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Volk und Wirtschaft

Arbeitsmarkt

Was ändert sich am Arbeitsmarkt und was bleibt gleich? Nehmen Roboter die Arbeitsplätze weg oder schaffen sie neue? Spannende Fragen gibt es genug.

Weitere Informationen zum Thema Arbeitsmarkt

Auf dem Arbeitsmarkt trifft die Nachfrage nach Arbeitskräften mit dem Angebot an Arbeitskräften zusammen. Der Arbeitsmarkt ist für so genannte Lohnarbeiter gedacht, deren Lebensunterhalt nicht über eigene Produktionsmittel zu sichern ist, und die deshalb für andere arbeiten müssen. Man nennt diese Gruppe von Menschen auch das Industrieproletariat. Entstanden ist es durch die Bauernbefreiung und die industrielle Revolution. Eine der wichtigen sozialen Fragen des Arbeitsmarktes ist die Arbeitslosigkeit. Diese soziale Frage ist ein kennzeichnendes Strukturmerkmal der westlichen Neuzeit.

Der Arbeitsmarkt kategorisiert Arbeitskraft in Zeiteinheiten und Qualifikation. Menschen verkaufen gegen Entgelt Ihre Arbeitskraft an den Arbeitgeber, um dessen Produktion zu gewährleisten oder Dienstleistungen auszuführen. Die Arbeitsmittel, wie Rohstoffe oder Produktionsmittel, stellt der Arbeitgeber zur Verfügung.

In engem Zusammenhang mit der Arbeitskraft als Ware steht die Menschenwürde. Der Mensch kann nicht als Sache betrachtet werden. Der Gebrauch oder der Missbrauch einer Sache muss in ihrer Anwendung auf Menschen begrenzt werden. Es muss gewährleistet sein, dass Arbeitnehmer keine Sklaven oder Leibeigene sind. Sie haben ein Recht auf Freizeit und Freizügigkeit.

Der Staat hat auf den Arbeitsmarkt einzuwirken, was den Marktpreis für die Arbeitskraft betrifft. Der Preis darf nicht unter dem Existenzminimum liegen. Da immer ein Machtungleichgewicht zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer besteht, schließen sich Arbeitnehmer zum Beispiel zu Gewerkschaften zusammen. Gewerkschaften haben die Aufgabe, Arbeitsentgelt oder Mindestlöhne zu regulieren und zu etablieren, falls es ein Überangebot an Arbeitskräften gibt.

Man unterscheidet zwischen dem ersten und den zweiten Arbeitsmarkt. Der erste Arbeitsmarkt führt den Bedarf nach Arbeitskräften der Unternehmen mit der Nachfrage freier Arbeitnehmer zusammen. Der zweite Arbeitsmarkt wird über arbeitsmarktpolitische Maßnahmen geregelt, um Angebot und Nachfrage auszugleichen.

Wichtige Kennziffern des Arbeitsmarktes sind Erwerbsquote und Arbeitslosenquote. Um den Arbeitsmarkt zu analysieren, kann man nach unterschiedlichen Gesichtspunkten vorgehen:

  • Nach Alter und/oder Geschlecht der Beteiligten
  • Nach Produkten und Dienstleistungen, also Wirtschaftszweigen
  • Nach dem Arbeitsinhalt, d.h. Berufe und Tätigkeiten
  • Nach der Stellung im Arbeitsprozess (Eigentümer, Entscheider, Ausführender)
  • Nach dem technischen Niveau der Arbeit

In Deutschland wird statistisch unterschieden zwischen den Erwerbstätigen und den Beschäftigten. Zu den Erwerbstätigen gehören auch die Selbstständigen. Zu den Beschäftigten gehören alle mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von mindestens 400 €. In Deutschland gibt es etwa 27 Millionen Arbeitsverhältnisse. Seit 2005 werden auf dem Arbeitsmarkt drei verschiedene Arten von Arbeitsverhältnissen definiert:

  • Beschäftigte mit einem Bruttoverdienst von bis zu 450 € pro Monat
  • Niedriglohn-Jobs mit einem Bruttoverdienst zwischen 450 und 800 € pro Monat
  • Reguläre Beschäftigungsverhältnisse mit einem Bruttoverdienst ab 800 € Euro pro Monat

Seit 1968 gibt es das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Soziologen, Ökonomen und Ökonometriker untersuchen hier den Arbeitsmarkt für die unterschiedlichen Berufsgruppen und die Branchenentwicklung in Hinsicht auf wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge. Es gibt liberale Arbeitsmarktmodelle, wie zum Beispiel in den USA, konservative, wie in Deutschland und sozialdemokratische, wie in Schweden. Untersucht man diese Modelle, stellt sich heraus, dass im liberalen Modell die Geschlechtergleichheit weitestgehend gewährleistet ist. Dies geschieht allerdings zu Lasten gering verdienender Frauen. Im konservativen Modell haben Frauen geringere Aufstiegschancen. Im sozialdemokratischen Modell ergibt sich eine Unterteilung des Arbeitsmarktes in spezielle Frauen- und Männerberufe.