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Volk und Wirtschaft

Thomas Wahl
Dr. Phil, Dipl. Ing.
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piqer: Thomas Wahl
Freitag, 18.01.2019

Armut und Lebenserwartung – Ursache und Wirkung?

Oft wird Armut als direkte Ursache der geringeren Lebenserwartung dargestellt. Der Autor vertritt die Meinung, es geht eher um die Ungleichheit der Menschen, die mit mehr Geld nicht einfach verschwindet:

Die Leute sind nicht, wie viele Ökonomen reflexhaft denken, arm, weil sie ungesund leben. Sondern sie leben ungesund, weil sie keine Kontrolle über ihr Leben verspüren und es als Falle empfinden. Sie sind nicht arbeitslos, weil sie sich vernachlässigen, sondern sie vernachlässigen sich oft, weil sie arbeitslos sind. Gesundheitspolitik habe das zu berücksichtigen: dass nicht der Einkommenszuwachs als solcher die Leute weniger krankheitsanfällig macht, sondern die Erleichterung des Lebens.

Nun bedeutet, das man etwas als Falle empfindet nicht unbedingt, dass es auch eine Falle ist. Aber sicher ist richtig, dass es den Betroffenen oft an positiven Erfahrungen, Energie und Willen fehlt ihr Leben disziplinierter und selbstbewusster zu gestalten. Und es fehlt dem Artikel zu Folge an Unterstützung.

Wohlstand heißt, so gesehen, nicht „hohe Konsumchancen“, sondern „nicht alles selbst tun müssen“ und „ein weniger gehetztes Leben führen“. Öffentlicher Nahverkehr, Kindertagesstätten, Arbeitsschutzgesetze, kommunale Aufmerksamkeit auf Risikogruppen – all das sind für Marmot darum Investitionen in die Lebenserwartung einer Bevölkerung, weil sie die soziale Drangsal reduzieren, die sich in der Krankenstatistik niederschlägt.

Ich würde noch die Bildung hinzufügen, die sich mehr auf das praktische Selbstbewusstsein der Jugend konzentrieren sollte - ohne die inhaltliche Qualität der Ausbildung zu vernachlässigen. Dann wird in einer zukünftigen Lebens- und Arbeitswelt auch bei denen mit geringerem Einkommen das Gefühl zunehmen, Verantwortung übernehmen zu können und sein Leben selbst zu gestalten.

Armut und Lebenserwartung – Ursache und Wirkung?
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