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Volk und Wirtschaft

Banken

Kann man die Strategien der Banken durchschauen, ohne Volkswirtschaftslehre zu studieren oder zum Marxismus zu konvertieren? Hat sich die 290 Milliarden Euro teure Bankenrettung gelohnt, und wenn ja, für wen?

Weitere Informationen zum Thema Banken

Banken (auch Geld- oder Kreditinstitute genannt) sind Einrichtungen, die Finanzdienstleistungen gegen Entgelt anbieten. Zu diesen Finanzdienstleistungen zählen neben der Vergabe von Krediten das Anlegen von Geld auf Konten und Sparbüchern (sog. Spareinlagen) sowie der Handel mit Wertpapieren, d. h. insbesondere Aktien. Banken werden entweder privatrechtlich (dann meistens in Form einer Aktiengesellschaft, z. B. Deutsche Bank AG), genossenschaftlich (z. B. Volks- und Raiffeisenbanken) oder öffentlich-rechtlich (insb. Sparkassen als kommunale Unternehmen) geführt.

Neben diesen als „Geschäftsbanken“ bezeichneten Geldinstituten existieren noch die sog. „Zentralbanken“. Dies sind die zentralen Notenbanken der verschiedenen Staaten: in Deutschland etwa die Deutsche Bundesbank, in den USA die Federal Reserve Bank und in Europa die Europäische Zentralbank. Sie generieren sog. "Zentralbankgeld", das sie an die Geschäftsbanken ausgeben, damit diese es weiterverleihen oder anlegen können. Geschäftsbanken müssen bei Zentralbanken bestimmte Mindestreserven in der jeweiligen Währung halten. Sie dienen den Zentralbanken dazu, den Geldfluss, der über die Geschäftsbanken läuft, zu steuern.

Einerseits verleihen Banken an private wie auch unternehmerisch tätige Kunden Geld in Form von Krediten. Auf diese Kredite zahlen die Kreditnehmer Zinsen, die somit den Umsatz der Bank darstellen. Andererseits nehmen Banken Geld von ihren Kunden auf und verwalten dieses auf Konten oder in sog. Depots (insb. bei Aktien). Aufgabe der Bank ist es dann, mit den ihr anvertrauten Finanzmitteln Renditen (d. h. Zinsen) zu erwirtschaften, die den Konten- und Depotinhabern gutgeschrieben werden.

Das Bankwesen lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. In der Antike waren es vor allem die Geldwechsler, die vergleichbare Funktionen übernahmen. Von Italien ausgehend entwickelte sich das Bankwesen in ganz Europa. Zu den reichsten und mächtigsten Bankiers im 15. Jahrhundert zählten etwa die Medici aus Florenz oder Jakob Fugger aus Augsburg, denen es gelang, große Handels- und Bankenimperien zu errichten. Zugleich förderten sie die Künstler der aufkommenden Renaissance und engagierten sich in politischen Auseinandersetzungen.

Auch in der heutigen Globalisierung spielen Banken eine herausragende Rolle. Sie sind ein integraler Bestandteil des kapitalistischen Wirtschaftssystems, denn der für die weltweite Güterproduktion erforderliche Kapitalfluss läuft hauptsächlich über die Banken. Eine Alternative zur Bank bieten mittlerweile zahlreiche Crowdfunding-Plattformen. Auf diesen können registrierte Nutzer Geld in kleinere Unternehmensprojekte investieren. Den Initiatoren der Projekte kann es auf diese Weise gelingen, schnell und unkompliziert größere Beträge zu akquirieren.

Nach der Finanzkrise 2009 ist das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Banken, aber auch das Vertrauen der Banken untereinander erheblich beschädigt. Die zurückhaltende Kreditvergabe der Banken hat die EZB und die Federal Reserve Bank dazu veranlasst, den jeweiligen Leitzins – das ist derjenige Zinssatz, zu dem sich die Geschäftsbanken bei der Zentralbank Geld leihen können – drastisch zu senken. Diese Maßnahmen haben indessen nicht zur erhofften Erhöhung der Kreditvergabe geführt, so dass es eine bleibende Herausforderung darstellt, das Vertrauen in das Bankensystem wie auch unter den Banken wiederherzustellen.

Gleichzeitig muss erreicht werden, Ereignisse wie die Finanzkrise in Zukunft zu verhindern. Hierzu wurde bereits eine Vielzahl von Regelungen erlassen, die Banken zu einer nachhaltigeren Geschäftspolitik veranlassen und sicherstellen, dass der Zusammenbruch größerer Banken durch das Vorhalten von Mindestreserven und hohen Eigenkapitalquoten abgewendet wird.