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Volk und Wirtschaft

Deutsche Wirtschaft

Große Konzerne, Autos, das Wirtschaftswunder nach dem zweiten Weltkrieg, Technik, Tüftler und der EURO mit allen Vor- und Nachteilen - das und mehr ist die deutsche Wirtschaft.

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Beobachtet man die alltägliche Berichterstattung, so fällt auf, dass Wirtschafts- und Börsenmeldungen einen großen Teil der Nachrichten ausmachen. Große Unternehmensnamen wie Volkswagen, Thyssen, EDEKA und andere sind vielen Bundesbürgern geläufig und doch bleibt die „Deutsche Wirtschaft“ als solches oft ein undurchsichtiges Gebilde aus Namen, Personen und Schlagzeilen.

Der Begriff „Deutsche Wirtschaft“ umfasst zunächst die Gesamtheit aller in Deutschland tätigen Wirtschaftsteilnehmer. Darunter fallen nicht nur Unternehmen, sondern auch Konsumenten (in der Volkswirtschaftslehre „Haushalte“ genannt) und in bestimmten Fällen der Staat, soweit er aktiv am Wirtschaftsleben teilnimmt. Zugleich kann dem Begriff „Deutsche Wirtschaft“ die wirtschaftliche Gesamtleistung des Landes, ausgedrückt im sog. Bruttoinlandsprodukt (früher: Bruttosozialprodukt), gegenübergestellt werden. Diese Kennzahl gibt die Gesamtwertschöpfung der deutschen Wirtschaftsteilnehmer an.

Im besonderen Sinne kann unter „Deutscher Wirtschaft“ die Gesamtheit aller in Deutschland ansässigen Unternehmen gesehen werden. Diese sind zumeist auch Gegenstand der Wirtschaftsberichterstattung in Deutschland. Sie lassen sich zunächst in Größenkategorien differenzieren, beginnend bei den Einzelunternehmern über den Mittelstand (Handwerkerbetriebe, Händler, Geschäftsinhaber etc.) bis zu den großen Industriekonzernen, von denen die 20 größten im Deutschen Aktienindex, dem DAX, zusammengefasst sind.

Des Weiteren wird die deutsche Wirtschaft in verschiedene Unternehmensbereiche aufgeteilt, aus denen vor allem die Automobil-, Textil- und Chemieindustrie hervorstechen. Daneben spielen technologiebasierte Unternehmen wie SAP eine bedeutende Rolle, jedoch sind diese häufiger im mittelständischen Bereich anzutreffen. Dort finden sich auch die meisten sog. „global players“, d. h. mittelständische Unternehmen, die stark in die Globalisierung eingebunden sind und weltweit Kunden und Absatzmärkte haben.

Nach der sog. „Entflechtung der Deutschland AG“, d. h. dem Auseinanderfallen der meist intern zwischen den Konzernen ausgehandelten Unternehmensübernahmen und gegenseitigen Verbindungen, ist die größte Herausforderung für die deutsche Wirtschaft die zunehmende Auseinandersetzung mit der ausländischen Konkurrenz. Diese versucht immer wieder, durch Akquisitionen in den deutschen Markt vorzustoßen (z. B. Vodafone bei Mannesmann). Daneben werden große Wettstreite wie z. B. zwischen Volkswagen und Toyota um die Weltmarktführung im Automobilsegment ausgefochten. In diesem Zusammenhang ist auch die Bedeutung des europäischen Binnen- sowie des Weltmarktes für die deutsche Wirtschaft hervorzuheben, deren Erzeugnisse zu großen Teilen ins Ausland exportiert werden.

Der „Wirtschaftsstandort Deutschland“, d. h. die Rahmenbedingungen für wirtschaftliche Betätigung kleiner und großer Unternehmen, steht regelmäßig in der Diskussion. Diesen Standort im internationalen Wettbewerb attraktiv zu halten, ist eine der Aufgaben der deutschen Wirtschaftspolitik. Hierbei geht es um den Ausbau einer zuverlässigen Verkehrs- und digitalen Infrastruktur, moderne Produktionstechnologien sowie eine fundierte Ausbildung junger Menschen an deutschen Schulen und Universitäten. Besonders im Bereich Technologie und digitale Infrastruktur sieht sich die deutsche Wirtschaft einer starken Konkurrenz aus High-Tech-Zentren wie dem Silicon Valley oder den Metropolen Indiens, Chinas und Japans ausgesetzt.

Schließlich muss sich die Wirtschaft neuen ethischen Herausforderungen stellen, insb. im Hinblick auf die Unternehmenskultur, die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Arbeitsleben sowie zahlreiche umweltpolitische und kartellrechtliche Auflagen. Unternehmen und deren Lenker werden regelmäßig zu sozial- und umweltverantwortlichem Verhalten angehalten. Hier müssen neue Strukturen geschaffen werden, die es erlauben, Missstände transparenter zu machen und zügiger Abhilfe zu schaffen, ohne der wirtschaftlichen Entfaltungsfreiheit zu enge Grenzen zu setzen.