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piqer: Deine Korrespondentin
Mittwoch, 25.03.2020

Coronavirus im Libanon

Aus aktuellem Anlass publizieren wir in den nächsten Tagen und Wochen verstärkt Erlebnisberichte von unseren Korrespondentinnen. Sie schildern wie sich das Coronavirus in ihren jeweiligen Ländern auswirkt, wie die Menschen und die Politik damit umgehen. Das heutige Stimmungsbild kommt aus dem Libanon von Korrespondentin Julia Neumann.

Am 15. März hat die libanesische Regierung den Notstand ausgerufen. Die Grenzen sind geschlossen; Schulen, Universitäten, Restaurants und Bars dicht, Kulturveranstaltungen abgesagt. Nicht alle Menschen hielten sich anfangs an die Ausganssperre. Christ*innen im Land gingen weiter in die Kirchen und Jogger*innen liefen an der Strandpromenade entlang. Nun laufen Soldat*innen Patrouille durch die Straßen und verteilen Strafzettel. Zwar gibt es kein Bußgeld und niemand weiß etwas mit den Zetteln anzufangen, doch es soll die Menschen abschrecken, aus Lust und Laune vor die Tür zu gehen. Rausgehen darf nur noch, wer Lebensmittel, Medizin oder Benzin benötigt.

Dabei hatten viele gerade ein neues Bewusstsein für den öffentlichen Raum entwickelt. Denn der Libanon ist in der Hand von Großinvestor*innen und jegliche Landfläche ist privatisiert. Parks, Spielplätze, öffentliche Strände – all das fehlt. Um im Sommer eine Wiese zum Picknicken oder einen unversperrten Zugang zum Meer zu finden, braucht es Ausdauer und Insiderwissen. Umso erstaunlicher war da im Oktober vergangenen Jahres der kleine Sieg, den Protestierende errungen: Sie holten sich Straßen und öffentliche Plätze, die sonst unbelebt waren, zurück.

Seit dem 17. Oktober protestierten die Libanes*innen gegen ihre korrupten Politiker*innen und deren Missmanagement. Tausende gingen auf die Straßen und schafften es, die Regierung zum Rücktritt zu zwingen. In der schicken Beiruter Innenstadt rund um Läden von Versace und Armani rauchten Menschen plötzlich Wasserpfeife auf Plastikstühlen, Aktivist*innen schlugen ihre Zelte auf.

Das Protestlager wurde von den Sicherheitskräften im Zuge der Corona-Maßnahmen nun geräumt. Das neu gefundene öffentliche Leben ist zum Stillstand gekommen. Der Haushaltswarenladen oder die Näherei um die Ecke haben seit einer Woche bereits geschlossen. Die sonst mit Autos verstopften Straßen sind leer, die verpestete Luft wird sauberer. Supermarktverkäufer*innen arbeiten mit Handschuhen, die Kund*innen in der Bäckerei oder beim Gemüseladen tragen Mundschutz. Einige politische Parteien nutzen die Ängste, um nach den Protesten wieder für sich zu werben: Sie stellen kostenlos Desinfektionsmittel mit Parteistickern vor die Haustüren. 

Coronavirus im Libanon
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