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Fundstücke

Jürgen Klute
Theologe, Publizist und Politiker
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piqer: Jürgen Klute
Samstag, 24.10.2020

Eine Kontextualisierung Donald Trumps

Die Wahl von Trump wird nicht selten als eine Art historischer Unfall betrachtet. Dieser Betrachtung widerspricht Albert Scharenberg in diesem Long-Read, in dem er sich sowohl mit der jüngeren Geschichte als auch mit den aktuellen politischen Konflikten in der US-amerikanischen Gesellschaft auseinandersetzt.

Albert Scharenberg ist Leiter des Historischen Zentrums der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin. Zuvor war er von 2012 bis 2018 Ko-Direktor des New Yorker Büros der Stiftung. Und davor war er Redakteur der ›Blätter für deutsche und internationale Politik‹ und Lehrbeauftragter für Nordamerikastudien an der FU Berlin.

Scharenberg stellt die Wahl Trumps in den Kontext der langen Auseinandersetzung in der US-amerikanischen Gesellschaft um „Rassismus als ein historisch gewachsenes Herrschaftsverhältnis“, die zu sich überlagernden Konfliktlinien geführt hat und deren politische Aufarbeitung komplex und deshalb nicht kurzfristig leistbar ist und nicht in einer schnellen und im humanitären Sinne positiven Lösung mündet.

Den Grundkonflikt US-amerikanischer Politik beschreibt Scharenberg so:

„Man kann sich nicht farbenblind stellen, darf aber andererseits auch nicht allein darauf gestützt Politik organisieren. Anders ausgedrückt: Man muss eine Ansprache finden, die universalistisch genug ist, aber sich nicht farbenblind geriert. Denn die entscheidende Spaltungslinie in der US-amerikanischen Gesellschaft ist historisch nicht einfach jene zwischen ›Oben und Unten‹, Besitzenden und Nicht-Besitzenden, sondern diejenige zwischen Schwarz und Weiß. Das ist die offene Wunde des Landes, der Knacks im eigenen Selbstbild, den die Politik bisher nie hat kitten können.“

Ausgehend von diesem Grundkonflikt analysiert Scharenberg die aktuellen Auseinandersetzungen in der US-amerikanischen Gesellschaft und zugleich die Perspektiven der beiden großen politischen Parteien der USA, der Republikaner und der Demokraten.

Den Republikanern prognostiziert er den baldigen Verlust einer strukturellen Mehrheit in der US-amerikanischen Gesellschaft, die bisher noch kaschiert wird durch allerlei Tricksereien beim Zuschnitt von Wahlkreisen und der Registrierung der WählerInnen.

Den Demokraten prognostiziert er, dass sie aufgrund ihrer politischen Bandbreite (Scharenberg beschreibt sie als eine Partei, „die sich in der Bundesrepublik über das gesamte Spektrum von der Merkel-CDU bis zur Linkspartei verteilen würden“) mit starken inneren Konflikten zurechtkommen müssen.

Aus der Perspektive von Scharenberg ist die Wahl von Trump kein historischer Unfall, sondern Ausdruck der Zuspitzung eines massiven, lang andauernden innergesellschaftlichen Konfliktes, der auch mit der möglichen Abwahl von Trump (so sehr das zu wünschen ist) nicht gelöst wird und nicht verschwinden wird.

Eine Kontextualisierung Donald Trumps

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Kommentare 5
  1. Achim Engelberg
    Achim Engelberg · vor einem Monat

    Gut, dass Du diesen Beitrag empfohlen hast.

    Ich überlegte, ihn zu bringen, da ich aber mit dem Autor eine Veranstaltungsreihe mache, zögerte ich. (Hier die Ankündigung des nächsten, zweiten Teils: https://www.rosalux.de...)

    Nun machtest Du es. Danke.

    Besonders die Charakteristik der Demokraten, die Du zitierst, war mir erhellend.

    1. Jürgen Klute
      Jürgen Klute · vor einem Monat

      Danke für dein Feedback. Das hat sich ja gut ergänzt. Und so erfahre ich dann auch von der Veranstaltung der Stiftung. Sieht spannend aus. Mal schauen, ob ich es schaffe, da rein zuschauen (ich arbeite zur Zeit an einem Report für die Stiftung, der Ende November fertig sein soll).

    2. Achim Engelberg
      Achim Engelberg · vor einem Monat

      @Jürgen Klute Bei Interesse melde Dich an, absagen kannst Du immer noch.

      Wenn die Veranstaltung nicht nur digital stattfindet, haben wir nur wenige Plätze.

      Beim Auftakt durften nur rund 40 kommen.
      https://www.rosalux.de...

      Weiter geht es so:

      «Der Mensch wird abgerichtet, oder er wird hingerichtet» (Wedekind)
      Kolonialismus, Stellvertreterkriege, Neuordnungen
      10. Dezember 2020
      Mit Bénédicte Savoy, Herfried Münkler, Madina Saadan und Anna Sophie Schindler.

      «Nicht die Flüchtlinge machen das Problem, sie machen es bewusst» (Volker Braun)
      Flucht, Migration, Auswanderung am Beispiel der Familie Ruge
      14. Januar 2021
      Mit Eugen Ruge, Achim Engelberg und Anna Sophie Schindler.

      «Die Widersprüche sind unsere Hoffnung» (Brecht)
      Kunst und Medien: Brüche und Kontinuitäten
      18. Februar 2021
      Mit Klaus Lederer, Susan Neiman u.a.

  2. Cornelia Gliem
    Cornelia Gliem · vor einem Monat

    ja die Zuspitzung. Letzte Rückzugsgefechte könnte man es etwas positiver auch nennen.

    1. Jürgen Klute
      Jürgen Klute · vor einem Monat

      Ja, aber auch Rückzugsgefechte produzieren Opfer – aufseiten aller Beteiligten und machmal auch aufseiten Unbeteiligter.

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