Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Literatenfunk

Mascha Jacobs
Journalistin und Mitherausgeberin von Pop. Kultur und Kritik
Zum piqer-Profil
piqer: Mascha Jacobs
Freitag, 22.02.2019

Dear Reader – der Literatenfunk #4 Zu Gast: Anna Gien und Marlene Stark

Dieses Mal habe ich gleich zwei Gesprächspartnerinnen eingeladen. Anna Gien und Marlene Stark. Die beiden haben gemeinsam einen Debütroman geschrieben, "M", der gerade bei Matthes und Seitz erschienen ist.

Weil es nicht sehr häufig vorkommt, dass zwei Autorinnen einen Roman gemeinsam schreiben und weil es ebenso außergewöhnlich ist, dass sie pornografische Pop-Literatur schreiben, hängen wir drei dieses Mal ganz schön lange in Gesprächen über den Roman und das gemeinsame Schreiben fest. Geht es ihnen darum, dem "Eierschaukelvokabular" der Typen eine andere Sprache gegenüberzustellen? Oder ist es lustiger, gleich eine Schwanzwerdung zu vollziehen? Warum haben alle Frauen in dem Roman keine Namen? Wer spricht hier überhaupt? Und gibt es ein Entkommen aus den pornografischen Klischees, die auch die Sprache unseres Begehrens formen?

Wir sprechen aber auch über Überidentifikationen mit Romanfiguren, Humor, desaströse Bibliotheken, Musik, Frauen mit Plastikschwänzen, Feminismus und sexistische Männerfantasien. Angesprochen auf die auffällig ausschließlich männlichen Autoren der mitgebrachten Lieblingslektüren, die mich bei zwei feministischen Autorinnen wundert, antwortet Anna Gien:

„Allein deshalb, weil erotische Literatur ja so lange vor allem von Männern geschrieben wurde, auch wenn es natürlich viele Ausnahmepositionen gab, und ich mich daran einfach immer so gerne abgearbeitet hab. Auch wenn es teilweise an die Grenze des Unerträglichen kommt, weil es einfach unfassbar sexistisch ist, finde ich es interessant, mich immer wieder darauf zu berufen, vor allem, weil die beiden Bücher, die ich mitgebracht habe, welche sind, die mich sehr, sehr früh geprägt haben, bevor ich jemals an feministische Literatur gedacht habe, wo ich noch nicht mal wusste, was Feminismus überhaupt ist."

Und Marlene Stark:

„Leider Gottes sind Frauen in der Gebrauchsanweisungsbranche nicht so stark vertreten.“

Welche Bücher und Texte sie von ihren „Lieblingssaubatzis“ mitgebracht haben, das hört ihr wie jedes Mal am Ende des Podcasts.

"Dear Reader" erscheint jetzt jeden dritten Freitag. Alle drei Wochen spreche ich mit Autorinnen und Autoren über die Bücher ihres Lebens. Die Wege, auf denen Bücher zu ihnen finden. Wie sie das Gelesene verändert. Wie sie lesen, wo sie lesen und wie das Lesen und das Schreiben für sie zusammengehören.

Ihr könnt ihn auf allen großen Podcast-Plattformen wie Apple Podcasts, Deezer, Google Podcasts und Spotify anhören und abonnieren.

Fragen und Anregungen bitte an mascha.jacobs@piqd.de

"Dear Reader - der Literatenfunk" ist eine Kooperation von piqd.de und detektor.fm 

Dear Reader – der Literatenfunk #4 Zu Gast: Anna Gien und Marlene Stark
8,8
6 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!

Bleib immer informiert! Hier gibt's den Kanal Literatenfunk als Newsletter.