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Volk und Wirtschaft

Frank Lübberding
Journalist und Autor
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piqer: Frank Lübberding
Mittwoch, 02.10.2019

Kaffee im Auswärtigen Amt

In den kommenden Monaten werden uns die Vereinigten Staaten mit ihren komödiantischen Versuchen zur Simulierung politischer Debatten bestimmt noch beschäftigen. Der amtierende Präsident und seine Gegner sind in der Hinsicht von ausgewiesener Verlässlichkeit. Im Berliner Auswärtigen Amt trinkt man in der Zwischenzeit einen Kaffee. Wer sich stattdessen ernsthaft mit der Zukunft beschäftigen will, sollte diesen Artikel von Ulrich Menzel in den "Blättern für deutsche und internationale Politik" lesen. Es geht um das Entstehen einer neuen Weltordnung, deren Konturen sich allmählich abzeichnen. Mit dem Ende des Kalten Krieges waren die Vereinigten Staaten als weltpolitische Hegemonialmacht übrig geblieben, obwohl deren "imperiale Überdehnung" (Paul Kennedy) schon vor dem Epochenjahr 1989 erkennbar wurde. Im Mittelpunkt dieser Weltordnung wird China und der Konflikt mit Washington stehen. Menzel setzt das in einen historischen Kontext. Peking habe sich militärisch lange zurückgehalten, doch ziehe "China auch in neoimperialistischer Hinsicht nach." Was bedeutet das für Europa, jenen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zum Mündel der früheren Supermächte gewordenen Kontinent? Besonders komfortabel war es übrigens für Deutschland, so Menzel. Das gehe aber "nun – mit oder ohne Trump – zu Ende" und stelle "eine gewaltige geostrategische Herausforderung dar." Die Konsequenzen analysiert der Autor auf Grundlage von fünf Szenarien, um eine Perspektive auf die kommenden 10 bis 20 Jahre zu ermöglichen. Allerdings müssten "die Weichen bereits jetzt gestellt werden. Alle Szenarien sind mit diversen Vor- und Nachteilen, beträchtlichen Kosten und möglicherweise auch mit normativen Paradigmenwechseln verbunden." Die Lektüre lohnt eine kritische Debatte, sogar im Auswärtigen Amt. Ansonsten hoffen wir natürlich noch, dass dem Außenminister-Darsteller und seinem kreativ-belanglosen Social-Media-Team der Kaffee geschmeckt hat. Deutsche Irrelevanz hat immerhin so ein Symbolbild bekommen.

Kaffee im Auswärtigen Amt
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Kommentare 3
  1. Uwe Protsch
    Uwe Protsch · Erstellt vor 13 Tagen ·

    Wiewohl ich der Meinung bin, dass die historischen "Parallelen" und "Analogien" in dem Artikel überstrapaziert werden, glaube ich, dass die aufgezeigten Szenarien realistisch sind. Leider ist sich die EU offensichtlich nicht bewusst, was gerade auf dem Spiel steht und wie essentiell eine wahrhaft gemeinsame Politik jetzt betrieben werden muss. Wenigstens Deutschland, Frankreich, Benelux und Skandinavien sollten nunmehr engstens zusammenarbeiten, wenn schon eine Reform der EU wohl leider nicht mehr absehbar ist. Aber ob AKK, Olaf Scholz oder vergleichbare "Führungs"Kräfte in der Lage sind, diese Zusammenarbeit voranzutreiben?

  2. Holger Lindner
    Holger Lindner · Erstellt vor 12 Tagen ·

    Ja, sehr schön, von Menzel die historischen Zeitdaten zu präsentieren. Als ich zum ersten Mal bei "wiesaussieht" die kommenden Datumsreihe präsentiert hatte, wurde ja mal wieder nicht überlegt, sondern nur belächelt.

    1776 ++ 1789 ++ 1802 ++ 1815 ++ 1828 ++ 1841 ++ 1854 (1. Zeitstrahl) 78 Jahre
    1854 ++ 1867 ++ 1880 ++ 1893 ++ 1906 ++ 1919 ++ 1932 (2. Zeitstrahl) 78 Jahre
    1932 ++ 1945 ++ 1958 ++ 1971 ++ 1984 ++ 1997 ++ 2010 (3. Zeitstrahl) 78 Jahre
    insgesamt ein Zyklus 234 Jahre.
    ~~~ 2010 Ende eines Zyklus und Startpunkt eines Neuen ~~~
    2010 ++ 2023 ++ 2036 ++ 2049 ++ (...)

