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„Please Like Me“: Diese wunderbare australische Serie lässt einen nicht so schnell los

Ulrike Klode
Freie Journalistin und Trainerin für Podcast-Entwicklung + Innovationsmanagement
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Ulrike KlodeDonnerstag, 20.08.2020

„Please Like Me“ steht auf meiner Allzeit-Lieblingsserien-Liste ganz weit oben. Und weil ich so begeistert von ihr bin, würde ich sie am liebsten allen, die mich nach Serientipps fragen, immer wieder empfehlen. Allerdings: Ich weiß, dass sie nicht allen gefallen würde. Denn ob jemand von einer Serie begeistert ist oder nicht, hat viel mit persönlichen Vorlieben und persönlichem Hintergrund zu tun – außerdem auch, in welcher Stimmung man gerade ist, wenn man eine Serie anschaltet. „Please Like Me“ ist eine hervorragende Serie – exzellentes Drehbuch, toll gefilmt, sehr überzeugende Schauspieler*innen. Aber sie ist anstrengend, weil sie unter die Haut geht. Und darauf muss man sich einlassen können und wollen.

Im Mittelpunkt steht der 20-jährige Josh (Josh Thomas). Seine Geschichte beginnt damit, dass sich seine Freundin von ihm trennt – mit der ernstgemeinten Begründung, dass er doch eh schwul sei und dass er doch bitte dazu stehen solle. Noch am selben Tag verliebt er sich in einen Mann. Und kurz danach erfährt er, dass seine Mutter (Debra Lawrance) versucht hat, sich das Leben zu nehmen und dass er deswegen nun bei ihr einziehen muss, um sich um sie zu kümmern. Was für ein Einstieg: verdrängte sexuelle Identität und Depressionen. Schwere Kost, aber hier ist der Ton das entscheidende: Joshs Suche nach seinem Weg im Leben wird in einem lakonischen, melancholischen, warmherzigen Ton erzählt. Der mich beim Gucken gleich von Anfang tief berührt hat. Hier stehen immer traurige und schöne, ernsthafte und lustige Begebenheiten nebeneinander. Diese Serie ist alle Gefühle auf einmal – genau wie das echte Leben. Und wer sich auf sie einlässt, ist diesen Gefühlen ausgeliefert.

In den insgesamt vier Staffeln von „Please Like Me“ findet Josh Liebe, verliert sie wieder, findet sie wieder. Josh erleidet Verlust, Josh erleidet Niederlagen. Aber immer sind da auch viele schöne, herzerwärmende, komische Situationen. Und irgendwie findet er über Umwege seinen Weg. Auch dank seiner Konstanten: sein bester Freund Tom (Thomas Ward) und die komplizierte Beziehung zu seinen geschiedenen Eltern. 


Schon die erste Staffel ist großartig, aber die Serie wird in den folgenden Staffeln noch besser. Einzelne Folgen haben mich so beeindruckt, dass ich sie gleich noch einmal geschaut habe. (Zum Beispiel die Tasmanien-Folge oder das Weihnachtsessen oder der Camping-Ausflug.) Ich habe die Serie vor vier Jahren zum ersten Mal gesehen – und seitdem immer mal wieder. Und wenn ich es mir recht überlege: Es wird höchste Zeit für meine nächste „Please Like Me“-Session.

Alle vier Staffeln von „Please Like Me“ sind in Deutschland bei Netflix verfügbar.

Einen Trailer gibt’s hier.

Wer vor dem Anschauen noch mehr wissen will: Ich habe die deutschsprachige Rezension der Serie beim BR-Angebot „Puls“ gepiqt und kann außerdem die englischsprachige Kritik von Emily Nussbaum beim „New Yorker“ empfehlen. Wer mehr über Josh Thomas, Erfinder, Drehbuchautor und Hauptdarsteller der Serie, wissen möchte: In diesem „Guardian“-Text wurden er und seine Serie 2015 vorgestellt.

„Please Like Me“: Diese wunderbare australische Serie lässt einen nicht so schnell los

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Kommentare 8
  1. Theresa Bäuerlein
    Theresa Bäuerlein · vor 8 Monaten

    Super Empfehlung, danke. Interessant ist ja auch, dass die Serie anscheinend recht autobiografisch geprägt ist - Josh Thomas hat laut deiner verlinkten Artikel ziemlich vieles in dieser Geschichte wirklich erlebt. Vielleicht ist sie deswegen so gut?

    1. Ulrike Klode
      Ulrike Klode · vor 8 Monaten

      Gerne!
      Ja, ich denke auch, dass das einen wichtigen Anteil an der Überzeugungskraft der Serie hat: Josh Thomas weiß und fühlt, wovon er schreibt. Und dass die Chemie zwischen seiner Figur und der Figur des besten Freundes stimmt, ist ja auch kein Zufall: Thomas Ward, der den besten Freund spielt, ist Josh Thomas' bester Freund seit der Schulzeit. Auch andere im Cast sind mit Josh Thomas seit langer Zeit befreundet. Das spürt man, finde ich.
      Was dann aber dazu kommt: die filmische Umsetzung ist hervorragend, die Bilder, die Szenen, der Score. Meiner Meinung nach ist der autobiografische Bezug die entscheidende Grundlage, auf der dann aber auch entsprechend hochwertig und anspruchsvoll aufgebaut wurde.

    2. Daniela Becker
      Daniela Becker · vor 8 Monaten

      @Ulrike Klode Aber auch die Nebenrollen sind wahnsinnig gut besetzt: Hannah Gadsby!

    3. Ulrike Klode
      Ulrike Klode · vor 8 Monaten

      @Daniela Becker Ja! An der Serie stimmt einfach alles! ;-)

    4. Theresa Bäuerlein
      Theresa Bäuerlein · vor 8 Monaten

      @Ulrike Klode Du hast mich überzeugt, ich fange heute Abend mit der Serie an

    5. Ulrike Klode
      Ulrike Klode · vor 8 Monaten

      @Theresa Bäuerlein :-) Viel Vergnügen beim Gucken!

  2. Daniela Becker
    Daniela Becker · vor 8 Monaten

    Ich hab die schon so oft empfohlen. Diese Serie ist so wunderbar.

    1. Ulrike Klode
      Ulrike Klode · vor 8 Monaten

      Wie schön! :-)
      Josh Thomas macht seit diesem Frühjahr übrigens eine neue Serie, in den USA: "Everything's gonna be okay". Bei uns ist sie leider noch nicht zu sehen. Hört sich auf jeden Fall gut, was er darüber so erzählt: https://www.vulture.co...

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