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Europa

Ulrich Krökel
Osteuropa-Korrespondent
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piqer: Ulrich Krökel
Donnerstag, 13.06.2019

EU-Erweiterungspläne auf dem Westbalkan: Schauveranstaltung mit Farce-Potenzial

Alle reden über den Brexit und die bevorstehende Verkleinerung der EU auf 27 Mitgliedsstaaten. Dabei steht eigentlich eine neue Ost-Erweiterungsrunde um einige Staaten des Westbalkans auf der Agenda. Erst vor wenigen Wochen trafen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron zum Mini-Gipfel mit den Staats- und Regierungschefs aus der Region. Glaubt man dem Innsbrucker Politikwissenschaftler Andreas Mauer, scheint das Ganze aber kaum mehr als eine Schauveranstaltung mit Farce-Potenzial zu sein.

Maurer verweist in seinem Vortrag, den DLF Nova in seiner Hörsaal-Reihe als Podcast veröffentlicht hat, unter anderem auf die nötigen Referenden in Frankreich und einigen anderen EU-Staaten. Fazit: "Ich sehe nicht, dass es auch nur für irgendeinen Staat aus dieser Region [gemeint ist der Westbalkan] eine Mehrheit geben würde." Man könne das Thema im Grunde also zu den Akten legen, mit  gutem Willen auf Wiedervorlage in fünf oder zehn Jahren. Ich für meinen Teil würde es anders sehen: An dieser Stelle müsste man erst richtig anfangen, darüber zu debattieren, wie es weitergehen kann mit der EU in Sachen Vertiefung und Erweiterung.

Im Prinzip macht Maurer das in seinem Vortrag auch. Er blickt zurück auf die Erweiterungsgeschichte der EU und erörtert Perspektiven. Dass der Stand der Dinge eher wenig Mut macht, vor allem für die Beitrittskandidaten auf dem Balkan, kann man ja schlecht dem Überbringer der düsteren Botschaft anlasten. Die Problemlage auf dem Kontinent ist nun einmal, wie sie ist (Rechtspopulismus, Brexit, Streit um Klimaschutz und Migration etc.). Umso mehr lohnt es sich, Seitenblicke zu wagen auf wenig beachtete Themen. Maurer tut das höchst spannend. Danke deshalb an DLF Nova für die gute Wahl!

EU-Erweiterungspläne auf dem Westbalkan: Schauveranstaltung mit Farce-Potenzial
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Kommentare 1
  1. Achim Engelberg
    Achim Engelberg · Erstellt vor 2 Monaten ·

    Wenn die EU nicht zu uns kommt, gehen wir nach Deutschland!
    Das ist eine Stimmung und eine Bewegung erlebte, die ich bei der Co-Leitung einer Reise von Thessaloniki über Skopje, Kosovo, Serbien bis nach Kroatien.
    Die Goethe-Institute sind überfüllt, man lernt Deutsch.
    Mittlerweile rechnen die Staaten und viele Familien mit Geldern, die aus Westeuropa zurückfließen.

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