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Pop und Kultur

Das bipolare Genie: Thelonious Monk und die USA der Nachkriegszeit

Jan Paersch
Autor für taz, NDR, DLF, Jazz Thing und andere
Zum piqer-Profil
Jan PaerschMittwoch, 23.02.2022

"Hat man Monk einmal gehört, kann man nicht mehr ohne ihn" – so heißt es in dieser arte-Kurzdoku.

Es soll in diesem piq aber um ein dreistündiges Radio-Feature gehen. Das sollte man hören – auch wenn man von diesem seltsamen Typen mit Baskenmütze und Sonnenbrille bloß den Namen kennt. Fast genau 40 Jahre ist Thelonious Monk nun schon tot – "eine der rätselhaftesten Figuren in der improvisierten Musik. Ein Nonkonformist, der die bahnbrechenden Innovationen im Jazz der 60er und 70er Jahre mit vorbereitete."

Monk hat DEN Jazzstandard schlechthin komponiert und auch Pop-Künstler wie Robert Wyatt inspiriert, der im Feature Monk a cappella interpretiert. Rhythmisch und harmonisch hatte er einen völlig eigenen, seltsam anmutenden Stil. Sein Plattenlabel verpasste ihm zu Marketingzwecken den Titel "Hohepriester des Bop". Das half dem Pianisten lange Jahre wenig: Er hatte kaum genug Geld für die U-Bahn und schnorrte Zigaretten.

Autor Karl Lippegaus meint: "Monks rebellischer Geist stand ihm im Wege. Er vermochte seine Popularität nicht, wie Parker und Gillespie, in Plattendeals und Tourneen umzusetzen." Monk selbst beschwerte sich: "Bird und Dizzy gelten als die Gründer des modernen Jazz, während sie die meiste Zeit nur meine Ideen interpretieren."

Großartige O-Töne von Kollegen, Journalisten und Mäzeninnen prägen das Feature, aber auch von Dichtern wie Jack Kerouac oder James Baldwin:

Wie grausam die Verbindung zwischen einem Musiker und seinem Instrument sein kann. Er muss dieses Instrument mit seinem Lebensatem füllen. Er muss ihm seinen Willen aufzwingen... Man kann nur soundsoviel damit machen, und die einzige Möglichkeit, das festzustellen, ist: Man muss versuchen, ihm alles zu entreißen.

Lippegaus hat eine Collage kreiert, die viel über die Nachkriegszeit in den USA aussagt, über das rassistische Klima, die wenig permissive Drogenpolitik – und über eine Gesellschaft, in der es jeder schwerhatte, der anders war.

Monk war bekannt dafür, betrunken, stoned oder verspätet ans Klavier zu kommen – aber auch dafür, es zu umtänzeln. Er galt als verrückt, dabei litt er unter einer bipolaren Störung, verbrachte Monate in Psychiatrien und Gefängnissen. Glück hatte er selten, gleich zwei Mal brannte seine Wohnung ab.

Das Feature endet mit einem versöhnlichen Zitat von Miles Davis:

Wenn ich an all die denke, die gestorben sind, macht es mich verrückt, also versuche ich nicht drüber nachzudenken. Aber ihre Geister wandern in mir herum, also sind sie immer noch hier und übermitteln etwas an andere. Musik hat mit Geist, mit Spiritualität zu tun, es geht um Feeling. Ich fühle, dass ihre Musik immer noch da ist. Es muss irgendwo in der Luft liegen, was wir gemeinsam gespielt haben. Denn es war magisch, es war spirituell.

Das bipolare Genie: Thelonious Monk und die USA der Nachkriegszeit

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