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Rache, Abschreckung, Bloßstellung: Kann man Lukaschenko erklären?

Ulrich Krökel
Osteuropa-Korrespondent / Piqer für DLF-Europaformate
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Ulrich KrökelSamstag, 29.05.2021

Eine Woche ist vergangen, seit die belarussische Luftwaffe einen Passagierjet der Ryanair zur Landung in Minsk gezwungen hat, um den Oppositionsaktivisten Roman Protasewitsch aus dem Flieger zu holen und zu inhaftieren. Die Wellen schlagen international noch immer hoch. Bundesaußenminister Heiko Maas sprach am Freitag vom "Beginn einer großen und langen Sanktionsspirale". Fast zur gleichen Zeit trafen sich die Präsidenten von Russland und Belarus, Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko, in Sotschi und versicherten sich ihrer Bündnistreue. Bei all dem gibt es aber noch immer keine wirklich überzeugende Erklärung für die "Flugzeugentführung im Staatsauftrag", von der westliche Kommentatoren sprechen.

"Hier geht es nicht so sehr um rationale, als vielmehr um emotionale Aspekte. Zum Beispiel um den Wunsch, sich für die Schockmomente zu rächen, die die Machthaber [in Minsk] im letzten Jahr durchgemacht haben." Mit diesen Worten zitiert der regierungskritische belarussische Publizist Alexander Klaskowski, dessen Analyse ich hier verlinkt habe, den Politikwissenschaftler Waleri Karbalewitsch. Alles nur überschießende Emotionen also? Der Hinweis auf Lukaschenkos Gefühlslage muss nicht falsch sein, klingt aber doch arg nach Küchenpsychologie.

Insgesamt zeigt Klaskowskis Analyse, wie sehr Wissenschaftler, Journalisten und andere politische Beobachter noch im Dunkeln tappen: Was sollte das Ganze? Denn unter dem Strich ist Protasewitsch doch keineswegs von so zentraler Bedeutung für den Gang der Dinge in Belarus. Er ist kein Alexei Nawalny. Klaskowski formuliert die Frage konkreter: "Warum ist die Verhaftung Protasewitschs den Machthabern ausgerechnet jetzt so wichtig, dass sie sogar all die unangenehmen Konsequenzen aus dem Ausland in Kauf nehmen?"

Der Autor nimmt mehrere Anläufe, um die Hintergründe auszuleuchten. Da ist das bereits zitierte Motiv der Rache. Hinzu kommt der Faktor Abschreckung. Der ganze Vorgang wirke, "als wollten die Machthaber zeigen: Wenn wir sogar die kriegen, die sich mit der Ausreise in Sicherheit wähnten, dann können wir euch, liebe Täubchen, sowieso jederzeit in die Mangel nehmen." Es ist durchaus aufschlussreich, Klaskowskis immer neuen Erklärungsansätzen zu folgen:

Die belarussischen Behörden rechnen offensichtlich damit, dass der Westen mit seinem „verfaulten Humanismus“ kalte Füße bekommt und keine härtere Gangart einlegen wird. Andere Kommentatoren meinen, dass die belarussische Führung, die die europäischen Politiker für Schwächlinge hält, mit dem Ryanair-Flugzeug dem kollektiven Westen auf den Zahn fühlt: Wird er auch diese Pille schlucken?

Zu einem letztgültigen Ergebnis kommt Klaskowski bei seiner Motivsuche nicht. Am Ende steht eine bittere Bestandsaufnahme: "Der Knoten des Konflikts mit dem Westen zieht sich immer fester zu. Und in Belarus wird alles noch düsterer." Aber auch hinter diese Sätze könnte man mit einiger Berechtigung Fragezeichen setzen. Vielleicht muss man sich deshalb derzeit mit dem Resümee begnügen: Es ist extrem schwer einzuschätzen, das Ganze.

Rache, Abschreckung, Bloßstellung: Kann man Lukaschenko erklären?

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