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Volk und Wirtschaft

Regulierung

Wie können wir in einer globalisierten Welt die Märkte sinnvoll regulieren? Hier werden Wege erforscht, wie heute Regulierung klappen kann und wie nicht.

Weitere Informationen zum Thema Regulierung

Regulierung im ökonomischen Sinne zielt in erster Linie auf die Regulierung von Märkten ab. Marktregulierung sind dann sämtliche Maßnahmen des Staates, um ökonomisches Verhalten von Unternehmen und privaten Haushalten zu verändern. Die Regulierung verfolgt in der Regel ein gewisses Ziel, beispielsweise eine Stärkung des Allgemeinwohls. Tatsächlich existiert keine einheitliche Definition der Marktregulierung.

Allgemein lassen sich staatliche Eingriffe ins Wirtschaftsgeschehen mit den unterschiedlichen Zielsetzungen des Staates begründen. Aus diesen Zielsetzungen lassen sich auch Regulierungsmaßnahmen ableiten. Ein Hauptargument für Regulierung sind Effizienzgewinne bei Märkten, die ohne Regulierung nicht richtig funktionieren und letztlich versagen. Um diesem Marktversagen zu begegnen, werden solche Märkte reguliert.

Marktversagen lässt sich in verschiedene Situationen kategorisieren. Beispielsweise existieren Branchen, in denen einzelne Unternehmen einen Größenvorteil besitzen. Erweitern diese Unternehmen ihre Produktion, besitzen sie einen Kostenvorteil, wodurch sie die Konkurrenten aus dem Markt drängen und am Ende als Monopolist Einfluss auf den Marktpreis gewinnen. Branchen mit Netzwerkeigenschaften wie beispielsweise Telekommunikation und Energieversorgung sind typische Beispiele. Durch Regulierung wird künstlich Wettbewerb oder zumindest ein Wettbewerbspreis geschaffen, um die Effizienzvorteile eines Wettbewerbsmarktes zu erhalten.

Die Anwesenheit von sogenannten externen Effekten - Handlungen von Unternehmen oder Haushalten, die sich auf ökonomische Entscheidungen anderer Unternehmen oder Haushalte auswirken, ohne dass diese Auswirkung kompensiert wird - kann ebenfalls zu Marktversagen führen. Typische Beispiele sind durch Güterproduktion oder -nutzung entstehende Umweltschäden, Güter, bei denen nicht eindeutig Eigentumsrechte definiert werden können, da andere problemlos diese mitnutzen können, oder Risiken, die auf andere Marktteilnehmer überwälzt werden. Regulierung zielt dann darauf ab, diese externen Effekte zu internalisieren, damit der betreffende Markt wieder alle richtigen Signale aussendet. Umweltauflagen, das Schaffen weiterer Märkte beispielsweise für Emissionsrechtehandel, spezielle Steuern, aber auch die Bankenregulierung und Finanzaufsicht sowie das Patentrecht sind Beispiele für diesen Bereich der Regulierung.

Ein weiterer Grund für Marktversagen liegt im unterschiedlichen Zugang zu Informationen der Marktteilnehmer. Es wird hier von Informationsasymmetrien gesprochen. Probleme, die hier entstehen können, beinhalten ein Qualitätsverlust der gehandelten Güter an einem betroffenen Markt, wenn dieser unreguliert bleibt. Beispiele für Marktregulierungen hier sind Kennzeichnungs- und Informationspflichten von Herstellern für Verbraucher (beispielsweise bei Lebensmitteln und Medikamenten), das Gewähren einer Garantie oder andere Formen der Aufklärung.

Neben Marktversagen ist ein weiterer wichtiger Grund für Regulierungsmaßnahmen Umverteilungsziele des Staates. Nimmt der Staat Einfluss auf die Verteilung der verfügbaren Einkommen seiner Bürger, ist auch das eine Form der Marktregulierung. So ist der Arbeitsmarkt beispielsweise deutlich reguliert. Staatliche Systeme zur sozialen Sicherung, der Mindestlohn, die progressive Einkommensteuer und durch das Arbeitsrecht gesetzte Limitierung sind Beispiele für diese Art der Regulierungsmaßnahme.

Nicht zuletzt kann Marktregulierung ein Ausdruck politischen Willens sein. Bestimmte Märkte unterliegen nicht aus einem der oben genannten Gründe einer Regulierung, sondern weil es ein Ausdruck einer gewünschten Politik, einen bestimmten Markt stärker zu regulieren. Generell kann eine Regulierung aber auch mehrere Ziele gleichzeitig verfolgen.

Regulierung selbst kann dann zu Problemen führen, wenn über den zu regulierenden Markt oder die Konsequenzen aus der Regulierung zu wenig Kenntnisse vorliegen oder die Regulierung zu hohe Kosten verursacht, sodass sie ökonomisch gesehen nicht mehr sinnvoll wäre. Regulierung kann zu unflexibel auf Marktveränderungen reagieren, eine einseitige Sicht einnehmen, das Bilden von Schwarzmärkten oder grauen Märkten fördern oder zum Verschwinden einer Branche beitragen.