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Reportagen und Interviews

piqer: Felix Schwenzel
Mittwoch, 25.03.2020

Ein Humanist aus New York

Ich spreche fremde Leute eigentlich nie an, schon gar nicht in einer Stadt. Der Hauptgrund dafür dürfte neben Corona und meiner Verklemmtheit wohl sein, dass ich es auch nicht mag in der Stadt angesprochen zu werden. Kontaktaufnahme in der Stadt zwingt mich, mich zu dieser Kontaktaufnahme zu verhalten, mir eine Reaktion zu überlegen, eine Einschätzung zur Situation zu erstellen. 

Mein Verständnis von Stadtbenutzung ist: irgendwo hinkommen, die Wesen der Stadt beobachten und Kontaktaufnahme auf streng choreografierte Interaktionen zu beschränken („Eine mittlere Latte bitte.“, „Vier Fünfzig!“, „WTF?“). Diese etwas steife Stadtnutzung hat sich zwar in den letzten 4 Monaten dramatisch geändert, weil ich jetzt regelmäßig mit einem fröhlich hüpfenden, rehgleichen Pudel unterwegs bin, der Kontaktaufnahmen quasi erzwingt (selbst in Corona-Zeiten) — aber ich und meine Stadtnutzung sind ein anderes Thema.

Brandon Stanton nutzt Städte ganz anders als ich, zum Leute fotografieren, oder besser, um Leuten näher zu kommen. Auch vor Corona war das nicht immer einfach, aber die Ergebnisse sind in Stantons Fall beeindruckend. Ein (mehr oder weniger) zufällig ausgewähltes Beispiel ist diese ältere Dame, die in drei Teilen aus ihrem Leben, unter anderem als Stripperin, erzählt (Teil eins, zwei und drei)

Wie Brandon Stanton das macht, Fotos und Geschichten aus fremden Menschen herauszukitzeln, hat er hier mal selbst erklärt (Youtube-Video, 15 Minuten), hier ein Video-Portrait über ihn (Youtube-Video, 3 Minuten). 

Ich habe Brandon Stantons Humans of New York in meinem Feedreader abonniert und bin immer wieder beeindruckt von den zutiefst humanen Portraits, die er dort aufzeichnet und bebildert. Eigentlich habe ich eine stark ausgeprägte Pathos-Allergie, aber die Posts von Brandon Stanton passieren meinen Pathosfilter mühelos, weil sie nicht auf die Tränendrüse, sondern auf die Empathiedrüse drücken.

Aktuell postet @humansofny (natürlich) vornehmlich #quarantinestories, aber die älteren Stories wärmen das selbstisolierte Herz. Zum Beispiel die Geschichte des entflohenen Häftlings Bobby, der viele Jahre unentdeckt blieb und heiratete, ohne seiner Frau von seiner Vergangenheit zu erzählen: Teil eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn und elf.

Ein Humanist aus New York
8,6
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Kommentare 1
  1. Daniela Becker
    Daniela Becker · vor 3 Tagen

    Der Mann ist der Wahnsinn. Jede einzelne Geschichte liebevoll aufgeschrieben ohne pathetisch zu sein. Und das über Jahre.

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