als Teil verankert.

    Dazu kommt, dass in einigen Ländern große Teile der Werktätigen über das Fossilsystem in die Wirtschaft angebunden sind - wird dieses abgebaut, werden sie vom Rest der Wirtschaft getrennt und hängen ohne ziemliche weitere Anstrengungen in der Luft.

    Das Problem wird dort ungemütlich, wo mit wirtschaftlicher auch politische Macht entsteht, wo Meinung "gemacht" wird und Amtsträger "überzeugt" werden. Deswegen ist die stärkere Kontrolle von Lobbying aller Art so wesentlich.

    1. Jürgen Klute
      Jürgen Klute · vor 5 Monaten

      "Das Problem wird dort ungemütlich, wo mit wirtschaftlicher auch politische Macht entsteht, wo Meinung "gemacht" wird und Amtsträger "überzeugt" werden. Deswegen ist die stärkere Kontrolle von Lobbying aller Art so wesentlich."

      Das sehe ich auch als Problem. Hier kommen die Gewerkschaften ins Spiel. Ich bin selbst Gewerkschaftsmitglied,, dennoch mir ist klar, dass die Gewerkschaften hier in einer kritischen Situation sind und auch eine kritische Rolle in der sozial-ökologischen Transformation spielen. Denn die Gewerkschaften sind vor allen in den Wirtschaftsbereichen stark, die an die fossile Energie gebunden sind. Und aufgrund der Stärke der Gewerkschaften in diesen Wirtschaftsbereichen sind die Arbeits- und Lohnbedingungen dort oft deutlich besser (jedenfalls für die Kernbelegschaften) als in anderen Wirtschaftsbereichen. Eine sozial-ökologische Transformation der Wirtschaft/Gesellschaft wird dort daher als Infragestellung des Wohlstands gedeutet. Was nachvollziehbar und auch nicht ganz falsch ist. Nur hat hier eine gewerkschaftsnahe Partei wie die SPD eigentlich die Aufgabe, einerseits für eine sozial-ökologische Transformation zu werben, eine Beteiligung der Arbeitnehmerschaft an den entsprechenden politischen Entscheidungen sicherzustellen und andererseits für eine soziale Absicherung des Transformationsprozesses zu sorgen, damit die betroffene Arbeitnehmerschaft die Sicherheit hat, dass sie politisch und soziale nicht ins "Bergfreie" (wie man im Ruhrgebiet zu sagen pflegt) fallen gelassen werden. Das leistet die SPD derzeit allerdings nicht.

    2. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor 5 Monaten · bearbeitet vor 5 Monaten

      @Jürgen Klute Das ist sicher eines der Probleme - aber sehr vorsichtig formuliert. Eine soziale Absicherung ist nur möglich, wenn die sozial-ökologische Transformation auch wirtschaftlich gelingt. Wir sind ein alterndes und verwöhntes Volk mit schwindendem ökonomischen und politischen Einfluß in der Welt. Und das in einer arbeitsteiligen Welt, in der die Interessen und die Lageeinschätzung offensichtlich sehr widersprüchlich/unterschiedlich sind. Das braucht Zeit, ob wir glauben diese zu haben oder auch nicht. Wenn diese Wende übereilt wird, dann sind die Folgen für uns in D wahrscheinlich ebenso katastrophal wie die drei Grad Erwärmung.

    3. Cornelia Gliem
      Cornelia Gliem · vor 5 Monaten

      @Thomas Wahl bis auf den letzten Satz - ok. Der letzte Satz aber: Nein.

      und was heißt schon "übereilt"... Das ist lange genug bekannt.
      Und das in den letzten 10 Jahren eine mehrfache Anzahl Arbeitnehmer in der Solarbranche wegfiel als überhaupt noch zb in der KohleIndustrie tätig sind, wird gern ignoriert...

    4. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor 5 Monaten

      @Cornelia Gliem Seit gut 20 Jahren läuft die Energiewende mit riesigen Subventionen. Der Atomausstieg geht auch schon länger. Nur die Kohle haben wir stattdessen noch. Obwohl ja der Klimawandel in die Apokalypse führt? Das ist keine wirklich rationale Strategie.
      Wir haben bis heute geschafft etwa 50% unseres Stroms mit EE zu erzeugen. Abgestützt auf viel teures Gas. Aus Rußland, obwohl wir selbst noch Gas fördern können. Auch ziemlich irrational. Wobei Strom dazu nur ein geringerer Teil der Gesamtenergie ist. Und immer noch glauben wir schnell auch noch aus der Kohle auszusteigen. Obwohl es klar ist, dass ein System allein mit EE nicht funktioniert. Jedenfalls nicht ohne Speicher, die nicht vorhanden sind. Auch das ist nicht rational.

      Das mit der Solarindustrie zeigt u.a., dass wir zu unseren Löhnen und Energiepreisen in diesen mittelinnovativen Industriezweigen nicht wirklich wettbewerbsfähig sind. Trotz Subventionen. Was aber China auch tut.

      Was meinen Sie, wie es sich in einer wärmeren Welt und mit Naturkatastrophen lebt - ohne Industrie und Wohlstand? Ohne funktionierenden Sozialstaat und auskömmliche Renten?

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