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Katrin Rönicke
Autorin und Podcasterin
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piqer: Katrin Rönicke
Montag, 28.11.2016

Wenn die eigene Mutter auf der Straße lebt

Ziemlich realistisch, schonungslos und trotzdem gefühlvoll, kein Happy End - der Film "Ein Teil von uns", von der Regisseurin Nicole Weegmann, zeigt das Dilemma einer jungen Frau, deren Mutter Alkoholikerin ist und auf der Straße lebt. Dilemma, weil jeder Mensch natürlich den Drang hat für seine Eltern da zu sein, wenn diese Hilfe brauchen, was aber, wenn deine Mutter absolut unzugänglich für Hilfe ist und droht, dein eigenes Leben und dein eigenes Glück zu zerstören?

Protagonistin Nummer eins ist Nadja, eine rothaarige, gewissenhafte und mit beiden Beinen im Leben stehende Erzieherin, die glaubte ihre Vergangenheit bewältigt und mit dem Kontaktabbruch zu ihrer Mutter endlich ein neues und selbstbestimmtes Leben gefunden zu haben. Dann aber kommt es zur dramatischen Wende: Sie ist doch wieder da! Jutta Hoffmann spielt diese Mutter, Irene, ganz großartig und eindrücklich. Mit allen Facetten einer gescheiterten Existenz: Alkoholismus, Liebe, Hoffnung, Auswegslosigkeit, Selbstaufgabe, Wut und Trotz.

Der Film lässt nicht kalt - wer ihn noch schnell vor dem Einschlafen schauen möchte, sollte einplanen, dass er nachgeht und ein wenig wach halten könnte. Aber er ist auf den Punkt gebracht und bietet keine romantisch verklärte Lösung. Manchmal sitzen Menschen fest und manchmal gibt es kein richtiges Richtig und kein richtiges Falsch.

Wenn die eigene Mutter auf der Straße lebt
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