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Zeit und Geschichte

Moritz Hoffmann
Freier Historiker. Zeitgeschichte, Digitale Public History. Verantwortlich für @digitalpast und @9Nov38.
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piqer: Moritz Hoffmann
Mittwoch, 27.02.2019

Macht das iPad die ZeitzeugInnen unsterblich?

In der etwas überambitionierten HBO-SciFi-Serie "Westworld" versucht eine Firma im weitesten Sinne, Menschen dadurch unsterblich zu machen, dass ihr Geist technisch vervielfältigt werden kann – wenn alle Erinnerungen und Gedanken im Computer weiterlaufen, wo fehlt dann noch die sterbliche Hülle?

Ganz so weit ist der WDR noch nicht, hat nun aber kürzlich immerhin seine History App mit viel Medienaufmerksamkeit gestartet, die die Tagesschau in diesem piq vorstellt. Die Vorgehensweise in aller Kürze: ZeitzeugInnen wurden nicht nur wie sonst auch vor einer grünen Wand gefilmt wie sie von ihnen Erinnerungen erzählen, sie werden per "augmented reality" in den Raum hineingesetzt, in dem die Tablet-UserInnen sitzen. Häufig wird das der Klassenraum sein.

Der WDR erhofft sich davon offenbar, die Zeitzeugenbesuche in Klassenräumen auch über das Wegsterben jener ZeugInnen hinaus sichern zu können. Das ist honorig, es bleiben aber Fragen: 

  • Sind Jugendliche wirklich aufnahmebereiter, wenn das, was sie da gucken, nun in ihren Klassenraum transportiert wurde, oder ist das nur ein sehr teures technisches Gimmick?
  • Würde nicht eine Aufbereitung der größeren Geschichte inklusive eines historischen Kontextes mehr für die Bildung tun als die womöglich nicht ganz akkurate Einzelerinnerung?
  • Wer ist auf die blöde Idee gekommen, bei der Erwähnung von Bombern gerenderte Kriegsflugzeuge über die Schulter der Zeitzeugin auf die Tablet-UserInnen zufliegen zu lassen?

Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier mit Blick auf SchülerInnen wieder mit viel Geld genau an den Sehgewohnheiten genau dieser Zielgruppe vorbei produziert wurde.

Macht das iPad die ZeitzeugInnen unsterblich?
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Kommentare 1
  1. Uwe Protsch
    Uwe Protsch · vor mehr als ein Jahr

    Es wäre sinnvoller gewesen, nicht zurück, sondern nach vorne zu blicken. Nur eine Erinnerungskultur zu pflegen nützt niemandem. Warum wird aus dem Alptraum, den die Nazis über Europa brachten, keine Konsequenz gezogen? Anstatt immer nur die Vergangenheit zu zelebrieren (anders kann man es ja nicht mehr nennen), muss endlich mal aufgezeigt werden, dass wir uns gerade wieder in Richtung Faschismus bewegen, und dass es in der Verantwortung jedes Einzelnen liegt, sich dessen bewusst zu sein und dagegen etwas zu unternehmen. Das wäre Aufgabe einer öffentlich-rechtlichen Institution; und nicht die Produktion aufwendiger Historienspektakel!

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