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Klima und Wandel

Wir Regenwaldvernichter

Nick Reimer
diplomierter Energie- und Umweltverfahrenstechniker, Wirtschaftsjournalist und Bücherschreiber
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Nick ReimerMittwoch, 14.04.2021

Soja, Rindfleisch, Kaffee: Damit wir in europäischen Supermärkten solche Produkte billig kaufen können, müssen in anderen Weltregionen Wälder weichen. Der WWF hat ausgewertet, wie viel das ist: Demnach wurden für EU-Importe zuletzt pro Jahr durchschnittlich Tropenwälder von der vierfachen Größe des Bodensees gerodet. Damit rangiert die EU auf Platz zwei der "Weltrangliste der Waldzerstörer" hinter China, vor Indien – wo allerdings dreimal so viele Menschen leben.

Am meisten tropischen Wald zerstörten im Untersuchungszeitraum die Importe von Soja, Palmöl und Rindfleisch, gefolgt von Holzprodukten, Kakao und Kaffee. In Brasilien, Indonesien und Paraguay vernichtete der EU-Konsum am meisten Waldfläche. Durch die importierte Entwaldung verursachten die 447 Millionen Einwohner der EU im Jahr 2017 indirekt 116 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen. Das entspricht mehr als einem Viertel der EU-Emissionen aus dem Sektor Landwirtschaft im selben Jahr.

Zum Thema gibt es auch wissenschaftliche Untersuchungen. Für eine Studie des Research Institute for Humanity and Nature in Kyoto werteten japanische Forscher hoch aufgelöste Bilder zum weltweiten Baumbestand in den Jahren 2001 bis 2015 aus und kombinierten diese mit detaillierten Daten zu den weltweiten Handelsströmen. Ergebnis: Jeder Mensch in den G7-Ländern ist durchschnittlich für den Verlust von 3,9 Bäumen pro Jahr verantwortlich. Dabei kamen die Forscher zu anderen länderspezifischen Abweichungen: So ist jeder US-Bürger mit seinem Konsum für den Tod von jährlich fünf Bäumen verantwortlich, während die Japaner, Deutschen und Franzosen "nur" halb so viele auf dem Gewissen haben.

Der Holzeinschlag in Vietnam wird vor allem durch die Nachfrage aus Südkorea, Japan und China getrieben, während der deutsche Kakaokonsum ein sehr hohes Risiko für die Wälder an der Elfenbeinküste und in Ghana darstellt. Die größte Pro-Kopf-Entwaldung stellten die Forscher in Kanada, Schweden und Brasilien fest – mit Werten zwischen 120 und 150 Quadratmetern pro Einwohner und Jahr.

Besonders in den tropischen Wäldern führe der konsumgetriebene Druck zu immer mehr Abholzung, so die Forscher. Im vergangenen Jahr wurden in den Tropen zwölf Prozent mehr Waldflächen abgeholzt als in 2019.

Also ob dies nicht schon alarmierend genug wäre, empfiehlt jetzt eine Studie, deutsche Kohlekraftwerke mit Biomasse – sprich Holz – zu befeuern. Die unter anderem von der EnBW Energie Baden-Württemberg AG beauftragte Arbeit empfiehlt, dass die Bundesregierung ein Förderprogramm erarbeiten solle – Steuergeld für das alte Geschäft der Fossilkonzerne.

Tatsächlich wird derzeit im Bundeswirtschaftsministerium an einem Förderprogramm für die Umrüstung der Kohleblöcke auf Gas und Biomasse gearbeitet, es soll dem Vernehmen nach eine Milliarde Euro schwer sein. Mittlerweile ist auch bekannt, wo das Holz beispielsweise für Hamburgs Heizkraftwerk Tiefstack herkommen soll: per Schiff aus Namibia. Dafür hat die bündnisgrün geführte Behörde für Umwelt und Energie in der Hansestadt mittlerweile auch die Weichen gestellt: Sie gründete eine "Biomasse-Partnerschaft Hamburg-Namibia".

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