Kanäle
Jetzt personalisiertes
Audiomagazin abonnieren
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Wissenschaft und Forschung

Paul Boes
Doktorand theoretische Physik
Zum User-Profil
piqer: Paul Boes
Dienstag, 07.08.2018

Strukturelle Parallele in 50 Sprachen kann durch den gleichen kognitiven Mechanismus erklärt werden

1935 publizierte Linguist George Zipf folgenden kuriosen Fund: Das häufigste Wort im Englischen, the, tritt in etwa doppelt so häufig auf wie das zweithäufigste, of, etwa dreimal so häufig wie das dritthäufigste, and, und so weiter. Das resultierende "Zipfsche Gesetz" - dass das häufigste Wort einer Sprache etwa k-mal so häufig auftritt wie das k-häufigste - hält auch für andere Sprachen. Warum ist das so?

Dieses Phänomen kann theoretisch auf viele Arten erklärt werden - tatsächlich würden sogar Affen an Schreibmaschinen Texte mit Zipfscher Verteilung produzieren. Der Teufel steckt also im Detail. Eine Reihe von Forschern aus China hat nun eine Studie veröffentlicht, die große Textkorpora nutzt, um die feinere Struktur des Zipfschen Gesetzes zu studieren, und ist dabei zu interessanten Ergebnissen gekommen. Zunächst zeigen sie, dass es für 50 Sprachen aus vielen verschiedenen Sprachfamilien hält. Vor allem aber argumentieren sie, dass ihre Ergebnisse Schlussfolgerungen auf einen kognitiven Mechanismus für Spracherzeugung zulassen: Denn ein "Knick" in den Wortverteilungen bei all diesen Sprachen kann erklärt werden, wenn man annimmt, dass das Gehirn besonders häufig verwendete Wörter (die häufigsten 100-1000) gewissermaßen automatisch in Sätze einbaut, und nur bei weniger frequenten Wörtern einen bewussten Aufwand treibt - man denke an Kahneman's Thinking, Fast and Slow.

Zwar scheinen mir die Daten und Werte der chinesischen Forscher auch weiterhin kompatibel zu sein mit ganz anderen Erklärungen für die feinere Struktur vom Zipfschen Gesetz als der von ihnen vorgeschlagene kognitive Mechanismus - eine eindeutige Erklärung steht also weiterhin aus. Dennoch ist das sprachenübergreifende Studium vom Zipfschen Gesetz sicherlich ein spannender Weg zu einem besseren Verständnis für jegliche strukturelle Parallelen verschiedener Sprachen, die ihren Ursprung in Kognition haben.

Strukturelle Parallele in 50 Sprachen kann durch den gleichen kognitiven Mechanismus erklärt werden
7,5
2 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!

Bleib immer informiert! Hier gibt's den Kanal Wissenschaft und Forschung als Newsletter.

Abonnieren

Deine Hörempfehlungen
direkt aufs Handy!

Einfach die Hörempfehlungen unserer KuratorInnen als Feed in deinem Podcatcher abonnieren. Fertig ist das Ohrenglück!

Öffne deinen Podcast Feed in AntennaPod:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Downcast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Instacast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Podgrasp:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Bitte kopiere die URL und füge sie in deine
Podcast- oder RSS-APP ein.

Wenn du fertig bist,
kannst du das Fenster schließen.

Link wurde in die Zwischenablage kopiert.

Öffne deinen Podcast Feed in gpodder.net:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Pocket Casts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.