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Feminismen

Margarete Stokowski
Autorin
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piqer: Margarete Stokowski
Freitag, 26.07.2019

"Sei doch froh, dass endlich eine Frau an der Spitze ist!"

Es ist aus feministischer Sicht prinzipiell wünschenswert, dass Frauen wichtige Posten in der Politik bekommen. Aber natürlich kommt es darauf an, was sie mit diesen Posten anfangen und was das überhaupt für Posten sind. Eine Frau in der AfD-Spitze bringt überhaupt nichts, im Gegenteil, womöglich lässt sie damit die Partei irgendwie fortschrittlich erscheinen, zumindest für Leute, die nicht so genau hingucken.

Beate Hausbichler und Noura Maan haben für den Standard darüber geschrieben, warum es nicht immer Grund zur Freude gibt, wenn eine Frau eine Stelle mit viel Macht innehat: Wenn sie sich nicht für Frauen und Minderheiten einsetzt, ist damit kaum etwas gewonnen.

„Tatsächlich wird damit auf symbolischer Ebene viel für Frauen erreicht. Die gläserne Decke bekommt einen weiteren Sprung, es verändert das Bewusstsein und schafft neue Vorbilder. In Deutschland wachsen Mädchen auf, die in ihrem jungen Leben bisher nur eine Kanzlerin erlebt haben. Keine politische Spitzenfunktion erscheint für Frauen mehr unerreichbar – zumindest nicht wegen ihres Geschlechts.“

Aber:

„Eine Welt, in der sich Männer und Frauen gleichberechtigt die Aufgabe aufteilen, Ausbeutung am Arbeitsplatz und gesellschaftliche Unterdrückung zu verwalten – das sei eine fragwürdige Version von Chancengleichheit (...).“

Mit Ursula von der Leyen steht nun die erste Frau an der Spitze der EU-Kommission:

„Die siebenfache Mutter Ursula von der Leyen erweckt bei vielen den Eindruck, dass Kinder und Karriere problemlos miteinander zu vereinbaren sind. (...) 'Es waren immer Kindermädchen da', so war es bei den von der Leyens daheim. Damit sind sie ein Paradebeispiel, wie gut situierte Menschen das Problem Vereinbarkeit lösen: nicht mit fairer Aufteilung zwischen den Eltern und flächendeckender Kinderbetreuung, die es vielerorts gar nicht gibt. Sondern mit Nannys und – oftmals prekär beschäftigten – Putzfrauen. Das Leben dieser Frauen wird die Wahl von Ursula von der Leyen wohl kaum verbessern.“

"Sei doch froh, dass endlich eine Frau an der Spitze ist!"
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Kommentare 5
  1. Julia Schwam
    Julia Schwam · Erstellt vor 3 Monaten · Bearbeitet vor 3 Monaten

    Ich finde die zitierte Passage vom Ende ganz furchtbar. Ja, Frau von der Leyen hat einen priviligierten Hintergrund. Dieses soll jetzt die Wahlentscheidung signifikant beeinflussen, das Geschlecht aber nicht? Das eine hat ja auch nicht mehr mit politischen Inhalten zu tun als das andere.
    Und die sieben Kinder mitsamt Kindermädchen immer wieder nochmal ins Feld zu führen, für oder gegen was auch immer, ist ja wohl nicht so wahnsinnig feministisch. Bei den meisten männlichen Spitzenpolitikern weiß ich überhaupt gar nicht, wieviel Kinder sie haben.
    Wieviel Kinder darf eine priviligierte Frau denn maximal haben, wenn sie in die Politik will? Wenn sie nur zwei hat und nur eine Nanny, ist das dann ok? Erweckt sie dann nicht mehr den falschen Eindruck?

    1. Margarete Stokowski
      Margarete Stokowski · Erstellt vor 3 Monaten ·

      "Frau von der Leyen hat einen priviligierten Hintergrund. Dieses soll jetzt die Wahlentscheidung signifikant beeinflussen, das Geschlecht aber nicht?" - Das steht beides nicht in dem Text. Das Geschlecht hat eine Wirkung, siehe "Tatsächlich wird damit auf symbolischer Ebene viel für Frauen erreicht", und die Erwähnung ihrer Privilegien dient hier nicht dazu, ihre Qualifikation infrage zu stellen, sondern als Verweis auf die vielen Frauen, denen ihre Politik voraussichtlich wenig nützen wird, weil sie ihnen bisher auch wenig genützt hat.

    2. Julia Schwam
      Julia Schwam · Erstellt vor 3 Monaten ·

      @Margarete Stokowski Es geht dem Artikel im Titel, wie auch im Text selbst, dezidiert um die Frage, ob Frauen bei einer Wahl für eine Frau stimmen sollten, weil sie eine Frau ist, anhand der Wahl von Frau von der Leyen.
      Im Folgenden wird skizziert, was dafür und was dagegen spricht. Qualifikation oder die konkrete Politik, welche von der Leyen bisher gemacht hat, kommt da leider nicht vor, sondern Geschlecht, sozialer Status und Familie.
      Zu Anfang wird angesprochen, es sei noch ein langer Weg, bis Politikerinnen nüchtern an ihren Leistungen gemessen werden, und dann wird es ganz genauso nicht getan. Stattdessen wird von der Leyen als Mutter von charaktisiert.

      Ich finde die Idee, dass Frauen immer für Frauen stimmen sollten, komplett albern. Es gibt außerdem sehr viele Gründe, nicht für von der Leyen zu stimmen, aber was hier, in Bezug auf ihre konkrete Person, angeführt wird, ist leider sehr fragwürdig.

    3. Barbara Streidl
      Barbara Streidl · Erstellt vor 3 Monaten ·

      @Julia Schwam Warum ist die Idee, dass Frauen immer für Frauen stimmen sollten, komplett albern? Was ist mit einer strukturellen Solidarität? Warum brauchen wir eine Quote? Ist es nicht manchmal auch gut, Vorsätze über den Haufen zu werfen?

    4. Julia Schwam
      Julia Schwam · Erstellt vor 3 Monaten · Bearbeitet vor 3 Monaten

      @Barbara Streidl Weil dann die Wahlentscheidung nahezu unabhängig vom politischen Inhalt stattfindet. Le Pen in Frankreich wählen, weil sie eine Frau ist? Das wäre meiner Meinung nach eine katastrophale Fehlentscheidung. Insoweit gehe ich mit dem Artikel konform. Mich stört da nicht die grundsätzliche Überlegung, dass Geschlecht eine riesige Symbolwirkung hat, jedoch es noch andere Faktoren gibt. Mich stört die Reduktion von der Leyens auf Geschlecht, Status und Mutterschaft.

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