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Medien und Gesellschaft

Frederik Fischer
Sub-, Pop- und Netzkulturkorrespondent
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piqer: Frederik Fischer
Freitag, 31.01.2020

Der Berateraffäre-Podcast zeigt ein Problem medialer Berichterstattung auf und löst es auch direkt.

In der piqd Community wurde der Berateraffäre-Podcast schon im vergangenen Jahr empfohlen, ging aber etwas unter. Ich finde den Ansatz des Podcasts so gelungen, dass ich nochmal eine Folge gezielt empfehlen möchte. Aber zunächst: Worum geht es in dem Podcast?

Unter Ursula von der Leyen und auf ihr Betreiben hin wurden im Verteidigungsministerium Beratungsaufträge im Volumen von knapp 100 Millionen Euro an McKinsey-Mitarbeiter vergeben - ohne dass deren Wirtschaftlichkeit oder Notwendigkeit belegt werden konnten (stern). Es folgte ein Untersuchungsausschuss, Verhöre, Personalwechsel und das Ende der Geschichte: Ursula von der Leyen ist seit Dezember letzten Jahres Präsidentin der Europäischen Kommission und nahm direkt auch noch einige Mitarbeiter mit, die in die Berateraffäre involviert waren. 

Um einen dieser Mitarbeiter geht es in dieser Folge des Podcasts. Björn Seibert, der ehemalige Leiter des Leitungsstab (100 Punkte für diesen Titel!) im Bundesverteidigungsministerium wurde zur Zeugenaussage geladen, kam, sah und vergaß. Alles. Hartnäckig bestand er auf Erinnerungslücken die ohne Hirntrauma und/oder Drogen-Vollpension nicht zu erklären sind. Für diesen Loyalitätsbeweis sitzt er nun sehr komfortabel im Stab von von der Leyen in Brüssel. 

Wie Patrick Pehl, der Journalist hinter dem Podcast, richtig anmerkt: Es ist ein Skandal im Skandal. Gleichzeitig ist diese Episode aber auch nur eine von vielen in diesem komplexen Gewirr aus Amigo-Geschäften, Inkompetenz und Wurstigkeit. 

Was mich an dem Podcast aber neben dem eigentlichen Inhalt so begeistert, ist die implizite Medienkritik. Eines der Grundübel unseres Mediensystems ist die Kurzatmigkeit, denn es macht die Medienöffentlichkeit und damit unsere Demokratie "hackable". Selbst wer im Zentrum eines so umfassenden Skandals wie der Berateraffäre steht, muss nur einige Wochen abwarten und der Shitstorm zieht weiter. Wenn Journalisten ihren Auftrag ernst nehmen würden, den Mächtigen auf die Finger zu schauen, hätten wir mehr Formate wie diesen Podcast. Formate, die hartnäckig an Themen dranbleiben, auch wenn die erste Empörungswelle sich gelegt hat. Auch die Art wie Patrick Pehl und Team hier vorgehen verdient Lob. Neben Zusammenfassungen zum Ermittlungsstand gibt es regelmäßig Interviews mit Politikern aller Parteien, die im Untersuchungsausschuss sitzen. So lernt man neben dem eigentlichen Thema nebenbei auch noch eine Menge über den Politikbetrieb allgemein. Ich möchte aber nicht verschweigen, dass das Sujet natürlich staubtrocken ist. Nach den ersten zwei Folgen wollte ich schon abbrechen, weil so viele spannendere Folgen in meinem Podcatcher warten. Das Durchhalten hat sich gelohnt.  

Der Berateraffäre-Podcast zeigt ein Problem medialer Berichterstattung auf und löst es auch direkt.

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Kommentare 1
  1. Maria Lesowski
    Maria Lesowski · vor 7 Monaten

    Danke für den Piq! Ich habe das auch auf dem Schirm, hätte es aber nicht so gelungen formulieren können. Das "Sujet", wie Du es nennst, stimmt aber. Hat ein bisschen was von "DLF Essay & Diskurs". :D Warum das so ist müsste man Patrick Pehl wohl mal fragen.
    Die Interviews sind aber dafür umso spannender, weil sie Zeit haben und nicht in 3 Minuten am Telefon durch gehetzt werden. Die Interviews sind wohl das eigentliche Gold (neben der vollständigen Begleitung) in dem Podcast, denn sowas in der Form findet man sonst nicht.

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