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Wissenschaft und Forschung

Wie Covid das System der evidenzbasierten Medizin herausforderte

Silke Jäger
Freie Journalistin und Texterin für Gesundheitsinfos

Ich lebe in Marburg und schreibe über Gesundheit, eHealth, Gesundheitspolitik und den Brexit. Für: Krautreporter, Gute Pillen – Schlechte Pillen und RiffReporter. Non-Profit-Projekt: Podcast http://evidenzgeschichten.podigee.io/

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Silke JägerMontag, 07.06.2021

Die medizinische Forschung hat sich einen Standard gegeben, der sicherstellen soll, dass Patient:innen möglichst viel von Behandlungen profitieren und dabei möglichst wenig Risiken eingehen müssen. Dieser Standard ist die evidenzbasierte Medizin. Gute Wissenschaftspraxis wird dabei mit der Expertise der praktizierenden Mediziner:innen verzahnt. Patient:innen sind Teil des Behandlungsteams, sie sollen durch gute Gesundheitsinformationen und Beratungen in die Lage versetzt werden, informierte Entscheidungen über ihre eigene Gesundheit zu treffen.

Die Pandemie war eine Herausforderung für dieses System, das ohnehin oft genug in der Praxis nicht greift – zu aufwändig, zu umständlich, zu neu: So urteilen immer noch viele, die sich mit evidenzbasierter Medizin nicht ausreichend auseinandergesetzt haben. Darunter auch Mediziner:innen selbst.

Basis dieses Systems ist gute Wissenschaftspraxis: Studiendesigns, die mit zufällig erzeugten Vergleichsgruppen arbeiten zum Beispiel und weitere Vorgaben einhalten, die dazu beitragen, dass möglichst keine statistischen Verzerrungen entstehen.

Doch in der Pandemie war vor allem Tempo gefragt. Die Zeit für gute Studien sei zu knapp, meinten viele. Die Zahl der Veröffentlichungen wuchs gefühlt exponentiell an. Dabei war das angestrebte Qualitätsniveau oft nicht zu halten und ungerechtfertigte Hoffnungsträger hatten Konjunktur, wie zum Beispiel das von Donald Trump mit Vorschusslorbeeren bedachte Hydroxychloroquin (dieser Text erklärt das Problem an genau diesem Beispiel).

Die Frage, die sich viele jetzt stellen: Was bedeutet es für den Standard der evidenzbasierten Medizin, wenn er unter Zeitdruck nicht funktioniert? 

Der gepiqde Text erklärt, warum diese Sorge ungerechtfertigt ist. Ja, es stimmt: In der Pandemie gab es zu viele Studien mit wenig Aussagekraft. Aber es entstanden auch Mega-Studien, die es in dieser Form noch nie zuvor gegeben hat. So ein Beispiel ist SOLIDARITY, eine Studie mit 12.000 Patient:innen aus 30 Ländern. Oder RECOVERY, eine Studie, die 40.000 Patient:innen aus 120 Behandlungszentren in Großbritannien rekrutierte, um schneller Wirkstoffe zu finden, mit denen sich Covid-Symptome reduzieren lassen. So fanden die Forscher:innen heraus, dass Dexamethason, ein schon lange eingesetztes Glukokortikoid, bei schweren Covid-Verläufen hilft.

Dieser Grad an Kooperation, die Schnelligkeit und der unbürokratische Ansatz sind wegweisend und könnten die evidenzbasierte Medizin vom Vorwurf befreien, zu unflexibel und starr zu sein. Denn gerade das ist die Stärke des evidenzbasierten Ansatzes: Zusammentragen und Zusammenführen, was die große Forschungsgemeinde an Wissen erzeugt und prüfen, wie verlässlich das ist.

Wie Covid das System der evidenzbasierten Medizin herausforderte

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