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Flucht und Einwanderung

Mohamed Amjahid
Buchautor und Journalist

Reporter, Kurator, Autor für deutsche und internationale Medien. Studium der Politikwissenschaft/Anthropologie. Themen: Weiße Mehrheitsgesellschaft, MENA, Autokratien, Kapitalismuskritik, Feminismus und kritische Theorie.

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piqer: Mohamed Amjahid
Montag, 24.08.2020

Eine Suche nach dem (verlorenen oder inexistenten?) Vertrauen in den deutschen Rechtsstaat

Sechs Monate nach dem Anschlag von Hanau bei dem Gökhan Gültekin, Ferhat Unvar, Sedat Gürbüz, Said Nessar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu und Kaloyan Velkov ermordet wurden, sucht die Autorin Lin Hierse nach einem wichtigen Gefühl: 

Ich beginne, nach meinem politischen Vertrauen zu suchen. Wo kam es mal her? Und warum ist es verschwunden?

Spätestens nachdem die neun Opfer von Hanau in zwei Shisha-Bars von einem Rechtsterroristen erschossen wurden, stellten sich viele Nichtweiße Menschen in Deutschland – vor allem jene, die als muslimisch gelesen werden – viele Fragen: Schützt mich der deutsche Staat oder ist er Teil der Bedrohung gegen BPoCs in diesem Land? Wessen Freund und wessen Helferin ist die deutsche Polizei? Und für wessen Sicherheit interessiert sich eigentlich die deutsche Mehrheitsgesellschaft?  

Lin Hierse denkt laut über das Vertrauen rassifizierter Menschen in den deutschen Rechtsstaat nach: 

Seit ich wahlberechtigt bin, habe ich Parteien und Mandatsträger:innen mit meiner Stimme Vertrauen geschenkt. Ich habe aber nie darüber nachgedacht, ob sie das verdient haben – oder darüber, wie sich Menschen fühlen, die in Deutschland leben, aber nicht wählen dürfen.

Die Autorin spricht aber nicht nur mit sich selbst. Sie konsultiert Expert*innen, redet mit anderen Betroffenen und schaut auch auf ferne Länder und Utopien: 

Wem würde ich noch einmal Vertrauen schenken? Vielleicht einer Alexandria Ocasio-Cortez für Deutschland. Ich weiß, dass es schwierig ist mit politischen Lichtgestalten, aber bei der US-Demokratin scheint es mir einfacher. 

Die Hashtag-Liste zum Thema Vertrauen erscheint endlos: #NSU#NSU2.0, #Hannibal, #AfD, #Anschlagsserie in #Neukölln, #WalterLübcke, ... Jede Person of Color in diesem Land muss auf die damit verknüpften Bedrohungen eine eigene Antwort finden. Lin Hierse schreibt: 

Ich will nicht in einem Land leben, das seine Bevölkerung nicht beschützt und in dem man deshalb Misstrauen weitervererben muss. Ich will aber auch nicht gehen. Die Konsequenz ist, es irgendwie besser zu machen, besonders, wenn keine Zeit mehr bleibt. Ich habe Vertrauen verloren in das, was wir gerade sind. Ich muss auf das vertrauen, was wir sein werden – wenn wir wirklich nicht weitermachen wie bisher.

Der Text erschien in der taz fast zeitgleich zur kurzfristigen Absage einer Gedenkdemo durch den Bürgermeister von Hanau. Offiziell wegen der steigenden Corona-Fallzahlen in Hessen. Mit Blick auf Public-Viewing-Events der Champions League, zeitgleich geplanten Großkonzerten und bevorstehenden Demonstrationen von Corona-Leugnern hat diese Absage aber dazu beigetragen, dass weiteres Vertrauen verloren gegangen ist – falls es überhaupt mal existiert hat. 

Eine Suche nach dem (verlorenen oder inexistenten?) Vertrauen in den deutschen Rechtsstaat

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Kommentare 1
  1. Du Irrelevant
    Du Irrelevant · vor 2 Monaten

    Wenn das Thema ("Vertrauen" in den Staat) nicht so grundlegend und auch notwendig wäre, könnte man meinen, dass dieses Vertrauen fast schon bewusst abgesägt wird! Dabei funktioniert eine Gesellschaft ohne Vertrauen nicht!

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