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piqer: Reportagen. fm
Montag, 18.03.2019

Warum wir darüber nachdenken müssen, ob wir weiter auf "Hindenburg"-Straßen fahren wollen

Ist es richtig, dass es in Deutschland noch immer Straßen und Plätze gibt, die nach dem Reichspräsidenten Paul von Hindenburg benannt sind? Dem Mann, den Straßennamen-Aktivisten (ja, die gibt es, Zeit-Reporter Bastian Berbner hat sie getroffen) für den "Steigbügelhalter des Faschismus" halten, weil er Adolf Hitler als Reichskanzler ermöglichte?

Ich glaube, es gibt – vereinfacht gesagt – zwei mögliche Reaktionen auf diese Frage: Erstens: Haben wir keine anderen Probleme? Und zweitens: Warum zum Teufel, heißen Straßen, Plätze, Bahnübergänge noch immer nach nach Tätern, Mitläufern und Ermöglichern des Faschismus? Es sind ja nicht nur die Hindenburgstraßen, sondern auch die Rommel-Kasernen und so weiter.

Wäre ich Straßennamen-Aktivist, wäre ich für eine radikale Lösung. Ich würde fordern, jede Straße in Deutschland nach einem Opfer des Faschismus zu benennen, um diese niemals zu vergessen. In Yad Vashem, der zentralen Gedenkstätte an den Holocaust, gibt es eine Liste von 4,5 Millionen Ermordeten, deren Namen man kennt. Man müsste jede einzelne der gut 1,2 Millionen deutschen Straße vierteilen, um jeden Namen einmal vergeben zu können.

Warum wir darüber nachdenken müssen, ob wir weiter auf "Hindenburg"-Straßen fahren wollen
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Kommentare 1
  1. Cornelia Gliem
    Cornelia Gliem · Erstellt vor 10 Monaten ·

    selbst falls man Hindenburgs Rolle für nicht größer hielte bei der Machtergreifung der Nazis als anderer Politiker im damaligen Reichstag - gäbe es doch gute Argumente dafür, alle Straßen Plätze Bahnstrecken mit seinem Namen zu ändern: allein seine unrühmliche Rolle als leitender General im Ersten Weltkrieg reicht dafür schon.

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