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Volk und Wirtschaft

Antje Schrupp
Politikwissenschaftlerin, Journalistin
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piqer: Antje Schrupp
Donnerstag, 19.07.2018

"Das Ereignis": die Angst der Superreichen vor dem ultimativen Kollaps

Vor eineinhalb Jahren piqde ich hier von einem Trend der Superreichen, sich Häuser in Neuseeland zu kaufen, für den Fall, dass es auf den anderen Kontinenten zu ungemütlich würde. Inzwischen ist die Panik offenbar noch größer geworden. 

Dieser Text basiert auf den Aussagen des Medientheoretikers Douglas Mark Rushkoff, der erzählt, welche Fragen ihm Superreiche zur Zukunft der Technik stellen. Sie alle zielen darauf ab, wie man möglicherweise "Das Ereignis" überleben kann, womit der Zusammenbruch der irdischen Zivilisation gemeint ist, der nach Ansicht dieser Männer unausweichlich kommen wird.

Gibt es Regionen auf der Erde, die vom Klimawandel weniger betroffen sind? Kann man sich retten, indem man das eigene Bewusstsein in die Cloud geladen hat? Wie lange dauert es, bis man auf den Mars auswandern kann? Wie kann man eine Privatarmee bezahlen, wenn Geld nichts mehr wert ist? Weitere Fragen lauten:

Wäre es möglich, die Nahrungsmittel mit speziellen Schlössern zu sichern, die nur sie öffnen könnten? Seien "Disziplinierungshalsbänder" technisch realisierbar, die sie den Sicherheitskräften anlagen könnten, um diese von der Rebellion abzuhalten? Oder sei es eventuell technisch möglich, schon jetzt auf den Faktor Mensch gänzlich zu verzichten und Roboter als Wächter und Diener arbeiten zu lassen?

Möglicherweise sind das nur die Spleens einer Gruppe besonders verkommener Individuen. Aber sie haben eine innere Logik: Es ist die auf die Spitze getriebene Form der neoliberalen Ideologie. 

"Das Ereignis": die Angst der Superreichen vor dem ultimativen Kollaps
8,3
16 Stimmen
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Kommentare 4
  1. Frederik Fischer
    Frederik Fischer · Erstellt vor 9 Monaten ·

    Ich verfolge diesen Trend auch schon eine Weile
    "Superreiche rüsten sich für den totalen Zusammenbruch der Gesellschaft"
    https://www.piqd.de/fu...
    "Doku: Wie sich Superreiche aus aller Welt ganz bequem und legal die EU-Staatsbürgerschaft erkaufen."
    https://www.piqd.de/fl...
    Das ist natürlich maximal verkommen einerseits. Andererseits völlig nachvollziehbar. Was macht man sonst, wenn man alles hat und nicht mehr an das politische System glaubt und sich längst von "der Gesellschaft" entfremdet hat. Die (nicht immer unberechtigte) Kritik, die Soros und Gates einfahren für ihre Philanthropie, macht nicht unbedingt Lust ihrem Vorbild zu folgen. Dann vielleicht doch lieber fernab der Öffentlichkeit mit seinen Buddies am Luxus-Bunker herumtüfteln und von der Unsterblichkeit träumen.

    1. Kommentar entfernt
      Kommentar entfernt · Erstellt vor 9 Monaten ·

      Dieser Kommentar wurde gelöscht.

    2. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · Erstellt vor 9 Monaten ·

      (in Antwort auf gelöschten Kommentar) Siehe auch: https://medium.com/s/f...

    3. Ralph Diermann
      Ralph Diermann · Erstellt vor 9 Monaten ·

      @Frederik Fischer Ah, okay, danke. Dann sieht das ganze natürlich anders aus (ich hatte den Link im Text nicht geklickt). Ich lösche meinen Kommentar.

  2. Marcus von Jordan
    Marcus von Jordan · Erstellt vor 9 Monaten ·

    "Bei all ihrem Reichtum und ihrer Macht, glaubten sie nicht mehr, sie könnten die Zukunft beeinflussen, bemerkte Rushkoff."
    Das finde ich den entscheidenden Punkt. Oder wie es ganz am Ende heißt, dass die Menschen, die durch ein System extrem reich und extrem privilegiert geworden sind, lieber die Apokalypse, als die Kritik an dem System akzeptieren.
    Ansonsten weiß ich auch nicht, ob das neoliberal ist...es erscheint mir völlig logisch im kapitalistischen Kontext. Wenn alle kaufbaren Privilegien gekauft sind, dann geht es an die eben noch nicht kaufbaren. Insofern ist es leider kein "Spleen".
    Es ist auch nicht "irgendeine Gruppe verkommener Individuen", sondern es sind zum einen Menschen, die die ganz wesentlichen Dynamiken bestimmen und sie sind zum anderen nur Spitze eines Eisbergs. Ich war die letzen Jahre ein paar mal auf der SXSW Konferenz und da kann man sich ansehen, wie Zehntausende Nicht-Superreiche kollektiv so tun, als ob es keine anderen Probleme, als das perfekte Interface für die Navigation ihres autonomen Autos gäbe. Ich will sagen, die Bereitschaft realpolitische Probleme zu verdrängen fängt schon bei viel weniger eigenen Privilegien an. Oder anders gesagt: wenn ich noch etwas reicher wäre, würde ich glaube ich auch ein wenig "preppern"...vielleicht ein Stück Wald kaufen oder so was?
    Jetzt geh ich erstmal zu Fuß zum Bäcker.