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Volk und Wirtschaft

Kleinbauern – die Lösung für die globale Nahrungsproduktion?

Thomas Wahl
Dr. Phil, Dipl. Ing.
Zum piqer-Profil
Thomas WahlSamstag, 14.08.2021
Oft liest man z. B. das Hohelied der Kleinbauern:
"Die meiste Nahrung auf der Welt wird von den 500 Millionen Kleinbauern produziert."
Der gleiche Text zeigt auch: Auf dem Kontinent Afrika sind 62 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Und doch (oder gerade deswegen?) ist der Anteil der Hungernden mit 20 % der Menschen dort am höchsten. Die kleinteilige Landwirtschaft ist offensichtlich unproduktiv und kann die eigene Bevölkerung, obwohl mehrheitlich mit Nahrungsproduktion beschäftigt, nicht versorgen. 

"Our World in Data" widmet nun eine statistische Analyse der Frage, welchen Anteil die kleinbäuerliche Landwirtschaft in der globalen Agrarproduktion hat. Und konstatiert zunächst auch:
Most (84%) of the world’s 570 million farms are smallholdings; that is, farms less than two hectares in size. Many smallholder farmers are some of the poorest people in the world. Tragically, and somewhat paradoxically, they are also those who often go hungry.
Sagt dann aber, dass die Behauptung der "UN Food and Agriculture Organization (FAO)", das "small-scale farmers produce over 70% of the world’s food needs" falsch oder zumindest grob irreführend sei.
In other reports it has said that smallholder and family farms (which raises issues of how these terms are defined) produce 70-80% of the world’s food. This would mean that small farms produce nearly all of the world’s food. This has become a zombie statistic: one that has been repeated by many other organizations despite there being no evidence to support it.
Die Organisationen betrachten die Begriffe "Small Farms" und "Family Farms" als austauschbar, obwohl es sich, was die Betriebsgröße angeht, um sehr unterschiedliche Phänomene handelt. Eine im Artikel herangezogene Studie, die erstmals einen nach Betriebsgröße geordneten, offenen Datensatz über die weltweite Lebensmittelproduktion erstellt hat, kommt zu ganz anderen Ergebnissen.
Smallholder farmers produce 29% of the world’s crops, measured in kilocalories. Less than half of previous claims. They do so using around one-quarter (24%) of the world’s agricultural land. They account for a bit more crop production than land use because smaller farms tend to achieve higher yields. This is very labor-intensive work; smaller farms get higher land productivity, but lower labor productivity.These farms account for an even greater share of the world’s food supply – one-third (32%) of it. This is because smaller farms tend to allocate a larger share of their crops towards food, rather than animal feed or biofuels.

Um nun die oben genannten 70–80 % Anteile zu erreichen, muss man nach den Daten der Studie Betriebsgrößen bis zu 200 Hektar mit einbeziehen. Es zeigt sich, auch wenn gut 30 % der weltweiten Nahrungsmittelproduktion durch kleine Landwirte immer noch ein beträchtlicher Anteil ist, es ist nicht einmal die Hälfte des angenommenen und propagierten Wertes.

Dabei ist die Annahme, dass Familienbetriebe in der Landwirtschaft 70–80 % der Weltnahrung produzieren, wahrscheinlich richtig. Nur das diese Betriebe nicht allein aus Kleinbauern bestehen.

The definition of a family farm is broad: it’s one that is operated by an individual or group of individuals, where most labor is supplied by the family. This means they can be of any size – many family farms are large. Orders of magnitude larger than our under-two-hectare smallholders. They find that family farms produce around 80% of the world’s food. To be clear: small farms produce one-third of the world’s food. Family farms – of any size – produce 80%. These terms should not be used interchangeably because they are very different.

Es zeigt sich auch, dass die durchschnittliche Farmgröße eines Landes positiv mit dem Wohlstand (GDP pro Kopf) korreliert. Zum Schluss betont "Our World in Data" wie wichtig die Steigerung der Produktivität in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft ist, um die ärmsten Länder auf ein mittleres Einkommensniveau zu heben. Auch wenn sie nur 30 % der weltweiten Nahrungsmittel produzieren – die meisten landwirtschaftlichen Betriebe der Welt sind Kleinbauern, die zu den Ärmsten der Welt gehören. Aber es gilt auch:
We should avoid the romanticization of a future where most still spend their time working the fields for small returns. That would be a future where hundreds of millions continue to live in poverty.
Kleinbauern – die Lösung für die globale Nahrungsproduktion?

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