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Medien und Gesellschaft

Amerikas Medien, ihre Geschäftsmodelle und die "moral panic"

Thomas Wahl
Dr. Phil, Dipl. Ing.
Zum piqer-Profil
Thomas WahlSamstag, 30.10.2021

Der Artikel scheint mir ein Lehrstück über die Scheinheiligkeit vieler (amerikanischer) Medien zu sein. Das nicht nur Zeitungsmedien durch die Digitalisierung in wirtschaftlich schwierigen Fahrwassern sind, ist bekannt. Das man experimentieren muß, um da heraus zu kommen ist auch klar. Aber was Batya Ungar-Sargon am Beispiel der "New York Times" zeigt, macht den tiefen moralischen Niedergang einer ganzen Berufsgruppe deutlich. Zumindest, wenn die Fakten im Ganzen stimmen. 

Sicher waren die Beziehungen zwischen der Presse und Donald Trump symbiotisch:
Trump nutzte das weit verbreitete Gefühl, dass die Journalisten, die das amerikanische Leben dokumentierten, auf normale Menschen herabsahen (er lag nicht falsch). Als er die Klassennormen der Politischen Korrektheit zerstörte, die die Presse von Präsidentschaftskandidaten erwartete, konnten die liberalen Medien nicht genug von ihm bekommen.

Man schätzt, dass Trump durch die Medienberichte über seine Eskapaden als Kandidat in den Vorwahlen eine kostenlose Wahlkampfhilfe  von etwa 2 Milliarden Dollar erhalten hat, sechsmal mehr als jeder seiner republikanischen Rivalen. Diese Berichterstattung setzte demnach den Grundstein für Trumps Sieg 2016. Aber Trump profitierte nicht allein:
Der geschäftsführende Vorsitzende von CBS, Les Moonves, sagte, dass die Trump-Kampagne „vielleicht nicht gut für Amerika ist, aber sie ist verdammt gut für CBS“. …. Durchgesickerte Aufnahmen zeigten, dass der Präsident von CNN, einem Kanal, der eine große Show gegen Trump machte, Trump ermutigte, zu kandidieren, und ihm sogar Tipps gab, wie man eine von CNN gesponserte Debatte gewinnen kann.
Haßkampagnen gegen Trump belebten die Geschäfte vieler Medien schlagartig.
Die New York Times spielte eine herausragende Rolle bei der Rechtfertigung der liberalen Medien für ihre Trump-Strategie und wies immer wieder darauf hin, dass er kein „normaler“ Präsident war. Als Trump gewann, konnten liberale Medien, die in den linksgerichtetesten Bezirken Amerikas gefangen waren, einfach nicht verstehen, dass viele Amerikaner der Meinung waren, dass Donald Trump eine bessere Option war als Hillary Clinton. Also kamen sie mit alternativen Erklärungen für seinen Sieg.
Als 2016 ein BuzzFeed-Bericht festschrieb, dass in den letzten drei Monaten der Kampagne falsche Nachrichtenberichte mehr Facebook-Engagement - über eine Million mehr Aktionen, Reaktionen und Kommentare - erzeugt hatten als die New York Times, die Washington Post, die Huffington Post und NBC News zusammen, war klar - Facebook und die deklassierten Unterschichten sind schuld.
Es war die perfekte Geschichte für die liberalen Nachrichtenmedien: Es bestätigte, dass diejenigen, die mit ihnen nicht einverstanden waren, nicht nur im Unrecht, sondern auch dumm waren und an alle Arten von Unsinn glaubten. Sie waren weniger daran interessiert zu berichten, dass zwei von drei Demokraten glaubten, dass Russland am Wahltag die Stimmenauszählung manipuliert habe, wofür es überhaupt keine Beweise gibt.

Für die "Times" war diese Methode der Emotionalisierung Umsatz-Manna in großem Umfang - Z.B. mit der simplen Erklärung: Trump-Wähler sind eben Rassisten. Die Erzählung, dass Trumps Wähler ihn aus wirtschaftlicher Angst gewählt hatten, viel eher unter den Tisch.
Im Jahr 2017 gewann die Zeitung 340 Millionen Dollar an Online-Abonnements: 46 Prozent mehr als 2016. Sechsundvierzig Prozent ist auch das Wachstum, für das Facebook rühmen kann. Und das Doppelte der Wachstumsrate von Google. Im Jahr 2019 gewann die Times mehr als eine Million reine digitale Nettoabonnenten hinzu und erreichte insgesamt 5,2 Millionen. Dank Trump erreichte das Unternehmen sein digitales Umsatzziel von 800 Millionen Dollar für 2020 ein Jahr früher.

So erklärte die Werbewebsite der Times stolz:

Durch die Identifizierung von Verbindungen zwischen Inhalten und Emotionen haben wir die Werbebindung erfolgreich um das Sechsfache effektiver gesteigert als IAB-Benchmarks ……
Und wenn man wissen will, was Amerikas gebildete liberale Eliten emotional wirklich berührt, muß man laut Batya Ungar-Sargon, nur die Times der letzten Jahre lesen. Da wirken zwei Themen emotionaler als alles andere: Trump und Rassismus. Dazu weiter:
Und was einst ein Geschäftsmodell war, das auf einem Kulturkrieg aufbaute, hat sich in den letzten Jahren in eine ausgewachsene moralische Panik verwandelt.

Hoffen wir, dass  Medien und die Bildungseliten in der Lage sind, sich bald selbst tiefer zu analysieren, um diesen fatalen Pfad zu verlassen?

Amerikas Medien, ihre Geschäftsmodelle und die "moral panic"

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