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Volk und Wirtschaft

Antje Schrupp
Politikwissenschaftlerin, Journalistin
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piqer: Antje Schrupp
Donnerstag, 04.01.2018

Die (im Schnitt eher) ärmliche Zukunft der heute Dreißigjährigen

Dass der neoliberale Umbau der ehemaligen westlichen Sozialstaaten viele Menschen ärmer und wenige reicher gemacht hat, ist das eine. Noch viel zu wenig beachtet ist die damit verbundene generationenbezogene Ungerechtigkeit. Denn die Verschlechterungen betreffen ja nicht alle Altersgruppen gleichermaßen. Um niemandem etwas wegnehmen zu müssen, sind Verschlechterungen fast immer schleichend und für die Zukunft eingeführt worden, also nur für die Jungen, aber eben nicht für die Älteren.

Niedrigere Löhne, wegbrechende Zusatzleistungen, unerschwingliche Mieten und Immobilienpreise, sinkende Rentenerwartungen, wegbrechende gewerkschaftliche Errungenschaften - all das betrifft junge "Millenials" (womit hier die zwischen 1982 und 2004 Geborenen gemeint sind) deutlich stärker als Ältere. 

In diesem Text hat einer von ihnen die ökonomische Misere seiner Generation recherchiert und aufgeschrieben. Er bezieht sich auf die Situation in den USA, die noch um einiges desolater ist als hierzulande, weil der Staat noch weniger in die Dynamik der Märkte eingreift und weil vor allem auch Bildung selbst eine Ware ist.

Aber das Grundproblem ist dennoch vergleichbar. Zumal wenn man nicht nur das noch relativ wohlhabende Deutschland heranzieht, sondern andere europäische Länder, in denen die Jugendarbeitslosigkeit deutlich höher ist und es nicht einmal so etwas wie Hartz IV gibt. Interessant ist daher tatsächlich der Ausblick auf die kommenden Jahrzehnte: Was wird diese Generation tun, wenn sie an den politischen Schaltstellen der Macht sitzt?

Hübsch ist auch die Aufbereitung des Themas mit animierten Grafiken und Typografie. 

Die (im Schnitt eher) ärmliche Zukunft der heute Dreißigjährigen
9,6
24 Stimmen
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Kommentare 6
  1. Frederik Fischer
    Frederik Fischer · vor 9 Monaten

    Mehr davon!:)
    Super piq!

  2. Georg Wallwitz
    Georg Wallwitz · vor 9 Monaten

    Der Text ist gut, gilt aber in dieser Pointierung nur für die angelsächsische Welt.
    In Deutschland bekommt jeder, der wie im Text beschrieben ausgebildet ist, einen vernünftigen Job.
    Und die Ungleichheit ist in Europa in der letzten Generation nur sehr überschaubar gestiegen, der Staat verteilt hier relativ stark um. Die beste Datenbasis, die ich kenne zu diesem Problem findet sich hier:
    wir2018.wid.world/part-2.ht...
    Ich empfehle etwa die Grafik 2.3.2a, aus der recht schön hervorgeht, dass die Trends in der Anglosphäre ganz anders sind als in Kontinentaleuropa.
    Das würde ich also lieber nicht vermischen.

    1. Antje Schrupp
      Antje Schrupp · vor 9 Monaten

      @georg - Es geht ja in dem Text nicht um Ungleichheit generell, sondern zwischen den Generationen. Und da sieht es in Europa schlimm aus, wenn man sieht, dass in Italien und Spanien die Jugendarbeitslosigkeit bei 34 bzw. 38 Prozent liegt und in vielen weiteren Ländern weit über 20 Prozent. Deutschland ist da nicht typisch. Jedenfalls laut dieser Statistik: de.statista.com/statistik...

    2. Georg Wallwitz
      Georg Wallwitz · vor 9 Monaten

      @Antje Schrupp Ich würde auch sagen, dass es uns in Deutschland ungewöhnlich gut geht.

  3. Michaela Maria Müller
    Michaela Maria Müller · vor 9 Monaten

    Vielen Dank für diesen piqd! Das kam mir Anfang der Woche unter: In der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft wird grade für gleiche Arbeitsbedingungen gestreikt, alt und jung zusammen. meedia.de/2018/01/0...

  4. Frederik Fischer
    Frederik Fischer · vor 9 Monaten

    Was hier quälend detailliert beschrieben wird, ist durchaus auch auf Deutschland übertragbar (wenngleich die Situation auch in diesem Punkt weniger brisant ist. Noch): Miete als krassestes Umverteilungswerkzeug von unten nach oben. Auch wenn Uni-Absolventen eher selten in Situation sind, wie hier im Text beschrieben, der Umstand, dass ein immer größerer Teil des Einkommens an VermieterInnen gehen, ist wohl jedem (Groß)Städter hierzulande bekannt. Besonders perfide ist die Doppelwirkung dieser Entwicklung: 1. Der Mieter hat weniger Geld für den Vermögensaufbau. 2. Vermieter (die in der Regel schon über ein gewisses Vermögen verfügen) vermehren ihr Vermögen umso schneller.