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Volk und Wirtschaft

Weltwirtschaftskrise

Wirtschaftskrisen treten in einer globalisierten Welt immer öfter als Weltwirtschaftskrisen auf, die letzte schlimme ist gerade ein paar Jahre her. Und die Ausläufer dieser Krise betreffen uns über den Euro und Griechenland nach wie vor.

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Durch die Verflechtungen einer globalisierten Welt können Wirtschaftskrisen zu Weltwirtschaftskrisen werden. Die wohl schlimmsten Weltwirtschaftskrisen waren die Weltwirtschaftskrise in den 1920er/1930er Jahren und die Weltwirtschaftskrise ab 2007.

Am 24. Oktober 1929, der auch der "schwarze Donnerstag" genannt wird, brach in New York die Börse zusammen. Dies wird oft als Beginn der Weltwirtschaftskrise gesehen, war aber tatsächlich nur ihr absoluter Tiefpunkt in Hinblick auf die Finanzen. Die gesamte weltweite Produktion ging nach diesem Crash stark zurück, ebenso der Welthandel, die internationalen Finanzströme brachen komplett zusammen. Es entstand eine Deflationsspirale, die Schuldendeflation führte zu massenhaften Bankenkrisen und Bankensterben, daraus resultierte die Zahlungsunfähigkeit vieler Unternehmen und eine Explosion der Arbeitslosigkeit. Soziales Elend und zahlreiche politische Krisen waren das Ergebnis. Weltweit verminderte sich auch die wirtschaftliche Leistung.

Zum Zusammenbruch der New Yorker Börse 1929 kam es, da sich durch den wirtschaftlichen Boom in den USA nach dem ersten Weltkrieg eine Spekulationsblase gebildet hatte. Der wirtschaftliche Boom in den USA, der 1920 begann, führte zu einem allgemeinen Wirtschaftsoptimismus, was zur Folge hatte, dass immer mehr Kredite aufgenommen und die Transaktionen im Aktienhandel auf Rekordwerte stiegen. Auch das Spekulationsgeschehen fand immer öfter auf Basis von Krediten statt. Als die Kurse so immer weiter rasant stiegen, zogen amerikanische Investoren ihre Gelder aus Europa ab, um sie an der Börse gewinnbringender zu investieren, was zu einem Abbruch der Kreditgewährung der USA gegenüber Europa, Asien und Ozeanien führte. Zu Beginn der 1930-er Jahre sank das Wirtschaftswachstum in den USA, was immer wieder zu Kurseinbrüchen an den Börsen führte. Die Weltwirtschaftskrise war also ein Prozess, indem es stufenweise bergab ging, bis hin zum absoluten Tiefpunkt, dem 24. Oktober 1929.

Die Weltwirtschaftskrise erreichte je nach volkswirtschaftlicher Voraussetzung alle Staaten zu unterschiedlichen Zeitpunkten, zeigte sich in unterschiedlich starker Intensität und dauerte unterschiedlich lange an, sodass zu Beginn des Zweiten Weltkriegs viele Länder noch mitten in einer tiefen Krise steckten. Die Weltwirtschaftskrise galt erst als überwunden als 1941 die USA in den Zweiten Weltkrieg eintraten.

Erklärende Modelle für die Entstehung der Weltwirtschaftskrise der 1920er Jahre sind der Keynesianismus und der Monetarismus. Alle beteiligten Staaten waren zudem nach dem ersten Weltkrieg hoch verschuldet, Deutschland musste die im Vertrag von Versailles festgelegten, sehr hohen Reperationszahlungen leisten. Letztendlich kam man zu dem Schluss, dass die Weltwirtschaftskrise zu vermeiden gewesen wäre, wenn die Zentralbanken den Banken Liquidität zur Verfügung gestellt hätten. Die Krise konnte durch den damals bestehenden Goldstandard und den Protektionismus weltweit ausbreiten.

Der letzten großen Weltwirtschaftskrise ab 2007 ging eine lange Periode ohne größere Konjunkturschwankungen voraus. Die Weltwirtschaftskrise begann mit der US-Immobilienkrise. Diese entstand, weil immer riskantere Immobilienkredite vergeben wurden und der Immobilienmarkt sich spekulativ aufblähte. Die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers löste dann einen Bank Run unter institutionellen Anlegern aus und weitete sich auf das gesamte internationale Finanzsystem aus. Bei einem Bank Run wollen Anleger so schnell wie möglich ihre Einlagen abheben, was Banken in Liquiditätsschwierigkeiten und in die Insolvenz stürzen kann.

Als Ursachen der letzten Weltwirtschaftskrise werden neben der US-Immobilienkrise die lasche Regulierung des Bankensektors und der Schattenbanken gesehen. Außerdem wurde die Krise unter Anderem durch falsche Beurteilungen von Krediten und Kreditpaketen durch die Ratingagenturen verschlimmert.

Durch die Weltwirtschaftskrise kam es zu einer Rezession und Stellenabbau mit folgender hoher Arbeitslosigkeit. Einige Banken mussten verstaatlicht werden und Bad Banks wurden eingerichtet. Aus der Krise entwickelte sich die noch immer nicht überwundene Eurokrise. Allgemein stieg die Staatsverschuldung vieler Staaten. Das Vertrauen in Banken und Ratingagenturen sank.

Zwar handelte es sich bei der Weltwirtschaftskrise ab 2007 um eine schwere Wirtschaftskrise, der starke Rezession und Schulden folgten, jedoch erreichte die Krise nicht den Tiefpunkt der Weltwirtschaftskrise der 1920er/1930er Jahre.