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Christian Gesellmann
Autor und Reporter

Geboren 1984 in Zwickau, Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und Germanistik in Jena und Perugia. Volontariat bei der Tageszeitung Freie Presse, anschließend zweieinhalb Jahre als Redakteur in Zwickau. Lebt als freier Autor in Berlin und Bukarest. Quoten-Ossi bei Krautreporter.

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piqer: Christian Gesellmann
Sonntag, 25.11.2018

Wie man sich das Leben ein bisschen einfacher macht

Heute Mittag beim Frühstück hat mir jemand erzählt, dass er vor einiger Zeit beschlossen hat, auf zwei Dinge in seinem Leben zu verzichten, und dass er seitdem viel entspannter ist. Eins davon war die Beschäftigung mit Donald Trump und amerikanischer Innenpolitik. Das ist wahrscheinlich eine gute Idee von ihm, dachte ich. Aber dann sind mir gleich drei Gründe (1, 2, 3) eingefallen, warum ich da weniger kategorisch wäre, und noch einige mehr, für die ich jetzt aber zu faul bin, die Links rauszusuchen, die ich dummerweise nicht gebookmarked habe. Komisch, dass mir im Verlaufe der elaborierten Form chronischer Prokrastination, die ich mir in den wenigen Jahren meiner freiberuflichen Tätigkeit zugezogen habe, noch nie eingefallen ist, mal Ordnung in meine Lesezeichen zu bringen. Aber ich schweife ab. Obwohl, eigentlich nicht: Ordnung ins Leben zu bringen ist gewissermaßen das Thema dieser Episode des empfehlenswerten Podcasts Love+Radio. 

Darin wird die Geschichte von Evan erzählt, meist in seinen eigenen Worten, der einen erstaunlichen Salto in seinem Leben vollzogen hat: von einem liberalen jungen Künstler, der 2004 noch den Präsidentschaftskandidaten der Democrats, John Kerry, als Wahlkämpfer unterstützte, zu einem Mann, der Donald Trump verehrt und die Welt, wie er sagt, am liebsten in Schwarz und Weiß sieht. Der Mann hat Ordnung in seinem Kopf gemacht, und ist nun glücklicher. Evan sagt, es war seine Reaktion darauf, "von der Komplexität der Welt" überwältigt zu sein. 

Ich kann mir vorstellen, dass es an vielen Stellen frustrierend ist, Evan zuzuhören, denn der Mann macht es sich sprichwörtlich ein bisschen zu einfach. Was - wie auch immer indirekt - Konsequenzen für das Leben anderer hat. Selbst noch für unbetroffen Frühstückende auf einem anderen Kontinent. Ich finde es trotzdem faszinierend, Evan zuzuhören, denn die Logik dieses Mannes ist eine, die auch in dem erstaunlichen Stolz auf die eigene Dummheit vieler anderer besorgter Bürger wiederzufinden ist.

Wie man sich das Leben ein bisschen einfacher macht
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