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Europa

"Die EU ist unser einziger Schutz vor einem großen Krieg"

Ulrich Krökel
Osteuropa-Korrespondent / Piqer für DLF-Europaformate
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Ulrich KrökelDonnerstag, 13.05.2021

Außenansichten der EU: Da denkt man zuerst vielleicht an den ehemaligen US-Außenminister Henry Kissinger, der lästernd fragte, wen er denn in dieser seltsamen Union anrufen solle, wenn er ein wirklich wichtiges Anliegen habe. Oder man denkt an afrikanische und chinesische Perspektiven. Dass es EU-Außenansichten auch innerhalb Europas zur Genüge gibt, wäre zumindest mir bei dem Podcast-Titel "Von außen betrachtet" nicht sofort eingefallen. Aber natürlich sind da so verschiedene Staaten wie das reiche Norwegen, die krisengeschüttelte Ukraine und seit Neuestem auch Brexit-England, die diese seltsame Union von außen betrachten.

Die genannten drei Länder sowie Nordirland, die Schweiz und Serbien stehen im Zentrum der jüngsten Folge der "Gesichter Europas". Die Reportagereihe ist jeweils samstags um 11:05 Uhr im linearen Programm des Deutschlandfunks zu hören oder als Podcast. Bei den Außenbetrachtungen handelt es sich um eine Feiertagsausgabe zum Europatag am 9. Mai. Da hätte man natürlich gern nur Gutes gehört über die EU. Die DLF-Reporter*innen haben aber erfreulich vielfältige Stimmen eingefangen, die sich zu einem absolut hörenswerten Podcast zusammenfügen.

Ebenso vielfältig sind die Gründe, weshalb die einen, die Brexit-Briten, die EU verlassen haben, während andere, wie die Ukrainer, noch nicht rein dürfen und wiederum andere gar nicht wollen. So wie Norwegen, wo 1972 und 1994 über einen EU-Beitritt abgestimmt wurde, jeweils mit knapp negativem Ergebnis:

[Reporter:] Das alles scheint lange her zu sein. Keine der im Storting, dem norwegischen Parlament, vertretenen Parteien fordert noch einen Beitritt zur Europäischen Union. Und die Umfragen zeigen, dass heute sogar 70 Prozent aller Norwegerinnen und Norweger gegen einen Beitritt stimmen würden. [...] Die Einnahmen aus der Öl- und Gasförderung sind der [wichtigste] Grund für die Selbstgenügsamkeit seiner Landsleute, sagt der Journalist Truls Strand: "Wir besitzen sehr viel Geld. Wir haben 1200 Milliarden Kronen auf dem Sparbuch, etwa 120 Milliarden Euro. [...] Wir sind also finanziell gut abgesichert und brauchen, etwa im Kampf gegen die Pandemie, gar keine Hilfe von außen."

Geht es also nur ums Geld? Keineswegs, wie manche skeptische Stimmen aus der Ukraine belegen, sogar aus dem vom separatistischen Donbass-Krieg so hart getroffenen Osten des Landes:

[Reporterin:] Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert eine zügige Aufnahme der Ukraine in die EU und die Nato. Olga Altunina [aus Slowjansk im geteilten Gebiet Donezk] findet das richtig: "Die Mitgliedschaft in der EU ist unser einziger Schutz vor einem großen Krieg mit Russland." [...Reporterin:] Aber so denken nicht alle in der Ukraine. [... Altunina:] "Meine Mutter ist in der Sowjetunion groß geworden. Ihr ging es dort gut. Sie war damals jung, hatte ein kleines Kind, sie war glücklich. Sie hatte eine gute Anstellung und konnte sich Urlaub am Meer leisten. Jetzt ist sie 66, hat jede Menge Krankheiten und eine kleine Rente. Natürlich erinnert sie sich an die Zeit in der Sowjetunion als eine unfassbar glückliche. Was die Ukraine auch tut, die Alten werden das immer so sehen."

Unterm Strich ergibt sich ein Außenbild von der EU, das so facettenreich ist wie die Staatengemeinschaft selbst. Und das ist dann doch wieder genau das Richtige zum Europatag.

"Die EU ist unser einziger Schutz vor einem großen Krieg"

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Kommentare 1
  1. Der Barde Ralph
    Der Barde Ralph · vor 7 Monaten

    Kann man nicht oft genug teilen diesen Artikel, danke

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