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Pop und Kultur

Woodstock 1999: Wenn ein Festival zum Gewalt-Exzess wird

Fabian Peltsch
Musikjournalist

Fabian Peltsch lebt und arbeitet in Peking und Berlin und schreibt regelmäßig für Rolling Stone, Musikexpress, Mint, Gründerszene, RADII, Fluter und die Berliner Morgenpost. Er interessiert sich vor allem für globale Popkultur-Perspektiven jenseits von World-Music-Klischees.

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Fabian PeltschSamstag, 21.08.2021

Dass Musik-Festivals schnell in Katastrophen gipfeln können weiß man seit Mega-Events wie dem Isle of Wight Festival 1970, dem Altamont Free Concert oder zuletzt dem Fyre Festival. Alle waren gut gemeint, bei allen entglitt die Kontrolle.

Ein weniger ins kollektive Gedächtnis eingegangenes Beispiel für ein Festival-Desaster ist die 1999 auf einem alten Luftwaffenstützpunkt in New York abgehaltene dritte Auflage von Woodstock, über die gerade eine Doku auf HBO erschienen ist (ein deutscher Ausstrahlungstermin ist leider noch nicht bekannt). Man hätte den Film mit dem Titel "Peace, Love, and Rage" auch als Komödie anlegen können, sagt Regisseur Garrett Price. Ende der 90er hatte die amerikanische Konsumgesellschaft ein neues Level des Exzesses erreicht. Man tanzte zu Nu-Metal-Nonsens von Limp Bizkit. Kid Rock paradierte in weißem Pelzmantel über das verwüstete Gelände, während schwerst besoffene Gäste sich im Schlamm suhlten, ohne zu ahnen, dass der aus den überquellenden Dixi-Klos stammt. Bei aller Lächerlichkeit wurde es am Ende jedoch eher ein Horrorfilm, sagt Price.

Das lag auch am scharfen Gegensatz zur Botschaft des Originals, auf dass die Festival-Macher sich nach wie vor beriefen. Das Rolling Stone Magazin schrieb, dass hier eine Generation junger Amerikaner zusammenkam, die auf die Frage "What’s so funny ’bout peace, love and understanding?" mit einem Schlag in die Fresse reagiert hätten. Es herrschte eine Atmosphäre von Frauenfeindlichkeit, white male rage, entitlement und zynischem Konsumismus, schreibt der Guardian. Darüberhinaus war das Festival auf seine 200.000 Besucher nicht gut vorbereitet. Wasser wurde bei Temperaturen von bis zu 37,8 Grad für 4 US-Dollar pro Flasche verkauft. Über 1200 Menschen mussten vor Ort behandelt werden, drei Menschen starben. Gewalt und sexuelle Übergriffe waren an der Tagesordnung. Während des Auftritts von Limp Bizkit vergewaltigten mehrere Männer eine Frau direkt vor der Bühne. Auch andernorts auf dem Festivalgelände kam es zu Vergewaltigungen. Am Ende wurden vierundvierzig Menschen festgenommen. Erstaunlich wenig, schreibt der Guardian angesichts von Price' Filmmaterial.

With the popularity of Girls Gone Wild and lad mags like Maxim and FHM, “it was a time of objectifying women,” said Price, “and mix that with the marketing ideals of the counterculture of free love, and you just create a toxic environment.” It’s an environment in which only three women were invited to perform (Jewel, Alanis, Sheryl Crow), in which women are groped as they crowd-surf, in which thousands of men chant “show your tits!” to an on-stage Rosie Perez.
Woodstock 99 “kind of got swept under the rug”, Price told the Guardian, and is often confused with the more successful, less volatile Woodstock 94. The former festival “tells us where we are culturally more than in the early 90s”.
“You start the decade with Nirvana, with Pearl Jam, with hip-hop like A Tribe Called Quest, there’s sort of this idealism in the music, anti-establishment and non-commercialism,” said Price, “and you end the decade with commercialism and nihilism. How did we get from here to there?

Eine Frage, die der Film hoffentlich ansatzweise beantwortet. Ich bin sehr gespannt. 

Woodstock 1999: Wenn ein Festival zum Gewalt-Exzess wird

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