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Europa

Ulrich Krökel
Osteuropa-Korrespondent
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piqer: Ulrich Krökel
Freitag, 30.08.2019

Italiens neuer Politstar Conte: Der stille Guiseppe beginnt zu strahlen

Manchmal gibt es sie eben doch, diese eher stillen, fast in sich gekehrten Menschen, die inmitten des überlauten Politikgeschäfts über sich hinauswachsen und eine seltene Art von Charisma zeigen. Es ist dann, als begännen sie von innen heraus zu leuchten. Und plötzlich strahlen sie.

Der Italiener Giuseppe Conte scheint zu dieser Art von Politikern zu gehören. Selbst nach seiner Philippika, mit der er kürzlich den überlauten Lega-Populisten Matteo Salvini in die Schranken wies, glaubten viele Beobachter noch, dies sei der letzte Auftritt von Conte als Regierungschef gewesen. Doch nun bleibt er im Amt – und die Kommentatoren im In- und Ausland sind begeistert.

Oliver Meiler, Italien-Korrespondent der Süddeutschen, gehört zu den Beeindruckten. In seinem politischen Porträt schildert er die Verwandlung Contes vom verspotteten "Professörchen aus der Provinz" zu Italiens neuem Politstar. Meiler zeigt dabei viel Sinn für die innere Verbindung zwischen dem Kleinen, dem äußerlichen Detail, und dem ganz Großen:

Alles saß mal wieder perfekt, der Anzug, das weiße Einstecktuch mit den Zacken, auch die nachgefärbte Haarsträhne war gebändigt. [...] Conte durchmaß den Hof des Quirinalspalasts steif wie ein wandelndes Protokoll, nahm den Regierungsauftrag entgegen [...] und versprach, sein neues Kabinett werde Italien politisch stabilisieren, modernisieren und wirtschaftlich wettbewerbsfähiger machen. Dieses unaufgeregte Bild des alten und wohl auch neuen Premiers, es illustriert den vorläufigen Epilog einer schier unfassbaren römischen Sommergeschichte.

Allerdings sind auch stille Stars nicht davor gefeit, zu stürzen oder gestürzt zu werden. Erst recht nicht in Italien. Insofern ist Meilers abschließendes Urteil, Conte seit jetzt "der Retter" des Landes, etwas voreilig. Zu wünschen allerdings wäre es den Italienern – und der gesamten EU.

Italiens neuer Politstar Conte: Der stille Guiseppe beginnt zu strahlen
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Kommentare 1
  1. Achim Engelberg
    Achim Engelberg · Erstellt vor 24 Tagen ·

    Da bin ich skeptisch.

    Nachwievor kenne ich nichts Besseres als diese Schrift von Perry Anderson, die 2015 bei Suhrkamp erschien; im Original schon 2014.

    https://www.suhrkamp.d...

    Die Politiker kamen und gingen, die Probleme blieben.

    In der Leseprobe findet man Stellen, wo man glaubt er spricht über jetzt, obwohl einige Daten überholt sind:
    https://www.suhrkamp.d...

    "Im Panorama der europäischen Dysfunktionalität gilt ein Staat als der schlimmste von allen. Seit Einführung der gemeinsamen Währung hat Italien die schlechtesten wirtschaftlichen Ergebnisse in der Union erzielt: zwanzig Jahre buchstäblich ununterbroche-ner Stagnation und eine Wachstumsrate, die ein gutes Stück unterhalb derjenigen von Griechenland oder Spanien liegt. Die Staatsschulden betragen über 130 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Dabei ist dies keines der in jüngerer Vergangenheit beigetretenen
    kleineren Länder an der Peripherie der Union. Es ist eines der sechs Gründungsmitglieder der EWG, mit einer Bevölkerungszahl vergleichbar der Großbritanniens und einer Wirtschaft, die andert-halbmal so groß ist wie die spanische. Italien ist nach Deutschland noch immer der zweitgrößte Produktionsstandort in Europa und steht auch beim Export von Investitionsgütern an zweiter Stelle. Die Staatsanleihen bilden den weltweit drittgrößten Markt für öffentliche Schuldverschreibungen. Fast die Hälfte der Staatsschuld liegt bei Gläubigern im Ausland (für Japan liegt die Vergleichsziffer unter zehn Prozent). Mit dieser Kombination aus großer wirtschaftlicher Bedeutung und hoher Fragilität ist Italien das wahre schwache Glied der EU, der Punkt, an dem sie theoretisch zerbrechen könnte."

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