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Volk und Wirtschaft

Christian Odendahl
Wirtschaftspiqster
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piqer: Christian Odendahl

Der neue Ölpreis

Wo der Preis für Diesel an manchen Tankstellen unter einen Euro gefallen ist und in Paris die Klimakonferenz tagt, lohnt vielleicht ein (ökonomischer) Blick hinter die Kulissen. 

Spencer Dale, Chefökonom von BP, hat vor kurzem eine Rede gehalten, die einen guten und leicht verständlichen Überblick gibt (die conclusion fasst die Rede am Ende zusammen). Er erklärt die vier Prinzipien des alten Ölmarketes (Ölreserven sind endlich, Angebot und Nachfrage reagieren wenig auf Preisänderungen, Öl fließt von Ost nach West, und die OPEC stabilisiert den Markt), und führt aus, dass es nun vier neue gibt:

1. Öl ist nicht endlich (zumindest nicht über eine für die Menschheit und das Klima relevanten Zeit).

2. Shale oil (also das Öl, was mit fracking aus dem Boden geholt wird) kann je nach Preis relativ kurzfristig angebohrt und wieder abgeschaltet werden, was den Preis nach oben hin begrenzt.

3. Öl wird nicht nur im Osten, sondern vermehrt wieder im Westen aus der Erde geholt, natürlich hauptsächlich in den USA.

4. Die OPEC ist zwar weiterhin der wichtigste Akteur auf dem Markt, allerdings ist es politisch immer schwieriger, hohe Preise durchzusetzen. 

Gerade der erste Punkt ist natürlich für die Pariser Klimakonferenz sehr wichtig: auf die Knappheit (und damit den steigenden Preis) von fossilen Energieträgern wie Öl, Kohle oder auch Gas kann das Klima nicht mehr hoffen.

Der neue Ölpreis

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Kommentare 3
  1. Georg Wallwitz
    Georg Wallwitz · vor 12 Monaten

    Die Saudis haben den Ölhahn aufgedreht, weil sie Angst haben, auf einem "Stranded Asset" sitzen zu bleiben, auf einem Wirtschaftsgut, welches am Ende keiner mehr haben will. Der Klimawandel könnte den Zeitpunkt der Wertlosigkeit erheblich vorziehen. Daher verkaufen sie nun zu jedem Preis ihr Öl.
    Und wenn einer mal mit den Notverkäufen anfängt, machen es alle nach.
    Sehr interessante und spannende Rede, vielen Dank für den Piq!

    1. Christian Odendahl
      Christian Odendahl · vor 12 Monaten

      Da machst Du aber schon gewaltige Annahmen: nämlich dass die Politik es schafft, den Klimawandel wirksam zu bekämpfen. Denn nur dann wird es wertlos (und das Öl der Saudis als letztes, weil es am billigsten gefördert werden kann.

      Ein weiteres Problem der Saudis ist natürlich, dass ihre Angebotsverknappung in der Vergangenheit wirksam den Preis anheben konnte. Die Saudis haben also zu Gunsten von anderen OPEC Staaten auf Marktanteile verzichtet. Das funktioniert mit Russland und US fracking nicht mehr.

    2. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor 12 Monaten

      Jetzt verstehe ich den Hintergrund. Hatte mich gewundert über die Ramschpreise, aber die Antizipiation der zukünftigen Wertlosigkeit machte absolut Sinn. Wenn inzwischen schon die Allianz, die Rockefellers oder ganze Städte (z.B. Uppsala) radikales Divestment betreiben, ist wohl tatsächlich ein nachhaltiger Trend belegt.

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