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Zeit und Geschichte

Thomas Wahl
Dr. Phil, Dipl. Ing.
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Thomas Wahl
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Freitag, 06.03.2020

Lenin und der Beginn des totalitären Zeitalters

Vor 150 Jahren wurde Lenin geboren. Für die einen ein großer Denker und Politiker, für die anderen eine wesentliche Ursache für die Gräuel des 20. Jahrhunderts. Seine programmatische Schrift von 1905 "Was tun" war der konzeptionelle Ausgangspunkt der bolschewistischen Revolution im Oktober 1917 und ein Beweis dafür, dass gute Absichten oft fürchterliche Folgen haben. 

Der Artikel ordnet dieses berühmte Traktat zunächst ein in den "Revisionismusstreit" innerhalb der sozialistischen Bewegung. Also die Frage - Revolution oder Reform der Gesellschaft, Utopie oder Realismus? Man könnte aus Sicht der radikalen Strömung um Rosa Luxemburg und Alexander Helphand (Parvus) auch formulieren "Revolution oder Kapitulation". 

Für Rosa Luxemburg wiederum bedeutete der Verzicht der Industriearbeiter auf den revolutionären Klassenkampf eine Hinnahme der bestehenden Herrschaftsverhältnisse, eine Kapitulation vor ihnen. Zugleich warf sie Bernstein Folgendes vor: "Bernstein hatte damit angefangen, das Endziel um der Bewegung willen aufzugeben. Da es aber tatsächlich keine sozialdemokratische Bewegung ohne das sozialistische Endziel geben kann, so endet er notwendig damit, dass er auch die Bewegung selbst aufgibt."

Letztlich ein Dilemma, vor dem die Linke immer wieder steht, wenn sie die utopischen Elemente ihrer Theorie nicht zu einem neuen Konsens führt. 

Da Lenin evolutionäre, "revisionistische" Wege zur Verbesserung der Lage der Werktätigen ablehnte, hatten mit der Oktoberrevolution 1917 die radikalen Anhänger der Utopie des „Kommunistischen Manifestes“ von der Abschaffung des Privateigentums hin zu einer klassenlosen Gesellschaft überraschend die Macht in einem der größten Länder der Erde erobert.

Nach der klassischen Theorie des Marxismus war dieses Reich für eine Verwirklichung der Visionen des „Kommunistischen Manifestes“ eigentlich völlig  ungeeignet. Und diese Bedenken hatten die Väter des Manifestes Marx und Engels auch immer formuliert.

Um die Jahrhundertwende war es (Rußland, T.W.) im Wesentlichen noch ein Agrarland, in dem die Industriearbeiterschaft nur eine verschwindende Minderheit der Bevölkerung darstellte. Abgesehen davon war Russland zu Lebzeiten von Marx und Engels noch eine autokratische Monarchie, die das Prinzip der Gewaltenteilung, wenn man von der unabhängigen Gerichtsbarkeit (seit 1864) absieht, nicht kannte. So fehlten Russland alle Voraussetzungen für die Entwicklung einer erfolgreichen sozialdemokratischen Bewegung nach westlichem Muster.

Wie konnte diese Revolution überhaupt gelingen? Es war wesentlich der Hebel einer "Partei neuen Typs", der Leninschen Kaderpartei einer revolutionären Avantgarde. So hatte schon Kautsky festgestellt:

Das moderne sozialistische Bewusstsein kann nur entstehen auf Grund tiefer wissenschaftlicher Einsicht … Der Träger der Wissenschaft ist aber nicht das Proletariat, sondern die bürgerliche Intelligenz; in einzelnen Mitgliedern dieser Schicht ist auch der moderne Sozialismus entstanden und durch sie erst geistig hervorragenden Proletariern mitgeteilt worden….. Das sozialistische Bewusstsein ist also etwas in den Klassenkampf des Proletariats von außen Hineintragendes, nicht etwas aus ihm urwüchsig Entstandenes.

Lenin machte daraus:

Gebt uns eine Organisation von Revolutionären, und wir werden Russland aus den Angeln heben!

Das ist ihnen wahrlich gelungen. Und so nahm das Unheil seinen Lauf. Als der Rausch der Revolution verschwunden war, wuchsen die Probleme und der Widerstand. Die Antwort Lenins hieß: Terror.

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