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Zeit und Geschichte

Hauke Friederichs
Journalist
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piqer: Hauke Friederichs
Sonntag, 26.01.2020

Die letzten Augenzeugen des Holocaust

Naftali Fürst lächelt freundlich in die Kamera. Fröhlich aber ist seine Geschichte nicht. Er kam 1932 in Bratislava, in der damaligen Tschechoslowakei zur Welt. Einige Jahre später verschleppten Deutsche ihn gemeinsam mit seiner Familie in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. 

Der Fotograf Martin Schoeller hat Naftali Fürst und 74 andere Überlebende des Holocaust zum 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau porträtiert. Seine Bilder sind bemerkenswert. Denn die Überlebenden sind bei ihm nicht nur Opfer, ihr Überlebenswille ist ebenso zu sehen wie ihr Wille, der Nachwelt von dem erlebten Grauen zu berichten.

"Survivors – Faces of Life after the Holocaust" heißt das Erinnerungsprojekt, das Schoeller mit der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem und der Stiftung für Kunst und Kultur Bonn umsetzte. Zett zeigt einige der Aufnahmen Schoellers.

 „Es ist so wichtig, Erinnerungsprojekte wie dieses zu unternehmen. Wer noch in der Lage ist, seine Geschichte zu erzählen, sollte das auch weiterhin tun", sagt Naftali Fürst. "Es ist unsere Pflicht, im Namen der Männer, Frauen und Kinder, die ermordet wurden, unsere Geschichten immer wieder zu erzählen.“ 

Die Porträts sind als Ausstellung in der Zeche Zollverein in Essen zu sehen. Naftali Fürst kam zur Eröffnung. Viele andere Überlebende der Shoa sind bereits gestorben. Die Zeitzeugen werden immer weniger, schon bald wird niemand von ihnen mehr ihre Geschichten persönlich erzählen können. Erinnerungsprojekte, die ihre Schicksale dem Vergessen entreißen, werden deswegen immer bedeutsamer.

Die letzten Augenzeugen des Holocaust
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Kommentare 2
  1. Achim Engelberg
    Achim Engelberg · vor 28 Tagen

    Ergänzend und fortführend ist dieser Beitrag von Martin Sabrow, Direktor des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam, in dem er das Ende unserer jetzigen Erinnerungsrituale reflextiert:
    https://www.tagesspieg...

    "Welche Lücke das Verstummen der Zeitzeugen und das Ende der Ära der Unmittelbarkeit reißt, lehrt das angestrengte, aufwendige und oft teure Bemühen um die „authentische“ Rekonstruktion von Orten diktatorischer Herrschaftsinszenierung. Billiger sind virtuelle Zeitzeugen, also die visuelle und akustische Aufzeichnung von Lebenserinnerungen Holocaust-Überlebender, die im Projekt „New Dimensions in Testimony“ der Shoah Foundation auf höchstem technischem Standard digital so aufbereitet werden, dass sie als 3D-Hologramm-Interviewpartner zur Verfügung stehen.

    Was wie bloße Spielerei aussieht, löst in der Weiterentwicklung die Aura des Zeitzeugen von der lebenden Person und lässt die materielle Realität in der digitalen aufgehen; aber dem digitalen Konstrukt fehlt die Aura des Authentischen und damit das magische Moment, das Menschen in Ausstellungen und an historische Orte treibt."

    Dennoch sieht er darin auch eine Chance.

  2. Christoph Weigel
    Christoph Weigel · vor einem Monat

    weitere portraits in der «Republik» heute: https://www.republik.c...

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