    Man sollte nur in diesem Zyklus bleiben, und sich die Mühe machen, das was mal war richtig verorten zu können, und dann einfach mal nur den "Führern" dieser Welt zuhören, welche Daten die nennen. Schröder hatte nicht aus Lust und Laune zB die Agenda auf 2010 datiert.

    Das hat auch nichts mit Esoterik was zu tun, sondern mit dem Weltenlauf.

    Nun ist sich Menzel nicht sicher, ob nun der Wandel in 10 oder 20 Jahren vollzogen wird. Wann hat der aber richtig angefangen ?! Richtig, schon kurz nach 2010... als die USA unter Hillary (Foreign) ihr "Pazifisches Jahrhundert" für jeden lesbar offengelegt haben.

    Solche Dinge, hört man aber nicht im "Presseclub" oder bei sonstige "Talg-Shows"... wichtiges, informatives, vom Welt-Hegemon gehört da ja nicht hin. "Die Sendung mit dem Plasberg" reicht vollkommen zum Betören aus.

    http://www.ag-friedens...

    Im Folgenden dokumentieren wir Auszüge aus dem Namensartikel "America's Pacific Century" von US-Außenministerin Hillary Clinton. Der beitrag erschien zunächst sowohl in der Novemberausgabe der Foreign Policy als auch online und wurde am 11. Oktober 2011 in Auszügen im offiziellen Blog des US-Außenministeriums, DipNote, veröffentlicht. Die deutsche Übersetzuung besorgte der Amerika Dienst.

    Im Grunde genommen war das die "offizielle" "Kriegserklärung" an China. Als damals der kleine Tim Geithner vor China-Studenten sprach, und danach auf das heftigste ausgelacht wurde, nun den...

    Der "Change" ist immer noch in Vorbereitung. Ab 2023 kann man damit rechnen, dass dieser dann Step by Step bis 2036 vollzogen wird.

    Ab 2023 kann man annehmen, wird die EU nur noch ein Trümmerhaufen in Abwicklung sein. Die GröMaZ in Rente, Orden putzend, die h.c. Titel sich in Südamerika an die Wand hängend. Der junge Macron geendet wie einst Robbespierre. And the Brexit well done.

    Was die USA betrifft ist rein logisch... wie einst die römischen Truppen, kann diese Armee nicht auf Ewigkeit Bestand haben. Sie ist schon längst nicht mehr auf dem "neuesten Stand der Technik", der Nachwuchs verfettet derweil dahoam. China zu "befreien" so ein komisches Dingen... Agent-Orange wohl fehl am Platz.

    P.S. "Barbie und Ken" sind auch ihr Geschlecht los...

    von daher wäre der Artikel mal einen "Picken" Wert...

    https://www.welt.de/ic...

  3. Holger Lindner
    Holger Lindner · Erstellt vor 12 Tagen ·

    Aus Hillarys Speech 2011 (fett von mich):

    --> In Anbetracht der noch andauernden Übergangsphase im Irak und in Afghanistan und angesichts der ernsthaften wirtschaftlichen Probleme in unserem Land gibt es bei uns politische Stimmen, die sich gegen eine außenpolitische Neuorientierung und für einen klaren Fokus auf unser Land aussprechen.Sie streben eine Reduzierung unseres außenpolitischen Engagements zugunsten der drängenden nationalen Probleme an. Diese Impulse sind verständlich, aber fehlgeleitet.

    Nun ist aber Trump der Präsi, und geht genau das Thema mit "MAGA" an. Natürlich wird er mit Häme der Clintonisten (auch die in der EU) deswegen jeden Tag durch das Dorf getrieben. Selbst der großartige Stegner konnte Trump nicht verhindern.

    Denn in den USA wählen nun mal nicht "Red-Necks" den Präsi direkt, sondern die Wahlmänner/frauen.

    Der Witz ist aber, dass eben die "Demokraten" in den Metropolen stark sind... Genau diese Ghettos, die die wenigsten Soldaten für den Militärapparat stellen. Diese fordern aber nun die starke Army ... Wie unsere halbintellektuellen linksgrün gestrickten Kriegsdienstverweigerer auch.

    PEACE schreien, Kriege absegnen... betrifft diese Gruppierung ja nicht selber.

    Mit dem Friedensnobelpreis für Obama machte man sich noch nicht mal die die Mühe mehr, zu erklären, dass der Frieden gerne vom Himmel als Einwegbombe fällt. Und alle bejubeln diesen Popstar... \o/ ... was für eine Logik... :D

    Fakt ist:

    Trump muss sich mit China einigen, und das wird auch passieren, aber erst in der 2ten Periode. Wenn nicht, dann hat eben China, die Clinton-Gang "Ante-Portas".

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