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Diversitätsversuche im Literaturbetrieb

Tino Hanekamp
Autor

Tino Hanekamp war Journalist und Musikjournalist, hat in Hamburg zwei Musikclubs gegründet (Weltbühne, Uebel & Gefährlich), einen Roman geschrieben (‚So was von da‘) und unlängst ein Buch über Nick Cave ('... über Nick Cave'). Er lebt im Süden Mexikos.

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Tino HanekampFreitag, 26.03.2021

Was bisher geschah: In zahlreichen Ländern wird derzeit das Gedicht "The Hill We Climb" der seit ihrem Auftritt bei Joe Bidens Amtseinführung weltberühmten amerikanischen Dichterin Amanda Gorman übersetzt. Doch Anfang März trat die niederländische Übersetzerin von ihrem Auftrag zurück, nachdem es in den sozialen Medien Kritik gegeben hatte, weil Amanda Gorman schwarz ist, ihre jetzt-doch-nicht-Übersetzerin aber nicht. Nun wurde dem katalanischen Gorman-Übersetzer das Projekt entzogen (unklar, ob vom Verlag oder von Gormans Agenten), und zwar nachdem er mit der Übersetzung schon fertig war, weil er nach eigener Aussage „das falsche Profil“ dafür habe.

Da platzte der deutschen Autorin und Übersetzerin Rasha Khayat, wie sie schreibt, der Kragen.

Ich denke: Was ist hier eigentlich los? Wartet man jetzt gar nicht mehr ein Ergebnis ab, sondern spricht einem vermutlich qualifizierten und erfahrenen Übersetzer schon im Vorhinein ab, seine Arbeit gut machen zu können? Was hat es mit diesem vorauseilenden Gehorsam auf sich, dass auch der deutsche Verlag ein dreiköpfiges Team an diesen relativ kurzen Text setzt? Ein Team, das zwar divers aussieht, aber zu zwei Dritteln gar nicht aus Literaturübersetzerinnen besteht?

In ihrem hier gepiqten, sehr aufschlussreichen Text macht Khayat klar, was sie von derartigen Diversitätsversuchen des Literaturbetriebs hält, nämlich nichts.

Ginge es dem Betrieb um echte strukturelle Veränderung, die wahrlich hinter literarischer Qualität stünde, würde er aufhören, uns allen Etiketten anzuheften, und stattdessen unsere Arbeit in den Mittelpunkt des Marketings setzen, nicht unsere dunkle Haut oder unsere unaussprechlichen Namen. Oder wie es meine Freundin, die Autorin Karosh Taha, kürzlich in einem Essay formulierte: "Diversität als Marketingtool ist zu verachten, weil es die reelle Struktur nicht verändert, sondern nur kosmetische Veränderung ist.“

Diversitätsversuche im Literaturbetrieb

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Kommentare 2
  1. Achim Engelberg
    Achim Engelberg · vor 15 Tagen

    Das Unternehmen scheint literarisch gründlich daneben gegangen zu sein:
    https://www.derstandar...

    1. Tino Hanekamp
      Tino Hanekamp · vor 15 Tagen

      Oha, in der Tat. Wirklich schwer zu begreifen, diese Verwässerungen in der Übersetzung, wie dem Text die Kraft genommen wurde. Das hätte ich nun nicht erwartet. Danke für den Link.

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