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Susanne Franzmeyer/ für Dlfkultur
piqer: Susanne Franzmeyer/ für Dlfkultur
Sonntag, 27.08.2017

Können Eltern ihr Kind lieben, wenn sie selbst keine elterliche Liebe erfahren haben?

Acht Jahre, nachdem Stefan Kolbe und Chris Wright die Bewohner des Kinderheims „Kleinstheim“ in der Magdeburger Börde für ihr gleichnamiges Originalton-Feature (hier nachzuhören) begleitet haben, erfahren die Autoren, dass Sarah, eine ehemalige Bewohnerin, schwanger ist. Die Halbwaise, die nie ein Selbstverständnis von Familie hatte, wagt den Schritt, mit ihrem Freund Daniel, ebenfalls im Heim aufgewachsen und Vollwaise, eine Familie zu gründen. Das Autorenpaar vereinbart mit den werdenden Eltern, sie vier Monate zu begleiten. Die damit verbundenen Hoffnungen werden leider schnell getrübt. Die schwangere Sarah raucht auf dem Plattenbau-Balkon. Daniel, arbeitslos, bereits Vater einer Tochter, hat sich zwar ein Tattoo für seine erste Tochter stechen lassen (neben einem Hakenkreuz und einem Häschen), aber keinen Kontakt mehr zu dem Kind. Dann kommt das Baby. Sarah will ihr Kind verwöhnen, hatte sie vorab gesagt. Doch im Alltag schreit das Kind über immer längere Zeiträume, von den Eltern scheinbar unbemerkt. Die Autoren tragen es hilflos umher, wollen dem Paar zeigen, wie man es beruhigt. Doch Sarah und Daniel wissen, wie das gehe, heißt es, sie könnten es nur irgendwie nicht. Nun droht es auch noch Ärger mit dem Jugendamt zu geben, da sich die jungen Eltern in einem Beratungsgespräch wohl nicht kooperativ gezeigt haben. Sarah und Daniel sind aber überzeugt davon, dass man ihnen ihr Kind nicht wegnehmen könne. Nach wenigen Monaten ist Sarah wieder schwanger.

Bedrückende, aber fesselnd authentische „Fortsetzung“ des Features „Kleinstheim“. Man möchte nur zu gerne wissen, wie es weitergeht mit den ehemaligen Heimkindern. To be continued…?

Auf der verlinkten Seite gibt es zusätzlich auch ein Gespräch mit den Autoren und Astrid Staudinger von den Careleavern über die Arbeit an dem Stück.

Können Eltern ihr Kind lieben, wenn sie selbst keine elterliche Liebe erfahren haben?
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