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Europa

Belarus und die schwindende Hoffnung auf Freiheit

Ulrich Krökel
Osteuropa-Korrespondent / Piqer für DLF-Europaformate
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Ulrich KrökelSonntag, 28.03.2021

Die letzten Tage haben gezeigt, dass Diktator Alexander Lukaschenko in Belarus seine Machtposition über den Winter entscheidend gefestigt hat. Alle Versuche der Opposition im Land, die Freiheitsrevolte des vergangenen Sommers mit einem "belarussischen Frühling" zu erneuern, schlug das Regime mit großer Brutalität nieder. Genauer gesagt müsste man allerdings von Exil-Opposition sprechen. Denn Lukaschenko ist es mithilfe seines Gewaltapparates in den vergangenen Monaten gelungen, ausnahmslos alle führenden Figuren des Widerstands entweder aus dem Land zu treiben oder sie einzukerkern.

Den Belarussen im Exil hat der Deutschlandfunk seine jüngste Folge der Reportagereihe Gesichter Europas gewidmet. Aus Berlin und Moskau, Kiew und Warschau liefern die DLF-Korrespondenten eindrucksvolle Momentaufnahmen, die Schlaglichter auf das Leben, die Hoffnungen und Ängste von Exil-Belarussen werfen. Zum Beispiel in Deutschland, wo Yaraslava Ananka und Heinrich Kirschbaum in der Hauptstadt regelmäßig mit Gleichgesinnten der Gruppe Razam (Gemeinsam) auf die Straße gehen, um ihre Solidarität mit ihren Landsleuten in der Heimat zu zeigen:

[O-Ton:] "Die Belarussen sind sehr zuversichtlich. Sehr verantwortungsvoll. Das sieht man auch hier in der Diaspora. Jeder macht etwas, und man kann sich aufeinander verlassen. [...]" [Reporterin:] Dass das kein Klischee ist, zeigen die vielfältigen Aktivitäten des Vereins Razam. Mitglieder sammeln in Deutschland Geld für Menschen, die aufgrund ihrer politischen Haltung in Belarus ihre Arbeit verloren haben oder mittellos in Staaten geflohen sind, in denen sie keine finanzielle Unterstützung bekommen. [...] Und Razam hat zahlreiche Kontakte in die deutsche Politik geknüpft. Es werde aber immer schwieriger, Aufmerksamkeit für Belarus zu wecken.

Das macht wenig Hoffnung, frei nach der Devise: Wer sich in autoritär regierten Staaten auf EU-Unterstützung verlässt, der ist verlassen. Daran ändert wohl auch die enorme Hilfsbereitschaft in einigen Nachbarstaaten von Belarus nichts. Allen voran sind die baltischen Staaten und Polen zu nennen, wo "Menschen und Initiativen aus Belarus mit Hilfe rechnen können, mit Einreiseerleichterungen und einem leichteren Zugang zum Arbeitsmarkt, mit Stipendien an den Universitäten". Dass es damit nicht unbedingt getan ist, zeigt der Fall des Historikers Aliaksei Schalanda, den Florian Kellermann in Warschau getroffen hat:

[Schalanda]: Ich wohne hier mit einer Kollegin [in zwei Zimmern des Deutschen Historischen Instituts], und ich denke, bis auf Weiteres müssen wir hier bleiben [kurzes, gezwungen wirkendes Lachen], für eine gewisse Zeit wenigstens. [Reporter:] Das Lachen von Aliaksei Schalanda klingt alles andere als fröhlich. Später erklärt er, warum. Der 51-Jährige fühlt sich zu alt, um mit so viel Unsicherheit umzugehen. Zu Hause in Minsk sind noch seine Frau und sein Sohn.

Fazit: Eine äußert hörenswerte Reportage-Collage, die einmal mehr zeigt, über welch herausragende Korrepondenten der Deutschlandfunk verfügt. Vorösterliche Zuversicht hinterlassen die Beiträge aber nur sehr bedingt.

Belarus und die schwindende Hoffnung auf Freiheit

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